Oberengstringen
Alpiner Jazz: Wenn das Schwyzerörgeli global wird

Albin Brun wohnt zwar im beschaulichen Luzern, ist als Schwyzerörgeli-Spieler, Saxofonist und Komponist aber schon in der ganzen Welt aufgetreten. Im Jazzclub Allmend begeisterte er mit einem verspielten Mix aus Jazz und Volksmusik.

Ly Vuong
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Das Trio um Albin Brun (zweiter von links) erhielt im Jazzclub Allmend Verstärkung von Sängerin Isa Wiss.

Das Trio um Albin Brun (zweiter von links) erhielt im Jazzclub Allmend Verstärkung von Sängerin Isa Wiss.

Ly Vuong

Die musikalischen Eindrücke aus Italien, Georgien, Namibia oder Südkorea inspirieren Brun zu seinen Kompositionen, die eine Kombination aus Jazz und Volksmusik sind.

Ein faszinierender Konzertabend ist bei dieser Ausgangslage programmiert. Gleich zu Beginn nimmt das Albin Brun Trio, bestehend aus Albin Brun, Akkordeonspielerin Patricia Draeger und Bassist Claudio Strebel, das Publikum mit dem Stück «Namsan» mit nach Südkorea. Ergänzt wird es von Sängerin Isa Wiss: «Dodo-dodei» singt sie zu den Harmonien von Schwyzerörgeli, Akkordeon und Bass und setzt dabei ihre Stimme wie ein eigenes Instrument ein. So entsteht der Eindruck, als ob das traditionelle Schwyzerörgeli sich in ein buddhistisches Kloster eingeschlichen hat.

Nach der Stille tosender Applaus

Leichtfüssiger geht es mit dem Stück «Telavi» weiter nach Georgien. Der Takt der Musik ist nun auch den Körpern der Musiker abzulesen: Tanzend, klopfend und wippend bestreiten sie die Improvisationen. Nach dem letzten Ton ist das Publikum so verzaubert, dass ein Moment der Stille einsetzt, bevor die Musiker begeistert beklatscht werden.

Dafür wird es mit mediterraner Romantik in der Ballade «Canto di Levanto» belohnt. Sogar das Rauschen des Meeres, imitiert von Sängerin Wiss, glaubt man dabei zu hören. Für alpine Sehnsucht sorgen dann «Längi Zyt» und der «Friedberg Jodel». Dafür tauscht Brun sein Schwyzerörgeli gegen ein Saxofon ein, dem er an ein Alphorn erinnernde Klänge entlockt.

Im gefühlvollen Stück «Ararat» spielt Albin Brun sogar mit einem Duduk, einer armenischen Oboe aus Aprikosenholz. Nach den verträumten Melodien wird es mit dem südafrikanischen Stück «Rehoboth» zum Abschluss aber nochmals virtuos. Sängerin Wiss geht dabei bis an die Grenzen ihrer beeindruckenden Stimme.

Am Ende des Konzerts sind die vielen Zuschauer hin und weg. Ihr Applaus ist nicht zu stoppen. «Sehr gut, vielseitig, musikalisch genial», beurteilt der Schlieremer Werner Spring nach dem Konzert die Leistung des Trios. «Grossartig», findet auch Martin von Aesch, Präsident des Jazzclubs Allmend. Aber auch die Musiker sind zufrieden. Sängerin Isa Wiss bereitete besonders das «sehr aufmerksame Publikum und die guten Akustik» Freude.

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