Der Seniorenrat Dietikon engagiert sich für die ältere Generation, organisiert diverse Anlässe und bietet Hilfestellung nach dem Motto «Senioren helfen Senioren». Wie kam man auf die Idee, dass die Unterstützung von Schulkindern Senioren ebenso helfen kann?

Peter Jenny: Der Gedanke war, dass Senioren nicht nur Hilfe erhalten, sondern auch etwas tun können, wovon andere profitieren. Das ist ein Aufsteller und gibt den Pensionierten ein gutes Gefühl. Die Aufgabe wirkt sich somit auch positiv auf sie selbst aus. Sie haben eine sinnvolle Beschäftigung, die ihnen Struktur im Alltag gibt, sie zum Beispiel am Morgen dazu motiviert, trotz leichten Schmerzen aufzustehen und in die Schule zu gehen. Frisch nach der Pensionierung hat man ein volles Programm, aber nach ein paar Jahren sehnt man sich vielleicht nach einer interessanten Tätigkeit. Einige Senioren haben keine oder noch keine Enkel. Sie können auf diese Weise Kontakt zu Kindern pflegen. Und die Kleinen geniessen die Aufmerksamkeit der Seniorinnen und Senioren und freuen sich, wenn sie mit ihnen lernen können. Es kommt also ganz viel zurück.

Ein Gewinn ist das Angebot aber auch für die Lehrpersonen.

Das ist wahr. Die Lehrpersonen werden so im Unterricht, aber auch auf Ausflügen entlastet. Sie, die Schule und Stadt schätzen das sehr. Pro Jahr handelt es sich bei 37 Klassenbegleitern um rund 4100 Stunden. Das ist eine sehr grosse Zahl, wenn man bedenkt, dass das alles freiwillig und unentgeltlich geschieht. Stellen Sie sich vor, was das in Stellenprozenten ausmachen würde.

Gibt es Voraussetzungen, die die Senioren erfüllen müssen, um sich als Klassenbegleiter zu engagieren?

Man muss nicht studiert sein oder über eine pädagogische Ausbildung verfügen. Ich höre oft, dass sich Personen zwar dafür interessieren, sich aber nicht getrauen, weil sie denken, dass die Anforderungen zu hoch sind. Es reicht, wenn man gute Sozialkompetenzen und Freude an Kindern hat. Zudem berücksichtige ich bei der Zuteilung die Präferenzen der Senioren. Es gibt solche, die lieber Primarschüler oder Kindergärtler unterstützen, während andere den Umgang mit Sekschülern bevorzugen. Einige interessieren sich auch speziell für gewisse Fächer oder etwa für den Handarbeitsunterricht. Ich gebe mir Mühe, dass die Senioren ihren Vorlieben entsprechend tätig sein können.

Das Angebot existiert seit der Gründung des Seniorenrats 1994. Damals startete man mit einem einzigen Klassenbegleiter, derzeit sind 37 Seniorinnen und Senioren im Einsatz. Braucht es noch mehr?

Wir sind immer froh um neue Klassenbegleiter, da wir jährlich durchschnittlich drei bis vier Abgänge verzeichnen. Manchmal hören die Senioren altershalber oder aus gesundheitlichen Gründen auf. Teilweise sind sie ja bereits über 80 Jahre alt. Andere wiederum wollen mehr Zeit mit den Enkelkindern verbringen. Überdies ist die Nachfrage seitens der Schule gross. Damit wir dieser gerecht werden, sind wir auf weitere Senioren angewiesen.

Sie kümmern sich seit sechs Jahren um die Klassenbegleiter. Würden Sie sich selber auch zur Verfügung stellen?

Ja, ich würde die Kinder und Lehrpersonen gerne im Schulzimmer unterstützen. Doch bevor das möglich ist, müsste ich noch jemanden finden, der meine Aufgabe als Koordinator übernimmt. Ich bin bereits auf der Suche.

Senioren, die sich für die Aufgabe als Klassenbegleiter interessieren, melden sich bei Peter Jenny unter 044 748 01 52 oder jenny.peter@bluewin.ch. Weitere Informationen gibt es zudem auf www.seniorenrat-dietikon.ch.