Die Sirene heult auf, klingt ab und setzt erneut ein. Der regelmässige auf- und absteigende Ton ertönt eine ganze Minute lang. Jedes Jahr am ersten Mittwoch des Monats Februar findet in der Schweiz der Sirenentest statt. Pünktlich um 13.30 Uhr wird der Allgemeine Alarm ausgelöst. Auch im Limmattal stehen heute die Zivilschutzorganisationen im Einsatz. Das Kommandoteam Dietikon besteht aus 12 Zivilschützern und 10 Feuerwehrmännern. Sie alle bekommen eine Nachricht auf ihr Mobiltelefon mit der Meldung, die die Kantonspolizei Zürich auslöst. Der zweite Alarm wird um viertel vor zwei von der Einsatzgruppe vor Ort bei den einzelnen Sirenenstandorten erneut ausgelöst.

Es komme immer wieder einmal vor, dass eine Sirene nicht funktioniere, sagt Heinrich Lips, Materialwart der Feuerwehr Dietikon. Vor zwei Jahren sei ein Alarm ausgefallen. «Das rührt daher, dass noch nicht alle Sirenen elektronisch betrieben werden», sagt er. Die alten Installationen seien störungsanfälliger. In einem solchen Fall werde nach zwei Tagen nochmals überprüft, ob die Anlage intakt ist oder repariert werden muss. Davon bekomme die Bevölkerung aber nichts mit, da ein stiller Alarm ausgelöst werde, so Lips. In Dietikon wurde gerade letzte Woche die alte Fliegeralarmsirene demontiert und durch eine neue vollelektronische Alarmsirene ersetzt. Heute wird die Funktionsbereitschaft erstmals getestet. Die Alarmsirene im Kirchturm wurde ebenfalls demontiert und entsorgt. Die neue Installation auf dem Dach des Zentralschulhauses übernimmt nun deren Funktion.

Kein Wasseralarm im Limmattal

Der Zivilschutz Dietikon ist für insgesamt neun Standorte im Limmattal zuständig. Davon befinden sich fünf in Dietikon. Die restlichen verteilen sich auf die Gemeinden Bergdietikon, Oetwil und Geroldswil. Die Bevölkerung sei jeweils gut informiert über den Sirenentest. Bisher sei es deshalb noch nie vorgekommen, dass panische Anrufe eingegangen sind.

In gefährdeten Gebieten erfolgt nach dem Allgemeinen Alarm ein zweiter Wasseralarm. Dieser besteht aus zwölf tiefen Dauertönen von je 20 Sekunden in Abständen von je 10 Sekunden. Im Limmattal müsse dieser aber nicht getestet werden, da die Region ausserhalb der Gefahrenzone liege, so Lips. Betroffen seien Gemeinden rund um die Staumauer des Sihlsees.

Über den Kernzweck hinaus – die Sicherstellung der Funktionsbereitschaft der Alarmierungssysteme – wird der Sirenentest auch dazu genutzt, um die Organisation der Alarmierung zu überprüfen. Für die im Einsatz stehenden Zivilschützer und Feuerwehrmänner in Dietikon sei der jährliche Alarm eine gute Übung, um im Ernstfall vorbereitet zu sein, so Lips.

Falls es tatsächlich einmal so weit kommt, dass ein wirklicher Alarm ausgelöst wird, ist die Bevölkerung aufgefordert Radio zu hören und die Anweisungen der Behörden zu befolgen. Wichtig ist auch die Nachbarn zu informieren. Der Allgemeine Alarm bedeutet, dass eine Gefährdung der Bevölkerung durch Natur, Technik oder Gesellschaft möglich ist. Der Wasseralarm hingegen, dass man das gefährdete Gebiet sofort verlassen soll.