Dietikon

Aleksandar Aleksandrovic ist mit dem Akkordeon gross geworden

Aleksandar Aleksandrovic in Aktion mit seinem Akkordeon.

Aleksandar Aleksandrovic in Aktion mit seinem Akkordeon.

Der Musiker Aleksandar Aleksandrovic tritt erstmals an seinem neuen Wohnort auf.

Die Musik hat ihn schon früh gefunden. Im Alter von fünf Jahren sei er eines Tages mit seinem Vater im Auto unterwegs gewesen und habe ein weggeworfenes Akkordeon auf der Strasse gesehen, erzählt der in Serbien geborene Aleksandar Aleksandrovic. «Ich habe meinem Vater von da an keine Ruhe gelassen. Ich wollte unbedingt, dass er mir ein Akkordeon kauft», erinnert er sich. Trotz intensivem Fragen und Betteln, habe sein Vater sich geweigert, ihm den Wunsch zu erfüllen. «Ich hatte die Hoffnung bereits verloren», sagt er. Ein Jahr später überraschte ihn sein Vater plötzlich mit einer Privatunterrichtsstunde bei einer professionellen Akkordeonistin. Seitdem ist das Instrument ein fester Bestandteil seines Lebens.

Stunden über Stunden übte der junge Nachwuchsmusiker. Sein Fleiss zahlte sich aus. Seine Lehrer hatten sein Talent schnell erkannt und wollten ihn fördern. Er schloss erfolgreich sein Studium an Musikschulen in Kraguljevac und Novi Sad in Serbien ab mit Schwerpunkt Akkordeon. Später zog er nach Deutschland, wo er seinen Masterabschluss in Freiburg im Juli 2015 absolvierte. Neben Akkordeon habe er auch Klavierunterricht genommen und zählt das Singen zu seinem Hobby.

Aleksandrovic beteiligte sich zudem an zahlreichen Musikwettbewerben, sowohl als Solist wie auch mit Bands. Von Schottland über die Schweiz bis zu Spanien ist er schon quer durch Europa aufgetreten, stand aber auch schon in China auf der Bühne.

Mit Kindern zusammen arbeiten

Drei Jahre lebte er in Deutschland, im Februar ist er in die Schweiz gezogen und wohnt nun in Dietikon. In Deutschland konnte er Kontakte aufbauen zu Professoren in der Schweiz. Nun studiert er an der Zürcher Hochschule der Künste, um sein Studium in Musikpädagogik abzuschliessen. Er arbeitet gerne mit Kindern, Jugendlichen sowie generell mit Menschen, die seine Freude an der Musik teilen. «Ich möchte mein Wissen an junge Leute weitergeben, die genauso musikbegeistert sind wie ich», sagt er. Abseits seines Studiums bietet er Unterricht für Akkordeon- und Klavierschüler an.

Neben seiner Leidenschaft für Musik liegt es Aleksandrovic am Herzen, sich für humanitäre Projekte einzusetzen. Er ist Mitglied beim serbischen Bürgerverein «Phralipe Novi Sad», einer Hilfsorganisation, die beim Ministerium für Menschenrechte und Minderheiten in Belgrad angemeldet ist. «Wir richten unsere Aktivitäten an junge Roma und Nicht-Roma, die sozio-ökonomisch marginalisierten Populationen angehören, und fokussieren auf die Bereiche Gesundheit, Ausbildung, Kultur und Sport», sagt Aleksandrovic. Beispielsweise habe die Organisation mit dem Projekt «Kameradschaft durch Sport» junge Roma und Nicht-Roma zusammengeführt. Ein weiteres Projekt, «Kinder haben auch Rechte», soll junge Leute verschiedener Nationalitäten und Konfessionen motivieren, Verständnis, Toleranz und gegenseitigen Respekt zu entwickeln.

Fokus auf Studium und Solokarriere

Da er momentan in der Schweiz wohnt, könne er leider nicht aktiv an den in Serbien stattfindenden Projekten teilnehmen, bedauert Aleksandrovic. «Sobald ich wieder meine Heimat besuche, werde ich die Organisation unterstützen. Momentan steht für mich aber mein Studium als Pädagoge und meine Karriere als Solist im Vordergrund». Dies sei nicht so einfach, denn er müsse alles alleine bewerkstelligen. Nicht nur übt er täglich stundenlang auf dem Akkordeon, sondern ist auch seine eigene Werbagentur. Er verteilt seine Flyer und hängt Plakate in Stadtzentren auf. Auch die Säle für seine Konzerte organisiert er selbst.

Im Februar spielte er in Fehraltorf und in Zürich Höngg. Am 5. März tritt er nun erstmals an seinem neuen Wohnort auf. Im Kirchgemeindehaus in Dietikon im grossen Saal der St. Agatha führt er ein vielfältiges Programm auf mit klassischen und zeitgenössischen Stücken auf – etwa von Johann Sebastain Bach oder Mauricio Kagel. Da Akkordeon noch verhältnismässig neu sei, gebe es nicht viele Notenstücke für das Instrument. Viele Kompositionen, die für das Klavier oder die Orgel bestimmt sind, habe er selbst auf das Akkordeon abgestimmt. «Ich erhoffe mir viele Besucher, die nach meinem Konzert sagen können: Das war ein einmaliges Erlebnis», sagt Aleksandrovic.

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