Mitte März 1970 war das Limmattal während einer Woche in Festlaune. Nach 12 Jahren Planungs- und Bauzeit wurde endlich das eigene Spital eingeweiht. Die Zeiten, in denen die Limmattaler noch kein eigenes Spital hatten, waren beschwerlich: Patienten aus der Region mussten an die Zürcher Institutionen überwiesen werden, was gefährlich werden konnte.

So berichtete der «Limmattaler» im April 1966, dass eine schwangere Frau im Vorfeld der Niederkunft beinahe verblutet sei aufgrund von «bürokratischer Verhaltensweise». Von fünf Ärzten fand damals keiner Zeit für die werdende Mutter. Da sich solche Ereignisse häuften, wurde im Januar 1958 eine öffentliche Körperschaft für das Spital Limmattal gegründet. Deren Initiant war der Schlieremer Gesundheitsvorstand und Kantonsrat Ernst Kessler (SP).

Bereits in der zweiten Sitzung einigten sich die Delegierten auf den Namen «Spitalverband Limmattal». Wie es im Dietiker Neujahrsblatt aus dem Jahr 2001 nachzulesen ist, traf sich die Spitalkommission monatlich und suchte einen Standort für den Bau. Auch erarbeitete das Gremium einen finanziellen Verteilschlüssel. Gemeinsam mit Planungsexperten des Kantons entschied man sich für den Standort «Looren», für den unter anderem die Nähe zum Bahnhof Urdorf sprach.

Während anderthalb Jahren wurden die Statuten ausgearbeitet sowie die Zustimmung der Gemeindeorgane und diejenige des Regierungsrats eingeholt. Bis Ende des Jahres 1960 war der Grossteil des Gebiets «Looren» in Besitz des Spitalverbands – gesamthaft 30'086 Quadratmeter. Landbesitzer waren meist Bauern, die Preise zwischen 28 und 41.50 Franken für einen Quadratmeter verlangten.

Ende 1960 entschied die Spitalkommission, einen Bau mit 334 Betten zu realisieren. Ein 16-geschossiges Hochhaus mit Behandlungsräumen in den Sockelgeschossen, fünf Personalhäuser, ein Angestelltenhaus und vier Schwesternhäuser. Kostenpunkt: 52,7 Millionen Franken.

Dieses Projekt bestand den Test der Volksabstimmung. Erst sprachen sich im Mai 1963 alle Verbandsgemeinden für das Spital Limmattal aus, ein Jahr später der ganze Kanton, der die Hälfte der Baukosten übernahm. Der «Löffelaushub» (Spatenstich) fand im Oktober 1965 statt.

37 Millionen für Krankenheim

Ende 1970, dem Eröffnungsjahr, standen bereits 468 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dienst des Spitals Limmattal. Doch bald wurde der Ruf nach einem Krankenheim lauter, sodass im Jahr 1983 Kanton und Gemeinden 37 Millionen Franken für ein solches Projekt sprachen. Diese Erweiterung konnte 1987 eingeweiht werden.