Urdorf
«Alles soll optisch aus dem gleichen Guss kommen»

Die Behindertenstiftung Solvita hat an ihren Strukturen viel verändert: am Auftritt, am Umgang mit Kunden und mit einigen Investitionen. Zum Beispiel optimierte man den Internetauftritt nach einer Bedarfsanalyse der Kunden.

Flavio Fuoli
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Die Stiftung Solvita steht gut da. fuo

Die Stiftung Solvita steht gut da. fuo

Wenn Martin Ritter, Geschäftsführer der Stiftung Solvita, aufs vergangene Geschäftsjahr 2012 zurückblickt, kommt ihm als Erstes in den Sinn: «Wir haben in den Strukturen viel gemacht.» Zum Beispiel optimierte man den Internetauftritt nach einer Bedarfsanalyse der Kunden. «Er wurde den Kundenwünschen angepasst und kommt frischer daher», so Ritter. Aus dem Homepage-Auftritt heraus habe man die Corporate Identity neu überarbeitet, inklusive der Imagebroschüre. So bekam jedes Produkt, das in der Werkstatt der Stiftung hergestellt und verkauft wird, einen eigenen Flyer. «Das heisst für uns, alles soll optisch aus dem gleichen Guss herauskommen.»

Zudem wurde das Qualitätsmanagementsystem überarbeitet, das heisst, es wurde alles an unnötigen Formularen entrümpelt. «Das war eine riesige Arbeit, damit waren wir ein Jahr lang beschäftigt», blickt der Geschäftsführer zurück.

Geld und Aussenwohngruppe

Happig fielen die Investitionen in verschiedenen Bereichen aus. Insgesamt wurden 2012 700'000 Franken investiert: 213'700 Franken für Liftsanierungen im Wohnheim Urdorf und der Heilpädagogischen Schule in Dietikon, 56'000 für ein neues Fahrzeug fürs Wohnheim Urdorf, 105'000 für ein neues Bearbeitungscenter im Service-Zentrum, der Werkstatt der Stiftung, 153 000 für neue LED-Beleuchtung, 95'000 für den Ersatz der Telefonanlage und eine neue Heizungs- und Lüftungssteuerung für 64'000 Franken, alle im Schwerstbehindertenheim Götschihof in Aeugst am Albis.

Hervorzuheben ist die Eröffnung der fünften Aussenwohngruppe in Affoltern am Albis. Diese kam im selben Block zu liegen, in dem die Stiftung bereits vier Wohngruppen betreut hatte. «Das ist betreuungstechnisch optimal. 14 Leute leben dort, die meisten gehen in Urdorf oder im Götschihof arbeiten», erklärt Martin Ritter.

Positiv verliefen die alle Jahre bei einem Drittel der Betreuten durchgeführte Um: «95 Prozent finden es gut bis sehr gut, was ihnen die Stiftung anbietet», stellt der Geschäftsführer zufrieden fest.

Von Plus und Minus

Heute werden die Subventionen zusehends über Leistungsvereinbarungen abgerechnet. Die HPS hat vom Kanton, der die Leistung der Schule kaufte, einen Überschuss von 300 000 Franken erwirtschaftet. Dieses Geld wird «in die Schatulle gelegt», wie Dominique Erne, Leiter Finanzen/Rechnungswesen, gegenüber der LiZ sagte.

Bei den beruflichen Massnahmen, beim Arbeitstraining und den Abklärungen gibt es neu eine Leistungsvereinbarung mit der Sozialversicherungsanstalt. Auch hier bekommt die Stiftung für bestimmte Massnahmen einen abgemachten Preis. Daraus resultierte letztes Jahr eine ausgeglichene Rechnung.

Ein Minus eingefahren hat die Stiftung laut Erni bei der Finanzierung von wohnen und arbeiten. Hier wird mittels Fragebogen eruiert, welchen Betreuungsbedarf ein Patient aufweist. Je nach Punktetotal bekommt die Stiftung vom Kanton Geld pro Patient.

Im Götschihof fuhr die Stiftung letztes Jahr ein Defizit von 300'000 Franken ein. Grund waren laut Dominique Erni zwei Todesfälle und ein Austritt von Insassen mit sehr hohem Betreuungsbedarf. Bis die Plätze wieder besetzt waren, verging einige Zeit, in der man vom Kanton kein Geld erhielt. «Man kann das Personal nicht so kurzfristig reduzieren», bemerkt Erni dazu. Das Defizit wurde aus der eigenen Kasse bezahlt.

Wie ein Unternehmen führen

Martin Ritter denkt, die Stiftung Solvita soll vermehrt noch wie ein Unternehmen geführt werden, denn die Risiken werden mit den oben erwähnten Verrechnungen bei den Institutionen angesiedelt. Er findet dies jedoch gut, weil bei den Subventionen kantonal einnivelliert werde.

Die Stiftung steht heute gut da. Man verfüge über ein hohes Stiftungskapital, das Auftragsvolumen und die Auslastung der Werkstatt seien sehr gut.

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