Seit eineinhalb Jahren bereiten sich die Sängerinnen und Sängern auf das grosse Ereignis vor. Nun ist es soweit. Am Freitagabend feiert der Ad hoc-Chor Urdorf in der neuen reformierten Kirche seinen 25. Geburtstag. Begleitet wird er dabei von einem vierköpfigen Streichorchester. Insgesamt haben sie zusammen ein Dutzend Songs einstudiert, darunter viele Lieder der Beatles. Und so steht der Abend denn auch unter dem Motto «All you need is love». Zudem steuert der Jazz-Chor JAvoiceZZ weitere Songs zum Auftritt bei. Beide Chöre werden von der jungen Elsässerin Geraldine Marmier dirigiert.

Sie ist nach Susanne Eggimann erst die zweite Dirigentin des Ad hoc-Chors, dessen Anfänge auf 1992 an der Schule Urdorf zurückgehen. Die Idee dazu stammte von Eggimann, die an der Musikschule Urdorf tätig war. Zusammen mit 200 Kindern und 40 Erwachsenen, stellte sie damals ein Gesangsprojekt auf die Beine. Nach der letzten Aufführung wünschten sich viele der Eltern, dass dieser Chor weiterhin bestehen solle. Der Ad hoc- Chor war geboren.

Neun Ordner voller Noten

Heute sind aus jener Zeit nur noch wenige Mitglieder dabei. Dafür stossen immer wieder neue dazu. Momentan besteht der Chor aus sieben Männern und über zwanzig Frauen. Jeden Montagabend versammeln treffen sie sich im Singsaal des Schulhauses Bahnhofstrasse und proben während zweier Stunden Altbekanntes oder studieren Neues ein. Eine Linie beim Musikstil hat der Chor nicht. Toni Blaser, ein Sänger der ersten Stunde und ehemaliger Chor-Präsident, sagt: «Wir singen eigentlich alles. Gospel wie Volkstümliches, einfach Lieder aus aller Welt. Ich habe etwa neun Ordner mit Gesangsnoten zu Hause.»

Viel vor hat die Dirigentin auch für den Jubiläumsauftritt. «Am Anfang haben wir uns gefragt, ob das alles überhaupt zu bewältigen ist. Aber wir haben es geschafft», sagt Blaser. Das liege auch am guten Chorgeist. «Wenn wir Anlässe oder Veranstaltungen haben, helfen alle mit. Bei den meisten Vereinen ist es ja oft der Fall, dass die Organisation von einigen wenigen Personen abhängt. Bei uns packt jeder mit an.» Dieser Zusammenhalt sei sicher auch durch die vielen Chorreisen entstanden, die sie im Laufe der Jahre unternommen haben. «Ein Highlight waren definitiv die Reisen nach Wien und nach Bonn», sagt Blaser. «Aber auch diverse Gesangsfeste waren schöne Ereignisse.» Solche Auftritte würden zusammenschweissen. Und auch der gemeinsame Schaffensprozess auf ein Ziel hin, sei etwas sehr Schönes. «Der Weg ist das Ziel. Das Hinarbeiten dauert viel länger als der Auftritt selber», so Blaser.

Über 100 Auftritte hat der Chor absolviert. Alle zwei Jahre findet ein grösseres Konzert in der reformierten Kirche statt. Daneben tritt der Chor regelmässig an Dorf- wie auch Privatanlässen auf. Neben der Freude am Musizieren steht für Blaser auch der soziale Aspekt im Mittelpunkt. «Es umgeben mich so viele interessante Menschen. Zudem kann ich zwei entspannende Stunden verbringen, in denen ich mich ausschliesslich dem Singen widme.» Das kann er heute Abend ausgiebig tun. «Wir möchten den Zuschauern durch unsern Auftritt eine Freude bereiten.»