Oberstufe Weiningen
Alle Schüler und Lehrer sollen ihre eigenen IT-Geräte erhalten

Die Oberstufenschulgemeinde Weiningen will alle Schüler mit Tablets oder Laptops ausrüsten und ihren Steuerfuss um zwei Prozent erhöhen. Das letzte Wort über den 300'000-Franken-Kredit haben die Stimmberechtigten an der Kreisgemeindeversammlung. Am gleichen Abend führen auch die reformierte Kirche Weiningen und der Friedhofverband ihre Versammlungen durch.

Florian Schmitz
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Zum Start des nächsten Schuljahrs sollen zunächst die Schüler der ersten Klasse ein eigenes Gerät erhalten.

Zum Start des nächsten Schuljahrs sollen zunächst die Schüler der ersten Klasse ein eigenes Gerät erhalten.

Patrick Huerlimann

Die Oberstufenschulgemeinde Weiningen will ihren Steuerfuss von 18 auf 20 Prozent erhöhen, «um die hohen zusätzlichen Kosten decken zu können». Dies schreibt die Oberstufenschulpflege in ihrer Weisung für die Kreisgemeindeversammlung vom 25. November. Dann werden die davon betroffenen Stimmberechtigten aus Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil unter anderem über das Budget und den Steuerfuss für kommendes Jahr abstimmen. Im Gemeindesaal des Schulhauses Büel in Unterengstringen werden am gleichen Abend neben der Oberstufe auch die reformierte Kirchgemeinde und der Friedhofverband ihre Versammlungen abhalten (siehe Texte unten).

Nachdem der Steuerfuss der Oberstufe zwischen 2011 und 2013 in zwei Schritten von 19 auf 15 Prozent gesenkt wurde, erfolgte ab 2017 eine sukzessive Erhöhung auf 18 Prozent. Trotz einer halben Million Franken mehr budgetierter Steuereinnahmen schliess der Voranschlag 2021 mit einem Minus von knapp 258000 Franken. Die Schulpflege rechnet mit einem Aufwand von 11,44 Millionen und einem Ertrag von 11,19 Millionen Franken.

Der höhere Aufwand gegenüber dem Vorjahr ist laut der Weisung auf steigende Schülerzahlen zurückzuführen. So erhöht sich der Gemeindeanteil an die Löhne der Lehrpersonen um 252000 Franken, aber auch die Lohnsumme für das Verwaltungs- und Betriebspersonal sowie die allgemeinen Kosten unter anderem für Lehrmittel, Schulmaterial, Lebensmittel und Exkursionen steigen an. Zudem rechnet die Oberstufenschulpflege damit, dass sich der Betrag für Schülerinnen und Schüler, die eine Sonderschulung benötigen, von 900000 auf 1,49 Millionen Franken erhöhen wird.

300000 Franken für neue Hardware

Investieren will die Oberstufe nächstes Jahr 2,4 Millionen Franken. Zwei Millionen davon sind für den geplanten Erweiterungsbau vorgesehen, der bis 2023 entstehen soll. 100000 Franken betreffen einen Kredit, um die Multimedia-Ausrüstung im Mehrzwecksaal zu modernisieren. Dieser wird den Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung zur Genehmigung vorgelegt.

Genauso wie ein Kredit von 300000 Franken, um alle Schülerinnen und Schüler mit eigenen IT-Geräten auszurüsten und das Medien- und ICT-Konzept umsetzen zu können. Zurzeit stehen an der Oberstufe in Weiningen Pool-Tablets und zwei Informatikzimmer zur Verfügung. Gemäss Lehrplan 21 werden IT-Geräte künftig in mehr Fächern und häufiger eingesetzt. Und nicht zuletzt hat der Fernunterricht während des Lockdowns vielen Schulen die Wichtigkeit einer guten IT-Ausstattung vor Augen geführt. Alle Oberstufenschülerinnen und -schüler sollen über drei Jahre verteilt mit Geräten ausgerüstet werden.

Der vorliegende Kredit umfasst dabei die Umsetzung der ersten Phase, in der zum Start des kommenden Schuljahrs alle Lehrpersonen und Schüler der ersten Klassen eigene Geräte erhalten und die nötige Infrastruktur aufgebaut wird. Der Hardwareentscheid zwischen Tablets und ­sogenannten convertible Notebooks, die als Laptop oder Tablet benutzt werden können, steht noch aus. Genauso wie die Frage, welche Programme neben dem bereits bezogenen Microsoft 365 benötigt werden.

Schulanlage wurde an Fernwärme angeschlossen

Ebenfalls auf der Agenda der Schulgemeindeversammlung steht die Rechnung 2019, die mit einem Ertragsüberschuss von 1,03 Millionen Franken schliesst. Einem Aufwand von 10,12 Millionen Franken steht ein Ertrag von 11,15 Millionen Franken gegenüber. Zudem befinden die Stimmberechtigten über die Abrechnung für den Anschluss der Oberstufenschulanlage Weiningen an das Limeco-Fernwärmenetz. Die Kosten von 70005 Franken haben den genehmigten Kredit um 5 Franken überschritten.

Kirchenzentrum soll für 250000 Franken saniert werden

Die reformierte Kirchgemeinde Weiningen will ihr Kirchenzentrum in Geroldswil sanieren und die nur noch bis Ende 2021 genutzten Bibliotheksräume für neue Mieter umbauen. Für die Ausführung der Arbeiten wird den Stimmberechtigten aus Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil ein Projektierungskredit von 250000 Franken zur Genehmigung unterbreitet, wie in der Weisung zu lesen ist. An der Versammlung vor einem Jahr bewilligte das Stimmvolk 190000 Franken, um das nun vorliegende Projekt für das seit der Erstellung in den 70er-Jahren praktisch unverändert gebliebene Kirchenzentrum ausarbeiten zu lassen. Die davon übrig ­gebliebenen 50000 Franken sollen ebenfalls in das Bauprojekt fliessen, damit genügend Reserven für eventuelle unvorhergesehene Abklärungen zur Verfügung ­stehen.

Auch das Budget 2021 mit einem unveränderten Steuerfuss von 11 Prozent steht auf der Traktandenliste. Der Voranschlag rechnet mit einem Minus von 16000 Franken bei Aufwendungen von 2,28 Millionen und Erträgen von 2,26 Millionen Franken. Wegen der Auswirkungen der Coronapandemie seien die Steuereinnahmen gegenüber dem Vorjahr um rund 280000 Franken tiefer budgetiert worden, schreibt die Kirchenpflege in der Weisung. Um dies zu kompensieren, sei bei der Ausarbeitung des Budgets versucht worden, bei jedem Ausgabeposten rund 10 Prozent einzusparen. Zudem verzichte die Kirchenpflege für 2021 auf einen Teuerungsausgleich bei den Mitarbeiterlöhnen.

Auf der Investitionsseite sind 70000 Franken für diverse Unterhaltsarbeiten am Pfarrhaus in Geroldswil und der dazugehörigen Aussenanlage vorgesehen.

Nicht zuletzt befinden die Stimmberechtigten auch über die Totalrevision der Kirch­gemeindeordnung und die Jahresrechnung 2019. Diese verzeichnet ein Plus von 176000 Franken bei Ausgaben von 2,12 Millionen und Einnahmen von 2,30 Millionen Franken. Budgetiert war ein Minus von gut 5000 Franken. (flo)

Friedhofverband: Steigende Todesfälle führen zu höherem Aufwand

Zu Beginn der Kreisgemeindeversammlung legt der Friedhofverband Weiningen, dem auch Unterengstringen, Geroldswil und Oetwil angehören, den Stimmberechtigten die Jahresrechnung 2019 und das Budget fürs kommende Jahr vor. Die Rechnung schliesst laut Weisung mit einem Aufwand von knapp 467 000 Franken und einem Ertrag von knapp 71 000. Daraus resultiert ein Aufwandüberschuss von 396 000 – gut 3000 Franken weniger als budgetiert. Diese Kosten werden auf die Verbandsgemeinden aufgeteilt. Für 2021 rechnet der Friedhofverband mit Ausgaben von 487 000 Franken und Einnahmen von 46 000 Franken. Das Minus liegt damit rund 40 000 Franken höher als in den Budgets beider Vorjahre.

Die 130 Todesfälle, die der Friedhofverband 2019 verzeichnete, seien überdurchschnittlich viel. Aber angesichts der generell eher steigenden Tendenz sei eine leichte Anpassung der Budgetzahlen angemessen, wird in der Weisung begründet. Zudem sind 2021 eine Investition von 60 000 Franken in das Dach des Friedhofsgebäudes vorgesehen. Dieses muss umfassend saniert werden, um das ganze Gebäude vor dem Zerfall zu schützen. (flo)