Gestern eröffnete die Migros-Tochter Denner eine Filiale im Dietiker Stadtzentrum. Gegenüber dem Löwenzentrum bietet der Discounter auf 460 Quadratmetern Verkaufsfläche 1900 Artikel an, wie Denner-Mediensprecherin Paloma Martino auf Anfrage mitteilte. Davon sind 75 Prozent Markenprodukte und 25 Prozent Eigenmarken. Der Zuzug von Denner freut die Vereinigung Zentrum Dietikon: «Der Denner macht das Zentrum attraktiver», zeigt sich Sprecherin Sabine Billeter überzeugt.

Pluspunkt: Alkohol und Tabak

Nach Ansicht der Vereinigung Zentrum Dietikon optimiere der Discounter das Konsumangebot im Zentrum, so Billeter. Namentlich Alkohol und Tabakwaren waren bislang nur an anderen Standorten erhältlich, beispielsweise am Bahnhof. Für die Attraktivität des Zentrums sei es wichtig, dass die Leute alle Einkäufe an Ort und Stelle tätigen können, sagt Billeter. Bisher hätten Alkohol- und Tabakkonsumenten auch ihre sonstigen Einkäufe oft gleich im Spar oder im Coop getätigt, so die Einschätzung Billeters; «Man kauft nicht an fünf verschiedenen Orten ein».

Seit 2009 ist Denner vollständig in Besitz des Migros-Genossenschafts-Bunds. Seither hätten sich gemeinsame Standorte von Grossverteilern und Discountern mehrfach bewährt, sagt Denner-Sprecherin Martino. Die Synergien sind bekannt: Über Denner erhält die Migros Zugang zum lukrativen Geschäft mit Alkohol und Zigaretten. Die Statuten des Migros Genossenschafts-Bundes erlauben das. Zwar verlangt Artikel 3 die «Förderung der Volksgesundheit». Auf den Verkauf von Alkohol und Tabakwaren müssen aber nur Verkaufsstellen mit dem orangen M verzichten.

Denner weiter auf Expansionskurs

Spätestens in vier Jahren will Denner schweizweit 850 Filialen betreiben, so das langfristige Ziel. Bis Ende Jahr würden es laut Mediensprecherin Martino bereits über 780 sein. Allein in diesem Jahr seien bis Ende Oktober 17 Filialen eröffnet worden. Weitere 10 kämen nun rechtzeitig auf die Festtage noch hinzu. Für 2013 sind 20 bis 30 Eröffnungen geplant.

Dass Dietikon Ziel von Denners Expansionsstrategie geworden ist, erfüllte eine lange gehegte Hoffnung der Vereinigung Zentrum. «Als bekannt wurde, dass Melectronics und Sport X die Räume verlassen würden, begannen wir potenzielle Nachfolger abzuwägen», sagt Sabine Billeter. In einem Brief an Jörg Blunschi, Leiter der Migros-Genossenschaft Zürich, habe die Zentrumsvereinigung damals für den Standort geworben. Denner teilt indes mit, keine Kenntnis dieses Schreibens zu haben.

Vom Zuzug des Discounters erhofft sich Billeter, eine wieder verbesserte Frequentierung des Zentrums. Weil dort über Jahre hinweg gebaut worden sei, hätten die Passanten begonnen, das Zentrum zu umgehen. Billeter weiter: «Diese Leute zurückzubekommen ist schwierig». Dem neuen Denner traue sie zu, die Anziehungskraft des Zentrums wieder stärken zu können.