Birmensdorf

Alte verschmilzt mit neuer Brücke zu einzigartiger Konstruktion

Ingenieur Jack Tobler (Dritter v.l.) bespricht mit den Bauarbeitern das Vorgehen auf der Baustelle.

Ingenieur Jack Tobler (Dritter v.l.) bespricht mit den Bauarbeitern das Vorgehen auf der Baustelle.

Der Übergang über den Wüeribach wird in einem speziellen Verfahren erneuert. Dabei dient der alte Übergang als Schalung für die neu entstehende Konstruktion.

Jack Tobler steht auf der Brücke an der Bachstrasse 5 in Birmensdorf und fuchtelt wild mit den Händen. Er ist gerade dabei, den Handwerkern das weitere Vorgehen auf der Baustelle am Wüeribach zu erklären. Entstehen soll eine neue Brückenkonstruktion.

Das Projekt liegt dem Ingenieur aus Oberengstringen am Herzen. Im Büro und der Freizeit habe er immer wieder über die Umsetzung nachgedacht, sagt er. Denn: Die alte Brücke wird nicht wie üblich abgerissen und neu gebaut. Vielmehr dient sie als Schalung für den neuen Übergang.

Diese Methode, auf der alten Brücke eine neue zu bauen, ist für Tobler neu. Sie habe aber den Vorteil, dass keine Übergangsbrücke erstellt werden müsse, sagt er. Ausser heute wenn betoniert wird, kann die Brücke während der ganzen Bauzeit von Anwohnern überquert werden.

20 Tonnen schwere Konstruktion

Die neue Brücke ist unabdingbar, da das Bachbett verbreitert wird. Der Kanton will damit sicherstellen, dass der Wüeribach bei Hochwasser nicht mehr über die Ufer tritt. Deshalb wird das Bachbett abgesenkt und verbreitert. So wird die Kapazität des Bachs von 13 auf 20 Kubikmeter pro Sekunde gesteigert.

Die Sicherheitsvorkehrungen sollen zudem mit einer schöneren Gestaltung des Lebensraums am Bach kombiniert werden. Entstehen wird eine Naherholungszone mit einem Sitzplatz und einer Aussichtsplattform. Das kantonale Projekt kostet insgesamt 4,8 Millionen Franken. Davon trägt die Gemeinde 200 000 Franken.

Die angestrebte Betonkonstruktion an der Bachstrasse 5 ist 20 Tonnen schwer. Eine Brücke aus Holz sei wegen der vorherrschenden Feuchtigkeit und auf Wunsch der Bauherren nicht infrage gekommen, so Tobler. Sobald der eingegossene Beton vollständig ausgetrocknet ist, wird ein Kran die neue Brücke von der alten lösen und weiter bachabwärts absetzen. Erst dann geht es der alten Brücke an den Kragen.

Kran hebt die Brücke im Juni weg

Die entstehende Brücke ist gerade einmal 24 Zentimeter dick. Die Gefahr, dass beim Wegheben der neuen Brücke Risse im Beton entstehen, ist daher nicht auszuschliessen. Tobler hat sich deshalb eine spezielle Konstruktion ausgedacht.

Spenglerblech mit eingespritztem Schalungsöl soll ermöglichen, dass der Kran die Brücken voneinander trennen kann. «Theoretisch sollte alles aufgehen. Ich hoffe, keinen Überlegungsfehler gemacht zu haben», so Tobler.

Bei der Planung der Brücke sei es auf Details angekommen. «Dieses Objekt ist ein Leckerbissen. Die Raffinesse, die hinter der Planung steckt, macht es erst richtig spannend.» Ob Toblers Überlegungen aufgehen, wird sich im Juni zeigen, wenn der etwa 100 Tonnen schwere Kran anrollen wird, um die Brücke loszulösen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1