Schlieren
Alkoholfreie Drinks und Rauschbrillen im «kube»

Anhand von Playstation-Spielen mit Rauschbrillen, Alkoholfreien Drinks und diversen Filmen soll die Jugendlichen erfahren, welchen Einfluss Alkohol auf ihr Verhalten und ihren Körper hat. Einige finden den Rauschzustand schnell nicht mehr attraktiv.

Sarah Serafini
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Schlieren: Alkoholfreie Drinks und Rauschbrillen
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Getuard mixt alkoholfreie Drinks
Die Sekundarschüler schauen sich einen Präventiv-Film an
Die Rauschbrillen simulieren Trunkenheit am Steuer

Schlieren: Alkoholfreie Drinks und Rauschbrillen

Limmattaler Zeitung

Die Schüler stürzen sich auf die Playstation-Konsole. Sie ist auf den ersten Blick die grösste Attraktion im Raum. Der Sekundarschullehrer Markus Jetzer des Schulhauses Kalktarren ist mit seiner Klasse zu Besuch im Jugendraum «kube» in Schlieren. Dort findet noch bis morgen eine Ausstellung zum Thema Alkohol statt. Die zwei Schüler Getuard und Premton sitzen inzwischen schon auf den Schemeln, die Gamecontroller in der Hand.

Das Lachen vergeht ihnen aber schnell, als Jugendarbeiterin Bela Flütsch erklärt, dass sie zum Autorennfahren Rauschbrillen tragen müssen. Diese simulieren, wie sich Alkohol auf die Fahrtüchtigkeit auswirkt. Schon nach einer Minute wird das den beiden Sekundarschülern zu blöd. Sie geben auf und ziehen sich die Brillen vom Kopf: «Da sieht man ja gar nichts mehr», beklagt sich Getuard. Noch ein wenig benommen stolpert er zum nächsten Posten: Alkoholfreie Drinks mixen.

Morena und Shalon stehen bereits hinter der Bar. Vor ihnen liegt das Rezept für den Funky Kir Royal - ein Drink ohne Alkohol. Dieser scheint den beiden Mädchen aber ein wenig zu süss geraten zu sein. Shalon verzieht das Gesicht, als sie davon einen Schluck nimmt.

Die Ausstellung im «kube» findet im Rahmen der «Dialogwoche Alkohol» statt, einer schweizweiten Aktion, bei der Schüler auf das Thema Alkohol sensibilisiert werden sollen. Im «kube» erfahren die Jugendlichen, welchen Einfluss Alkohol auf ihr Verhalten und ihren Körper hat.

Umgang mit grossem Angebot

«Ich glaube nicht, dass der Alkoholkonsum in meiner Klasse schon ein grosses Thema ist», sagt Sekundarlehrer Jetzer. Doch er findet es wichtig, dass seine Schüler genug früh damit beginnen, angesichts des grossen Angebots ein Mass für den Alkoholkonsum zu bekommen.

Was bei übermässigem Alkoholkonsum passieren kann, sehen die Schüler auch in einem Video, in dem eine Frau erzählt, wie sie von einem betrunkenen Autofahrer angefahren und schwer verletzt wurde. Der Frau fehlt nach dem Unfall fast das ganze Gesicht. Die Sekschüler sind schockiert.

Jugendarbeiterin Bela Flütsch sagt, dass solche Schockbilder durchaus ihre Wirkung haben. «Wir müssen mit solchen Bildern arbeiten, weil diese stärker im Kopf hängen bleiben.» Infomaterial würden Schüler oft einfach wieder wegwerfen.