Wer eine Schlieremer Alterseinrichtung bewohnt und geringen Pflegebedarf hat, muss ab kommendem Jahr tiefer in die Tasche greifen. Wie der Stadtrat mitteilt, steigt der Eigenanteil für Pflegekosten für Betagte der beiden niedrigsten Pflegestufen 1 und 2 um rund das Doppelte. Grund dafür ist, dass der Regierungsrat die Normkosten im vergangenen September auf ein höheres Niveau von 1,2259 auf 1,3617 Franken pro Leistungsminute erhob.

Trotz der Erhöhung der Normkosten, wird in den Kassen der Schlieremer Alterseinrichtungen laut Voranschlag 2015 ein Loch klaffen. Gründe dafür sind unter anderem, dass im Sandbühl der Pensionspreis und die Betreuungstaxe mit je rund 100 000 Franken zu tief angesetzt sind. Dies führte dazu, dass die Abteilung Alter und Pflege in der Budgetdebatte der Exekutive damit beauftragt wurde, einen Vorschlag zur Anpassung der Taxen zu machen.

Konkret heisst dies, dass die Pensionskosten ab Januar 2015 um 3 Franken Pro Bett und Tag und die Betreuungstaxe um 10 Prozent erhöht werden. Dies soll laut Stadtrat zu Mehreinnahmen von 170 000 Franken für das Sandbühl und 62 000 Franken für die Alterswohnungen führen. Auch für Bewohner der Pflegewohnungen für Menschen mit demenzieller Erkrankung wird es teurer: Ein Pauschalbetrag von neu 20 Franken pro Tag und Bett soll zusätzliche 130 000 Franken in die Kassen spülen. Mit diesen Massnahmen sollen die im Budget 2015 veranschlagten Kosten für Pension und Betreuung gedeckt werden können, heisst es vonseiten des Stadtrats.

Pflegestufe 2 kommt auf Maximum

Die Erhöhung der Normkosten wird grösstenteils von der Stadt Schlieren getragen, wohingegen die Kosten für Bewohner und Krankenkassen konstant bleiben. Nur für Bewohner mit der Pflegestufe 1 und 2 wird es teurer, da diese bis anhin weit weniger als den täglichen Maximalbetrag von 21,60 Franken zu bezahlen hatten. Bewohner der Pflegestufe 1 zahlten bis anhin 2 Franken pro Tag, neu schlagen die Pflege- und Betreuungsleistungen mit 5,30 zu Buche. Betagte in der Pflegestufe 2 kommen ab Januar gar auf den Maximalbetrag von 21,60 Franken. Sie zahlen aktuell nur 11,50 Franken.

Auch werden die Kosten für die Hotellerie für Personen im Einzelzimmer von 125 Franken auf 128 Franken erhöht. Die Kosten für die Betreuungstaxe erhöhen sich auf allen Betreuungsstufen um zwischen 1 und 6 Franken pro Tag.

Noch immer im unteren Bereich

Der Stadtrat räumt ein, dass eine Umsetzung der Taxerhöhungen «keine unerheblichen Konsequenzen hat.» Er verweist aber darauf, dass die Pensions- und Betreuungstaxen, welche die Alterseinrichtungen der Stadt Schlieren den Bewohnern verrechnen, äusserst moderat seien und sich auch nach der vorgeschlagenen Erhöhung noch immer im unteren Bereich bewegen.