Alte Zürcher Landsitze

Als die noble Gesellschaft das Limmattal entdeckte

Ab dem 16. Jahrhundert kam es bei reichen Zürchern in Mode, ein Landgut zu kaufen. Neben dem Zürichsee war die Sonnenseite des Limmattals eine bevorzugte Lage für die Herrensitze. Dort genoss die Familie den Sommer und die gute Luft.

Den Lebensabend in gediegener, geschichtsträchtiger Umgebung verbringen – im Herrschaftshaus Sparrenberg in Unterengstringen ist das schon bald möglich. Derzeit entsteht dort ein Seniorendomizil für ein gutes Dutzend Personen. Die neuen Bewohner werden nicht nur eine schöne Aussicht geniessen, sondern auch eintauchen in eine Zeit, als es unter alteingesessenen reichen Zürcher Familien in Mode war, der Stadt zu entfliehen und ein Landgut zu erwerben.

Der Garten mit herrlichem Blick in die Ferne.

Der Garten mit herrlichem Blick in die Ferne.

Ausgehend von Italien, wo dieser Trend bereits im 15. Jahrhundert einsetzte, entstanden vom 16. bis zum 18. Jahrhundert verschiedenste Landsitze rund um die Stadt Zürich, vorzugsweise am rechten Seeufer und auf der Sonnenseite des Limmattals, am Südhang des Gubrists. Viele von ihnen haben die Zeit nicht überdauert, einige jedoch haben der Entwicklung bis heute getrotzt – auch im Limmattal.

Bauernhäuser als Ursprung

Unter ihnen ist der Sparrenberg wegen seines trotz mehrfachen Umbaus gut erhaltenen Interieurs der bedeutendste noch erhaltene Zürcher Landsitz. Doch auch die Weid, wo heute das Unterengstringer Ortsmuseum beheimatet ist, und der Ankenhof in Oberengstringen, wo die Familie Leuzinger eine Gemüsegärtnerei betreibt, gelten als exemplarische Beispiele der Landhauskultur des 18. Jahrhunderts.

In Höngg, das damals noch ein eigenständiges Dorf und kein Zürcher Stadtquartier war, zeugen der vermutlich 1684 von Bürgermeister Heinrich Escher erbaute Landsitz Tobelegg, der aus dem Jahre 1674 stammende Rote Ackerstein und der 1740 erstellte Weingarten noch heute vom Lebensstil der begüterten Zürcher Bürger.

Eindrücke aus dem Innern.

Eindrücke aus dem Innern.

Meist entstanden die Landsitze aus Um- und Ausbauten von Rebhäusern, Trotten oder Bauerhäusern.  Nicht nur wegen ihrer Hanglage hoben sie sich von den bäuerlich geprägten Siedlungen ab. Auch ihr Äusseres, obschon es sich formal am Bauernhaustyp der Region orientierte, unterschied vor allem wegen des Umschwungs von den eher ärmlichen Häusern im Tal. Ausgedehnte Weingüter, Wald und repräsentative Gärten mit Brunnen umgaben die Landsitze. Die Ländereien waren oft so gross, dass ein Pächter, ein sogenannter Lehenmann, angestellt werden musste, um das Gut zu bewirtschaften. Meist wohnte dieser in einem separaten Gebäude.

Der Lehenmann wohnte das ganze Jahr auf dem Landsitz, während die Herrschaften meist nur den Sommer dort verbrachten. Die Güter waren so gelegen, dass der Hausherr bei Bedarf schnell in der Stadt war, um etwa an Ratssitzungen teilzunehmen. Währenddessen genoss der Rest der Familie die gute Landluft. Denn in Zürich stank es wegen der offenen Kanalisationen oft zum Himmel.

Die Dorfbevölkerung profitierte

Der Aufenthalt auf dem Land war aber auch eine willkommene Abwechslung zur Enge in der Stadt und den mitunter strengen Sittenvorschriften. Die Landsitze wurden oftmals mit einem Saal ausgestattet, um in grösserer Gesellschaft zu feiern. Zum Interieur gehörten auch Stuckdecken, Täferungen oder Tapeten und schön bemalte Barocköfen.

Vom hohen Besuch aus der Stadt profitierte aber auch die Dorfbevölkerung. Viele Bauern bewirtschafteten damals lediglich Kleinstparzellen. Ihren Lebensunterhalt bestritten sie mit der Arbeit in den Reben der grossen Weingüter der Zürcher Herrschaften, mit Ackerbau für den Eigenbedarf sowie mit Nebenberufen. Ein besonderer Anlass war etwa für die Unterengstringer der Wümmet. Einerseits war er eine willkommene Nebenbeschäftigung. Andererseits waren die Tage der Traubenlese auch ein gesellschaftliches Ereignis, wie Jakob Meier im Neujahrsblatt über den Sparrenberg schreibt.

Der Dachboden

Der Dachboden

Besonders am «Chrähahn», dem Fest zum Abschluss des Wümmet, ging es hoch zu und her. Denn während der Traubenlese war die Verköstigung der Wümmer eher karg, am «Chrähahn» hingegen gab es alles, was das Herz begehrte. Zudem wurde getanzt und musiziert. Nach 1799 verkleideten sich die Wümmer in Unterengstringen zudem mit französischen und russischen Uniformteilen, die aus der Zeit der Schlacht bei Zürich stammten.

Ähnlich dürfte es auch in Weiningen und Oberengstringen zu- und hergegangen sein. Bis auf den Ankenhof existieren keine Landsitze aus dieser Zeit mehr. Das Wohnhaus Gut an der Kirchstrasse, nahe der reformierten Kirche Weiningen gelegen, wurde Ende 2008 abgerissen. Auch in Oberengstringen existierten weitere Landgüter, die im vergangenen Jahrhundert verschwanden. Das Obere Eggbühl an der Gemeindegrenze zu Höngg wurde 1906 abgebrochen, wenig später ereilte das selbe Schicksal das Untere Eggbühl. Das Hessengut, das seinen Namen Gustav Hess verdankt, der 1897 Gemeindepräsident und Friedensrichter von Oberengstringen wurde, stand bis zu seinem Abbruch 1962 an der Zürcherstrasse nahe Höngg. Ebenfalls Anfang der 1960er-Jahre fiel das Arter-Gut modernen Wohnbauten zum Opfer.

Bereits die Güterkarte von 1726 zeigt eine direkte Verbindung zwischen dem Sonnenberg und dem Sparrenberg. Das ist kein Zufall: Bis ins 18. Jahrhundert hinein sind die Güter im Sonnenberg Teil des Sparrenbergs und somit ebenfalls im Besitz der Familie Hottinger von Zürich. Daten zur Baugeschichte liegen jedoch wenige vor. Wohl in den Jahren 1720 bis 1725 erfolgt ein Neubau des Sonnenbergs. Vermutlich will der damalige Besitzer des Sparrenbergs, Hans Conrad Hottinger, so sicherstellen, dass er zweien seiner Söhne ein Landgut vererben kann. Über Heirat gelangt der Sonnenberg für viele Jahrzehnte in den Besitz der Zürcher Kaufmannsfamilie Schulthess, die in der Seidenfabrikation und im Bankgeschäft tätig ist. Durch Vererbung wird die ebenfalls alteingesessene Zürcher Familie Nüscheler Besitzerin des Landgutes. Noch um 1825 umfasst der Sonnenberg ein Wohnhaus, eine Scheune und ein Waschhaus. Umgeben wird es von drei Gärten und einem Hof. Unter Matthias Nüscheler erfolgen die ersten Um- und Neubauten. Er ersetzt 1834 die um 1720 erbaute Scheune. Zudem erstellt er nordwestlich des Landhauses ein Pächterhaus. 1873 verkauft die Familie das mit Hypotheken belastete Gut. Es folgen innert kürzester Zeit verschiedene Besitzerwechsel. Unter anderem gehört der Sonnenberg auch der Schweizerischen Wagonsfabrik Schlieren AG. Infolge der Krisenjahre nach dem 1. Weltkrieg will das Unternehmen das Gut zur Nahrungsmittelproduktion für die Belegschaft nutzen. Das Vorhaben scheitert. In diesen Jahren werden in das Waschhaus Zimmer eingebaut. Es dient fortan als Gärtnerhaus. Das Pächterhaus mit Schopf wird zu einem reinen Wohnhaus umgebaut. 1924 verkauft die Wagonsfabrik den Sonnenberg wieder. Neuer Besitzer wird Wilhelm Anton Züblin, Ingenieur der Sulzer in Winterthur. 1941 erwirbt der Textilunternehmer Walter Schoeller den Sonnenberg. Der langjährige Zentralpräsident des Zürcher Grasshopper Clubs, dessen Ehe kinderlos bleibt, überschreibt wenige Jahre vor seinem Tod im Jahr 1979 das Gut der von ihm gegründeten Sonnenberg Liegenschaften AG, die das Landgut, auf dem sich heute unter anderem ein Bauernbetrieb befindet, verwaltet. (zim)

Bis ins 18. Jahrhundert gehörte der Sonnenberg zum Gut Sparrenberg.

Bereits die Güterkarte von 1726 zeigt eine direkte Verbindung zwischen dem Sonnenberg und dem Sparrenberg. Das ist kein Zufall: Bis ins 18. Jahrhundert hinein sind die Güter im Sonnenberg Teil des Sparrenbergs und somit ebenfalls im Besitz der Familie Hottinger von Zürich. Daten zur Baugeschichte liegen jedoch wenige vor. Wohl in den Jahren 1720 bis 1725 erfolgt ein Neubau des Sonnenbergs. Vermutlich will der damalige Besitzer des Sparrenbergs, Hans Conrad Hottinger, so sicherstellen, dass er zweien seiner Söhne ein Landgut vererben kann. Über Heirat gelangt der Sonnenberg für viele Jahrzehnte in den Besitz der Zürcher Kaufmannsfamilie Schulthess, die in der Seidenfabrikation und im Bankgeschäft tätig ist. Durch Vererbung wird die ebenfalls alteingesessene Zürcher Familie Nüscheler Besitzerin des Landgutes. Noch um 1825 umfasst der Sonnenberg ein Wohnhaus, eine Scheune und ein Waschhaus. Umgeben wird es von drei Gärten und einem Hof. Unter Matthias Nüscheler erfolgen die ersten Um- und Neubauten. Er ersetzt 1834 die um 1720 erbaute Scheune. Zudem erstellt er nordwestlich des Landhauses ein Pächterhaus. 1873 verkauft die Familie das mit Hypotheken belastete Gut. Es folgen innert kürzester Zeit verschiedene Besitzerwechsel. Unter anderem gehört der Sonnenberg auch der Schweizerischen Wagonsfabrik Schlieren AG. Infolge der Krisenjahre nach dem 1. Weltkrieg will das Unternehmen das Gut zur Nahrungsmittelproduktion für die Belegschaft nutzen. Das Vorhaben scheitert. In diesen Jahren werden in das Waschhaus Zimmer eingebaut. Es dient fortan als Gärtnerhaus. Das Pächterhaus mit Schopf wird zu einem reinen Wohnhaus umgebaut. 1924 verkauft die Wagonsfabrik den Sonnenberg wieder. Neuer Besitzer wird Wilhelm Anton Züblin, Ingenieur der Sulzer in Winterthur. 1941 erwirbt der Textilunternehmer Walter Schoeller den Sonnenberg. Der langjährige Zentralpräsident des Zürcher Grasshopper Clubs, dessen Ehe kinderlos bleibt, überschreibt wenige Jahre vor seinem Tod im Jahr 1979 das Gut der von ihm gegründeten Sonnenberg Liegenschaften AG, die das Landgut, auf dem sich heute unter anderem ein Bauernbetrieb befindet, verwaltet. (zim)

Was der Ankenhof mit Butter zu tun hat, ist bis heute nicht bekannt. Das Land, auf dem er sich befindet, hat ursprünglich auch einen ganz anderen Namen. Wohl schon um 1429 steht ein Hof auf dem Gelände, der dem Kloster Fahr zinspflichtig ist. 100 Jahre später erscheint der Name «Guet zu Fürtlibachen» in einer Urkunde. Der Hof liegt direkt am Fürtlibach, dem Oberengstringer Dorfbach. Zum Ankenhof wird das Gut erst, als es 1671 in den Besitz von Hans Jakob Heidegger kommt. Er gilt als Erbauer des Landsitzes in seiner heutigen Gestalt. Heidegger bekleidet während seiner Karriere verschiedene öffentliche Ämter und bringt es bis zum Säckelmeister der Stadt Zürich. Was ihn dazu bewegt, seinen Hof umzubenennen, ist nicht ganz klar. Eine mögliche Erklärung dafür hat mit damaligen Umständen zu tun. Zu dieser Zeit ist es üblich, dass die begüterten Stadtzürcher ihren Jahresbedarf an Anken durch einen einmaligen Einkauf decken, oder dass sie ihn von ihren Pächtern der Landgüter erhalten. Es mag daher sein, dass Heidegger den Namen seines Landsitzes ändert, weil er für seine Familie dort den Anken holt und das Gut deshalb der Ankenhof ist. Das Landgut bleibt noch bis 1751 in Besitz der Familie Heidegger. Dann geht es an die Gebrüder Leonhard und Andreas Meyer vom Königsstuhl in Zürich über. Diese können sich nur gerade 10 Jahre an ihrem Besitz erfreuen. Denn nun erwirbt Johann Lavater zum grossen Erggel von Zürich den Hof auf einer Gant aus der Konkursmasse der Meyer vom Königsstuhl. 19 Jahre später kommt der Ankenhof als Heiratsgut an Ludwig Meyer von Knonau. 1831 kauft der Bauer Jakob Burri das Gut. Er ist der erste Besitzer seit dem Neubau des Hofs, der diesen selbst bewirtschaftet. Zu dieser Zeit umfasst das Anwesen unter anderem ein Wohnhaus mit Scheune, einen Stall, eine Trotte, ein Waschhaus, einen Garten, Reben und Wiesen. Von nun an bewirtschaften verschiedene Bauern den Hof. 1892 geht er schliesslich an Heinrich Huber über, der ihn Anfang der 1930er-Jahre an den Gärtnermeister Heinrich Leuzinger verkauft. Bis heute ist der Ankenhof in Besitz der Familie Leuzinger. (zim)

Der Ankenhof in Oberengstringen wurde wohl 1670 erbaut.

Was der Ankenhof mit Butter zu tun hat, ist bis heute nicht bekannt. Das Land, auf dem er sich befindet, hat ursprünglich auch einen ganz anderen Namen. Wohl schon um 1429 steht ein Hof auf dem Gelände, der dem Kloster Fahr zinspflichtig ist. 100 Jahre später erscheint der Name «Guet zu Fürtlibachen» in einer Urkunde. Der Hof liegt direkt am Fürtlibach, dem Oberengstringer Dorfbach. Zum Ankenhof wird das Gut erst, als es 1671 in den Besitz von Hans Jakob Heidegger kommt. Er gilt als Erbauer des Landsitzes in seiner heutigen Gestalt. Heidegger bekleidet während seiner Karriere verschiedene öffentliche Ämter und bringt es bis zum Säckelmeister der Stadt Zürich. Was ihn dazu bewegt, seinen Hof umzubenennen, ist nicht ganz klar. Eine mögliche Erklärung dafür hat mit damaligen Umständen zu tun. Zu dieser Zeit ist es üblich, dass die begüterten Stadtzürcher ihren Jahresbedarf an Anken durch einen einmaligen Einkauf decken, oder dass sie ihn von ihren Pächtern der Landgüter erhalten. Es mag daher sein, dass Heidegger den Namen seines Landsitzes ändert, weil er für seine Familie dort den Anken holt und das Gut deshalb der Ankenhof ist. Das Landgut bleibt noch bis 1751 in Besitz der Familie Heidegger. Dann geht es an die Gebrüder Leonhard und Andreas Meyer vom Königsstuhl in Zürich über. Diese können sich nur gerade 10 Jahre an ihrem Besitz erfreuen. Denn nun erwirbt Johann Lavater zum grossen Erggel von Zürich den Hof auf einer Gant aus der Konkursmasse der Meyer vom Königsstuhl. 19 Jahre später kommt der Ankenhof als Heiratsgut an Ludwig Meyer von Knonau. 1831 kauft der Bauer Jakob Burri das Gut. Er ist der erste Besitzer seit dem Neubau des Hofs, der diesen selbst bewirtschaftet. Zu dieser Zeit umfasst das Anwesen unter anderem ein Wohnhaus mit Scheune, einen Stall, eine Trotte, ein Waschhaus, einen Garten, Reben und Wiesen. Von nun an bewirtschaften verschiedene Bauern den Hof. 1892 geht er schliesslich an Heinrich Huber über, der ihn Anfang der 1930er-Jahre an den Gärtnermeister Heinrich Leuzinger verkauft. Bis heute ist der Ankenhof in Besitz der Familie Leuzinger. (zim)

Das heute noch bestehende Landhaus wird zwischen 1758 und 1760 erbaut. Die Geschichte des Sparrenbergs reicht jedoch weiter zurück. Aufgrund urkundlicher Erwähnungen ist anzunehmen, dass dort bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ein nicht genauer lokalisierter Hof existiert. Für 1544 ist dann ein Haus am Sparrenberg belegt. Es gehört einem gewissen Thomas Stelzer. 1629/30 verkauft die Familie Stelzer das Gut an Ambrosi Burkhard, Stadtbürger und Pfarrer von Dällikon. Acht Jahre später erwirbt Jakob Corrodi, der seit 11 Jahren Stadtbürger ist, den Sparrenberg. In den Jahren 1662/1663 wird der Orientalist und Theologe Johann Heinrich Hottinger neuer Besitzer des Landsitzes. Er lässt einen Güterplan aufnehmen. Das Gut umfasst demnach ein zweistöckiges Wohnhaus, ein Ökonomiegebäude, ein weiteres Nebengebäude, das wohl als Waschhaus diente, sowie einen Brunnen. Umgeben ist die Häusergruppe von Feldern, Wiesen und Rebbergen. Im18. Jahrhundert wird der Sparrenberg, wie andere Landgüter auch, zum eigentlichen Musterbetrieb, wo man Edelobst und exotische Gewächse züchtet. Durch Erbfolge wird 1744 Anna Hottinger, Urenkelin des Orientalisten Eigentümerin des Sparrenbergs. Sie heiratet Hans Heinrich Landolt, der von 1778 bis 1780 – dem Jahr seines Todes – als Zürcher Bürgermeister amtet. Die beiden zeichnen für den Umbau des Landhauses verantwortlich. Die Familie Landolt bleibt bis 1970 in Besitz des Landgutes. Einer der Besitzer wird 1862 der Kolumbienforscher und Insektensammler Eduard Heinrich Landolt-Nüscheler, der den Sparrenberg ganzjährig bewohnt und den Rebberg sowie den Ziergarten pflegt. Letzterer wird unter ihm durch südliche Gewächse wie Zypressen oder Maulbeerbäume ergänzt. 1970 kauft schliesslich die Gemeinde Unterengstringen den Sparrenberg. Denn zu diesem Zeitpunkt wäre es möglich, wenn auch mit grossen Einschränkungen, das Areal zu überbauen. Durch den Kauf durch die Gemeinde wird dies verhindert. 1985 wird der Sparrenberg wieder veräussert. Käuferin ist Christina Gräfin von Podewils. 2011 stirbt sie, das Landgut geht an ihre Kinder über. (zim)

Der Sparrenberg ist der bedeutendste alte Landsitz im Limmattal.

Das heute noch bestehende Landhaus wird zwischen 1758 und 1760 erbaut. Die Geschichte des Sparrenbergs reicht jedoch weiter zurück. Aufgrund urkundlicher Erwähnungen ist anzunehmen, dass dort bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ein nicht genauer lokalisierter Hof existiert. Für 1544 ist dann ein Haus am Sparrenberg belegt. Es gehört einem gewissen Thomas Stelzer. 1629/30 verkauft die Familie Stelzer das Gut an Ambrosi Burkhard, Stadtbürger und Pfarrer von Dällikon. Acht Jahre später erwirbt Jakob Corrodi, der seit 11 Jahren Stadtbürger ist, den Sparrenberg. In den Jahren 1662/1663 wird der Orientalist und Theologe Johann Heinrich Hottinger neuer Besitzer des Landsitzes. Er lässt einen Güterplan aufnehmen. Das Gut umfasst demnach ein zweistöckiges Wohnhaus, ein Ökonomiegebäude, ein weiteres Nebengebäude, das wohl als Waschhaus diente, sowie einen Brunnen. Umgeben ist die Häusergruppe von Feldern, Wiesen und Rebbergen. Im18. Jahrhundert wird der Sparrenberg, wie andere Landgüter auch, zum eigentlichen Musterbetrieb, wo man Edelobst und exotische Gewächse züchtet. Durch Erbfolge wird 1744 Anna Hottinger, Urenkelin des Orientalisten Eigentümerin des Sparrenbergs. Sie heiratet Hans Heinrich Landolt, der von 1778 bis 1780 – dem Jahr seines Todes – als Zürcher Bürgermeister amtet. Die beiden zeichnen für den Umbau des Landhauses verantwortlich. Die Familie Landolt bleibt bis 1970 in Besitz des Landgutes. Einer der Besitzer wird 1862 der Kolumbienforscher und Insektensammler Eduard Heinrich Landolt-Nüscheler, der den Sparrenberg ganzjährig bewohnt und den Rebberg sowie den Ziergarten pflegt. Letzterer wird unter ihm durch südliche Gewächse wie Zypressen oder Maulbeerbäume ergänzt. 1970 kauft schliesslich die Gemeinde Unterengstringen den Sparrenberg. Denn zu diesem Zeitpunkt wäre es möglich, wenn auch mit grossen Einschränkungen, das Areal zu überbauen. Durch den Kauf durch die Gemeinde wird dies verhindert. 1985 wird der Sparrenberg wieder veräussert. Käuferin ist Christina Gräfin von Podewils. 2011 stirbt sie, das Landgut geht an ihre Kinder über. (zim)

Die Weid ist bekannt als Sitz des Unterengstringer Ortsmuseums. Dieses ist seit 1980 dort beheimatet. Wann genau das Gebäude erstellt wird, ist nicht bekannt. Aufgrund von Dokumenten ist anzunehmen, dass ein Hausbau zwischen 1711 und 1732 erfolgt. Wahrscheinlich um 1780 wird das Gebäude umgebaut und erweitert. Das Land gehört seit Mitte des 17. Jahrhunderts der Familie Schneeberger. Erster Besitzer ist wohl Landvogt Hans Ludwig Schneeberger. Dessen Nachkommen heiraten Mitglieder der Familie Meyer von Knonau, den Gerichtsherren von Weiningen. Enge Bande besteht auch zur Familie Hottinger, den Besitzern des Sparrenbergs. So ertrinkt der Rittmeister Hans Georg Schneeberger 1667 zusammen mit dem Orientalisten Johann Heinrich Hottinger in der Limmat, als sie sich von Zürich aus auf dem Weg nach Unterengstringen befinden. Die geht infolge des Todes des Rittmeisters an dessen Sohn über, der ebenfalls Hans Georg heisst. Er ist mit Barbara von Ulm verheiratet, stirbt aber bereits 1694 im Alter von 34 Jahren an Schwindsucht. Seine Witwe heiratet erneut – den Chorherren am Grossmünster Johannes Werdmüller. Barbara Werdmüller von Ulm, wie sie nun heisst, ist wohl die Bauherrin des Hauses in der Weid. Ihre Tochter aus erster Ehe, Cleophera Schneeberger, wird Erbin der Weid. Sie heiratet Philipp Heinrich Werdmüller, der durch seine Mutter ein Stiefverwandter der Besitzer des Sparrenbergs ist. Ihr Sohn, Philipp Heinrich Werdmüller, verliert die Weid 1772 durch Konkurs. Neuer Besitzer wird Johan Ludwig Locher, der den Landsitz bereits sieben Jahre später wieder verkauft. Der Kaufmann Hans Caspar Werdmüller auf dem Wolfbach ist neuer Eigentümer. Auch er ist mit der Familie Hottinger verwandt. Unter ihm wird das Haus umgebaut und erweitert. Seine Tochter verkauft die Weid 1825 an Jakob Fierz von Oberstrass. Dieser wiederum veräussert den Landsitz 1837 an Heinrich und Johannes Hug von Weiningen. Durch Tausch geht die Weid 1843 schliesslich an den Unterengstringer Gemeindepräsidenten Johannes Hintermann. 1958 erwirbt die Gemeinde dann das Gebäude von der Erbengemeinschaft Hintermann. (zim)

Die Weid ist heute in Besitz der Gemeinde Unterengstringen.

Die Weid ist bekannt als Sitz des Unterengstringer Ortsmuseums. Dieses ist seit 1980 dort beheimatet. Wann genau das Gebäude erstellt wird, ist nicht bekannt. Aufgrund von Dokumenten ist anzunehmen, dass ein Hausbau zwischen 1711 und 1732 erfolgt. Wahrscheinlich um 1780 wird das Gebäude umgebaut und erweitert. Das Land gehört seit Mitte des 17. Jahrhunderts der Familie Schneeberger. Erster Besitzer ist wohl Landvogt Hans Ludwig Schneeberger. Dessen Nachkommen heiraten Mitglieder der Familie Meyer von Knonau, den Gerichtsherren von Weiningen. Enge Bande besteht auch zur Familie Hottinger, den Besitzern des Sparrenbergs. So ertrinkt der Rittmeister Hans Georg Schneeberger 1667 zusammen mit dem Orientalisten Johann Heinrich Hottinger in der Limmat, als sie sich von Zürich aus auf dem Weg nach Unterengstringen befinden. Die geht infolge des Todes des Rittmeisters an dessen Sohn über, der ebenfalls Hans Georg heisst. Er ist mit Barbara von Ulm verheiratet, stirbt aber bereits 1694 im Alter von 34 Jahren an Schwindsucht. Seine Witwe heiratet erneut – den Chorherren am Grossmünster Johannes Werdmüller. Barbara Werdmüller von Ulm, wie sie nun heisst, ist wohl die Bauherrin des Hauses in der Weid. Ihre Tochter aus erster Ehe, Cleophera Schneeberger, wird Erbin der Weid. Sie heiratet Philipp Heinrich Werdmüller, der durch seine Mutter ein Stiefverwandter der Besitzer des Sparrenbergs ist. Ihr Sohn, Philipp Heinrich Werdmüller, verliert die Weid 1772 durch Konkurs. Neuer Besitzer wird Johan Ludwig Locher, der den Landsitz bereits sieben Jahre später wieder verkauft. Der Kaufmann Hans Caspar Werdmüller auf dem Wolfbach ist neuer Eigentümer. Auch er ist mit der Familie Hottinger verwandt. Unter ihm wird das Haus umgebaut und erweitert. Seine Tochter verkauft die Weid 1825 an Jakob Fierz von Oberstrass. Dieser wiederum veräussert den Landsitz 1837 an Heinrich und Johannes Hug von Weiningen. Durch Tausch geht die Weid 1843 schliesslich an den Unterengstringer Gemeindepräsidenten Johannes Hintermann. 1958 erwirbt die Gemeinde dann das Gebäude von der Erbengemeinschaft Hintermann. (zim)

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