Dietikon

Alle drei Statthalter-Kandidaten sehen sich als unbelastet und integer

Ramon Steffen, Simon Hofmann und Adrian Leimgrübler (von links)stellten sich dem ersten Direktvergleich.

Ramon Steffen, Simon Hofmann und Adrian Leimgrübler (von links)stellten sich dem ersten Direktvergleich.

Die Kandidaten für das Statthalteramt traten auf einer SVP-Parteiversammlung erstmals gemeinsam auf und stellen sich dem Direktvergleich.

Jeder bekam zehn Minuten, fünf, um über sich selbst und seine Motivation zu sprechen, fünf für die Beantwortung von Fragen. Simon Hofmann, Adrian Leimgrübler und Ramon Steffen waren am Montag zur SVP-Parteiversammlung in Dietikon geladen, um sich den Mitgliedern vorzustellen. Erstmals konnte man so im Direktvergleich die drei Kandidaten beurteilen, allerdings war die Veranstaltung nicht öffentlich. Gastgeber Rochus Burtscher, Parteipräsident SVP Dietikon, verhielt sich strikt neutral und rief die Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge auf. Aber spätestens beim zweiten Kandidaten war klar, wem die Sympathien der Mehrheit der anwesenden SVP-Parteimitglieder galten.

«Zeit für einen Neuanfang»

Als erster durfte also Simon Hofmann (FDP) erklären, warum er der geeignetste Bewerber für das Amt ist. «Ich bin ein unbelasteter Kandidat und habe die Unterstützung sämtlicher Parteien.» Die Interparteiliche Konferenz, das Gremium aller Bezirksparteien, ist nach dem Rückzug des früheren Amtsinhabers Adrian Leimgrübler einstimmig zu dem Schluss gekommen, ihn zu unterstützen, für Hofmann eine gute Entscheidungsgrundlage für die Wähler.

Als Jurist im Generalsekretariat VBS und stellvertretender Leiter Plangenehmigungsverfahren bringe er die entsprechende fachliche Eignung und Führungserfahrung mit. Er ging auch kurz auf die Fragen ein, die bezüglich der Stellvertreteraufgaben, die sein Vater Ueli, Statthalter von Meilen, im Dietiker Statthalteramt versieht, aufgekommen sind (die Limmattaler Zeitung berichtete in der gestrigen Ausgabe).

Es werde vermittelt, dass sein Vater «irgendetwas eingefädelt» hat, aber das stimme einfach nicht. «Mein Vater redet der FDP Dietikon nicht rein, er redet dem Bezirk nicht rein und schon gar nicht dem Wähler», so Hofmann. Er werte seinen Vater als einen «Vorsprung», den dieser ihm als Berater geben könne. Und er schloss mit: «Ich bin überzeugt, dass es Zeit ist für einen Neuanfang im Amt.» Seine Jugend – Hofmann ist mit 36 Jahren der jüngste von den Dreien – erachte er dafür nicht als Nachteil.

Vom Zuspruch gerührt

«Man muss sich nicht alles gefallen lassen.» So begründete Adrian Leimgrübler, warum er wieder kandidiert. Das Strafverfahren der Justizdirektion gegen ihn sei eingestellt, das habe er schriftlich. Um ihm zu schaden, werde aber alles verzögert. Das sei unerträglich. 14 Jahre sei «der Laden problemlos gelaufen». Nun wolle er das Amt erneut übernehmen, damit wieder Ruhe einkehre, und verwies auf die zahlreichen Unterzeichner in seinem Unterstützungskomitee. «Ich bin unbelastet, und ich bin auch integer», meinte er am Ende seiner Vorstellung.

Daraufhin meldete sich ein SVP-Mitglied zu Wort: «Für mich ist das, was da intern im Amt gegen Adrian Leimgrübler stattgefunden hat, Mobbing.» Die zwei ehemaligen Mitarbeiterinnen, deren Vorwürfe zu Leimgrüblers Entlassung geführt haben, hätten keine Courage, da sie sich nicht zu ihren Anschuldigungen bekennen würden. «Für mich ist das klar: Leimgrübler muss wieder gewählt werden.» Applaus im Plenum und deutliche Rührung im Gesicht von Leimgrübler.

«Verbundenheit zum Bezirk»

«Ich habe die Turbulenzen im Statthalteramt mit Erstaunen zur Kenntnis genommen und mir gesagt: Da braucht es eine unbelastete Alternative», so erklärt Ramon Steffen (parteilos) seine Kandidatur. Er sei ein unbescholtener Jurist, unabhängig und valabel, der auf eine elfjährige Berufs- und Führungserfahrung als Jurist bei kantonalen und eidgenössischen Behörden wie als Offizier zurückblicken kann. Er strich neben seiner parteipolitischen Unabhängigkeit vor allem seine Verbundenheit zum Bezirk heraus. Seit zwölf Jahren wohne er in Dietikon – ein kleiner Stich gegen den Stadtzürcher Konkurrenten Hofmann.

Barbara Angelsberger, FDP-Vizepräsidentin des Bezirks Dietikon, die mit Hofmann und FDP-Präsident Gérald Künzle zu der Veranstaltung gekommen war, wollte wissen, was Steffen derzeit arbeitet. Er nehme seit letztem März eine berufliche Auszeit. Auf eine neue Stelle habe er bewusst verzichtet, um sich voll auf seine Kandidatur konzentrieren zu können. Ein SVP-Mitglied wollte wissen, wo Steffen denn wohne, weil auf seiner Internetseite nur «postlagernd» angegeben sei. «Ich möchte nicht, dass meine private Adresse im Internet steht. Aber ich versichere Ihnen, ich wohne und schlafe hier.»

Am Ende bewies Steffen noch Schlagfertigkeit, als der Dietiker Stadtrat Jean-Pierre Balbiani ihm eine ungewöhnliche Frage stellte: «Mit welchem Instrument will der Blasmusik-Freund Steffen denn dem Bezirk Dietikon den Marsch blasen?» «Mit einem Instrument, das Sie, Herr Balbiani, gut kennen dürften, wie ich auf dem Konzert der Stadtmusik gesehen habe: Mit der Querflöte.» Balbiani ist dort als Flötist aktives Mitglied.

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