Eine mutmassliche Kickbewegung sorgt derzeit in der Curlingszene für Gesprächsstoff. Hat Martin Rios vom Team Glarus im entscheidenden Vorrundenspiel um den Schweizer Meistertitel im Mixed-Doppel gegen den CC Limmattal einen Stein mit dem Fuss berührt und diesem eine entscheidende Richtungsänderung gegeben? Ein kurz nach der Partie von vergangenem Wochenende aufgetauchte Videosequenz lässt dies zumindest erahnen. Der Schweizer Curlingverband hat den Rekurs vom CC Limmattal gegen die Wertung der Niederlage mittlerweile abgelehnt, weil er erst am Folgetag und somit zu spät eingereicht wurde. Dafür hat er entschieden, dass das WM-Team mit Olympia-Chancen in einem Stechen ermittelt wird.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Fall mit Limmattaler Beteiligung – ob direkt oder indirekt – hohe Wellen in der hiesigen Sportszene wirft. Da wären etwa die Ereignisse vom 12. September 1993. Auf der Sportanlage Juchhof stehen sich in einem 3.-Liga-Spiel die Fussballer von Jugoslavija und Birmensdorf gegenüber. Bis kurz vor Schluss verläuft die Partie in geordnetem Rahmen. Doch dann nimmt sie ein unschönes Ende. Nur Sekunden nachdem Jugoslavija-Stürmer Sladan Selakovic vom Schiedsrichter ein Elfmeter verwehrt worden ist, sinkt Birmensdorfs Goalie René Ruf mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammen. Selakovic verletzt den FCB-Hüter mit einem Tritt in den Unterleib schwer. Es kommt zu Jagdszenen auf dem Feld. Die Partie muss daraufhin abgebrochen werden, Ruf landet mit einem in der Leiste eingeklemmten Hoden im Spital. Selakovic wird neun Monate gesperrt, Jugoslavija mit einer Busse und einer Forfaitniederlage bestraft. Es bleibt der einzige Fehltritt des Stürmers, der später sogar für den FC Birmensdorf aufläuft.

Verfolgungsjagd auf der Breite

Auch in einem anderen, weitherum für Aufsehen sorgendem Fall, sind Birmensdorfer Fussballer betroffen. Für das, was sich im letzten Vorrundenspiel vom 29. Oktober 2006 in der 3. Liga auf der heimischen Breite ereignet, können sie allerdings wieder nichts dafür. Nach 23 Minuten wird die Partie gegen Kosova abgebrochen, weil sich Schiedsrichter Antimo Marcello nach einer gelb/roten Karte gegen den Kosovaren Ismajl Bunjaku bedroht fühlt. Auf seiner Flucht wird Marcello von der Gästemannschaft und -zuschauern verfolgt.

Oktober 2006: Spielabbruch in Birmensdorf – Spieler des FC Kosova verfolgen den Schiedsrichter über den Wall.

Oktober 2006: Spielabbruch in Birmensdorf – Spieler des FC Kosova verfolgen den Schiedsrichter über den Wall.

Der Fussballverband der Region Zürich fällt Anfang November ein Urteil, das unter anderem sechs Punkte Abzug sowie die 3:0-Forfaitwertung zugunsten Birmensdorfs vorsieht. Kosova erwirkt daraufhin mit einem Rekurs eine Neubeurteilung des Falls. Nach dieser wird von einem Punktabzug abgesehen, die Forfaitniederlage jedoch aufrechterhalten. Mit einem nächsten Rekurs, mit dem es erneut sämtliche Sanktionen anfechtet, gelangt Kosova vor die Rekurskommission, der letzten Instanz auf Verbandsebene. Nach erneuter Einvernahme der Direktbeteiligten sowie Augenzeugen heisst eine aus drei Juristen bestehende Kommission den Rekurs des FCK vollumfänglich gut. Das Spiel muss wiederholt werden. Beim FC Birmensdorf ist man fassungslos. Marcello zieht die Konsequenzen und tritt als Schiedsrichter zurück.
Heiss geht es auch auf dem Eis zu und her. Vor allem dann, wenn sich der EHC Urdorf und der EHC Dietikon, später Limmattal Wings, gegenüberstehen. Als «Prügel-Derby» geht die Partie vom 22. Januar 2005 in die Geschichte ein. 103 Strafminuten kassieren Urdorf und Dietikon zusammen. Insbesondere das zweite Drittel bietet Eishockeymagerkost, dafür reihenweise Raufereien und gesundheitsgefährdende Zweikämpfe. Das Spiel steht kurz vor dem Abbruch, wird aber fortgesetzt.

Beinschoner sorgt Unmut

Die Gemüter beruhigen sich indes nicht. Nach 57:44 Minuten streckt HCD-Stürmer Martin Hoppler Sebastian Hauser an der Mittellinie, abseits des Spielgeschehens, nieder. Hoppler wird unter die Dusche geschickt und eine turbulente Schlussphase nimmt ihren Anfang. Mittendrin: Dietikon-Goalie Thomas Leimgruber, heute Präsident des EHC Urdorf. Die Urdorfer monierten, seine Beinschoner seien fünf Zentimeter zu lang. Das lässt Leimgruber nicht auf sich sitzen und stürmt ins Speakerhäuschen. 300 Zuschauer beobachten die Szene auf der Weihermatt. Das Spiel endet übrigens mit einem 3:2-Sieg der Dietiker.

Zu einem Spielabbruch mit Beteiligung des EHC Dietikons kommt es Anfang Januar 2002. Es ist eine äusserst skurrile Geschichte. Sie beginnt damit, dass einer der Schiedsrichter den Limmattalern beim 4. Liga-Spiel im Zürcher Neudorf gegen die Zürich Jaguars eine Hinauszögerung des Anpfiffs um 10 Minuten verwehrt. Die Limmattaler haben ihre Matchvorbereitung noch nicht abgeschlossen und wollen deshalb etwas später starten. Doch pünktlich um 20.15 Uhr, wie im Spielplan vorgesehen, wirft der Referee die Scheibe zum Anspiel ein.

Der Unmut der Akteure ist dem Schiedsrichter jetzt schon gewiss. Es kommt jedoch noch dicker. Schnell breitet sich unter den Akteuren das Gerücht aus, einer der Unparteiischen sei alkoholisiert. Einige Spieler geben nach der Partie dann auch zu Protokoll, dass sie eine Alkoholfahne gerochen haben. Das Spiel läuft jedoch weiter und die favorisierten Dietiker gehen schnell mit 2:0 in Führung. Doch das Heimteam startet eine Aufholjagd. Kurz nach Beginn des zweiten Drittels gelingt den Jaguars gar der Führungstreffer. Das Spiel wird nun ruppiger. In der 27. Minute lässt sich Dietikons Topskorer Cyril Hruby zu einem Stockschlag hinreissen und kassierte dafür fünf Minuten plus eine Spieldauerdisziplinarstrafe.

Es folgt eine rund zehnminütige Diskussion, in deren Verlauf immer wieder die Alkoholfahne des Schiedsrichters thematisiert wird. Diesem wird die Angelegenheit zu bunt. Er verlässt das Eis und ruft einen Inspizienten des Verbandes an. Auch die Dietiker tun das. Schliesslich tauch tatsächlich ein Inspizient auf dem Neudorf auf, um die Sache zu regeln. Der Schiedsrichter bietet an, sich in einem Spital einem Alkoholtest unterziehenzulassen, um seine Unschuld zu beweisen. Weitere Minuten des Diskutierens verstreichen, ehe nach einer geschlagenen Stunde das Spiel abgebrochen wird. Der Verband weist jegliche Alkoholvorwürfe zurück.