Dietikon
Alternative Medizin für Kühe und Schweine in Dietikon

Bauern- und Konsumentenorganisationen sehen dringenden Handlungsbedarf in der Tierhaltung. Nach mehreren Berichten der Sendungen Rundschau und Kassensturz über Antibiotika-Ressistenz luden gestern gleich mehrere Organisationen zu einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Dominic Kobelt
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Viel los auf dem Biohof.

Viel los auf dem Biohof.

Dominic Kobelt

Die Bauerngewerkschaft uniterre, die Konsumentenvereinigung Nordwestschweiz und Vertreter des Projektes «Kometian» forderten, dass Thema im Gespräch bleibt und nach Lösungen gesucht wird. «Wir möchten in Zukunft alle Betroffenen an einen Tisch bringen», sagte Ulrike Minkner, Vizepräsidentin von uniterre. Sie sieht die Problematik besonders beim steigenden Preisdruck - die Grenzen der Natur würden deshalb mit Antibiotika übergangen.
Antibiotika sparsam einsetzten
Die Referenten schilderten aber nicht nur die Problematik, sondern hatten auch Lösungsansätze zu bieten. Werner Ammann stellte das Projekte Kometian vor, was soviel wie komplementär-medizinisches Tierheil-Angebot bedeutet. Ammann erzählte, wie er homöopatische Mittel bei seinen Schweinen einsetzte, als diese nicht auf Antibiotika ansprachen. «Damit waren nicht alle Probleme aus der Welt geschafft, aber es hat gewirkt.»
Bäuerinnen wissen viel
«Die Weiterbildungsangebote in der Komplementärmedizin sind sehr gut besucht», sagte Ammann. «Besonders die Bäuerinnen wissen heute bereits viel darüber.» Ammann sieht aber auch Probleme. «Die Tierärzte sind in diesem Bereich noch weit zurück», sagte er. Die Beratung durch Tierärzte sei aber wichtig. Genau hier setzt Kometian an: Ein telefonischer Beratungsdienst, der Tag und Nacht besetzt ist, soll den Bauern mit Ratschlägen zur Seite stehen. Das Projekt ist noch in der Pilotphase, rund 75 Betriebe machen momentan mit, etwas ein Anruf geht pro Tag ein. Damit die Behandlung erfolgreich ist, braucht es aber auch aufmerksame Viehhalter: «Die Symptome sind wichtig, damit man die richtige Behandlung vorgenommen werden kann», erklärte Ammann.
«Teures Fleisch ist billiger»
Samuel Spahn, Besitzer des Biohofs Fondli verdeutlichte, wieso Handlungsbedarf besteht: «Vor 100 Jahren starben die Menschen noch an einfachen Infektionskrankheiten. Durch den übertrieben Einsatz von Antibiotika machen wir den medizinischen Fortschritt nun wieder zunichte.»