Limmattal
Aktion 72 Stunden: die Projekte von Pfadi, Cevi und Stadtmusikjugend

Cevi und Stadtmusikjugend Dietikon bauen auf dem Chrüzacher unter anderem eine Seilbahn und einen Pizzaofen

Alex Rudolf und Tobias Hänni
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Die Freizeitanlage Chrüzacher soll innerhalb von drei Tagen um eine Tellerseilbahn, einen Pizzaofen, einen Balancierparcours und einen Klangweg erweitert werden.

Die Freizeitanlage Chrüzacher soll innerhalb von drei Tagen um eine Tellerseilbahn, einen Pizzaofen, einen Balancierparcours und einen Klangweg erweitert werden.

Tobias Hänni

Das Cevi und die Stadtjugendmusik Dietikon haben die nächsten drei Tage viel zu tun. Im Rahmen der Aktion «72 Stunden» erweitern sie seit gestern Abend, 18.11 Uhr, bis Sonntag, 18.11 Uhr, den Spielplatz auf der Freizeitanlage Chrüzacher. Dafür stehen rund 60 Mitglieder der beiden Vereine im Einsatz. «Wir werden jeden Tag etwa zwölf Stunden arbeiten», sagt David Steinegger vom gemeinsamen Organisationskomitee. In dieser Zeit wollen sie eine Tellerseilbahn, einen Balanceparcours, einen Klangpfad und einen Pizzaofen bauen. Ob die Zeit dafür reicht, wird sich erst zeigen. «Die Idee der Aktion ist, dass möglichst viel des Projekts in den 72 Stunden erledigt wird», sagt Steinegger. «Dazu gehört auch die Planung.» Steinegger, der im Cevi für die Finanzen zuständig ist und in der Jugendmusik Waldhorn spielt, hatte deswegen zwar keine schlaflosen Nächte, «aber gespannt bin ich schon, ob es klappt, wie wir uns das vorstellen.»

«Wir wollten dieses Mal etwas Handwerkliches machen.» David Steinegger OK-Mitglied für das Dietiker 72-Stunden-Projekt

«Wir wollten dieses Mal etwas Handwerkliches machen.» David Steinegger OK-Mitglied für das Dietiker 72-Stunden-Projekt

Tobias Hänni

Spontane Unterstützung gefragt

Es ist nicht nur der gedrängte Zeitplan, der für die jungen TeilnehmerInnen eine Herausforderung darstellt. Die erfolgreiche Umsetzung des Projekts hängt auch stark davon ab, wie viel kurzfristige Unterstützung der Cevi und der Stadtjugendmusik im Verlauf der Aktion zukommt. Denn ein Grossteil des Baumaterials und der benötigten Maschinen, aber auch der Verpflegung für die Teilnehmer, wird erst während der Aktion besorgt. «Wir haben aber bereits einige Baumärkte angefragt und Gutscheine erhalten», sagt Steinegger.

Vieles müsse aber im Verlauf der Arbeiten noch organisiert werden. Dazu werden die beiden Vereine auf den sozialen Medien über den Fortschritt berichten und wenn nötig auch Hilferufe absetzen. «Ausserdem gibt es eine App und eine Hotline, mit der Firmen und Private ihre Unterstützung anbieten können», sagt Steinegger. Bereits im Vorfeld haben das Cevi und die Jugendmusik Geld für die Aktion gesammelt. Sponsoren, die mehr als 400 Franken spenden, werden auf einer Tafel im Chrüzacher verdankt. Ausserdem wurde den Vereinen beim gestrigen Startschuss der Aktion 3000 Franken von der Stiftung Jugendförderung Dietikon und dem städtischen Amt für Jugend und Freizeit überreicht. Mit dem Projekt auf dem Chrüzacher haben sie die Jury des diesjährigen Jugendprojekt-Wettbewerbs überzeugt.

Ob das Geld reichen wird, um die Erweiterung des Spielplatzes wie geplant realisieren zu können, ist noch ungewiss. «Wir haben ein ungefähres Budget erstellt», sagt Steinegger. Wie hoch das ist, möchte er aber nicht verraten. «Das Finanzielle soll nicht im Vordergrund stehen.» Es gehe darum, einen Beitrag für die Bevölkerung zu leisten. Im Gespräch mit der Stadt sei der Entscheid ziemlich schnell auf die Freizeitanlage gefallen. «Das Chrüzacher ist beliebt und wird von Kindern und Jugendlichen genutzt. Ein optimaler Ort für ein solches Projekt», sagt Steinegger. Bei der letzten Teilnahme an der Aktion habe das Cevi eine Sammelaktion durchgeführt. «Dieses Mal wollten wir etwas Handwerkliches machen.» Und dies, obwohl sowohl beim Cevi wie auch bei der Stadtmusik «viele Schüler, Studenten und Leute, die im Büro arbeiten» Mitglied sind, wie Steinegger sagt.

Flexibilität und Geschick

Den Cevianern und Musikern wird die nächsten drei Tage aber nicht nur handwerkliches Geschick abverlangt, sondern auch Flexibilität: Die Teilnehmer wussten bis gestern Abend nicht, was sie erwartet. Flexibilität müssen sie auch bei der Umsetzung des Projekts an den Tag legen. «Es hängt davon ab, welches Material wir auftreiben können», sagt Steinegger. Je nachdem werde dann etwa der Balancierparcours anders gestaltet als angedacht.

Wie auch immer das Projekt realisiert wird, am Sonntag, 18.11 Uhr, muss es abgeschlossen sein. Bereits ab 15 Uhr gibt es auf dem Chrüzacher Kinderaktivitäten, um 16 Uhr öffnet die Festwirtschaft, eine Stunde später spielt die Stadtjugendmusik. Nach dem Abschluss wird Stadtpräsident Otto Müller zudem eine kleine Ansprache halten.

Aus dem geplanten Projekt der Pfadi Altberg und des Cevi Weiningen/Geroldswil wird nun ein Nachhaltigkeits-Parcours

Eigentlich hätte «die Hasleren» auf Geroldswiler und Weininger Boden zu einem Erlebnis für die Bevölkerung werden sollen. Wortwörtlich sogar: Denn im Rahmen der 72-Stunden-Aktion wollte die Pfadi Altberg gemeinsam mit dem Cevi Weiningen/Geroldswil innert dreier Tage einen Erlebnisweg erbauen. Zehn Stationen hätten es werden sollen. Spaziergänger hätten ihre Sprungkraft mit derjenigen verschiedener Tiere vergleichen, an einem Waldtier-Memory grübeln oder das Waldxylofon bespielen können.

Erlebnisweg ist später möglich

«Von diesem Projekt mussten wir uns jedoch verabschieden, da es teilweise grosse Herausforderungen mit sich brachte», sagt Mirjam Beutler, Gruppenleiterin bei der Pfadi Altberg. Die beiden betroffenen Gemeinden Geroldswil und Weiningen hätten sich anfänglich mit der Idee angefreundet. «Doch haben uns die Gemeinden auf ungeklärte Punkte aufmerksam gemacht», so Beutler weiter. So hätte zum Beispiel die Einwilligung aller betroffenen Landeigentümer gefehlt und auch der Unterhalt des Erlebnispfads sei noch ungeklärt gewesen. «Natürlich waren wir anfänglich enttäuscht», so Beutler. Doch habe man sich entschieden, eine andere Idee zu verfolgen.

«Wir werden versuchen, den Erlebnisweg zu einem späteren Zeitpunkt zu realisieren, da es ein klarer Mehrwert für die Bevölkerung wäre», so Beutler. Die detaillierten Pläne mit den verschiedenen Posten und deren Standorte landen deshalb vorerst in der Schublade.

Auch bei der Gemeinde Weiningen bedauert man, dass der Erlebnisweg vorerst nicht erstellt werden kann. Doch sei neben den Besitzerverhältnissen sowie der Frage des Unterhalts ein weiteres Problem aufgetaucht. «Die Hasleren ist seit einigen Jahren eine Wildruhezone», sagt Gemeindeschreiber Bruno Persano. Weil einige Posten des Erlebnisweges abseits des Spazier- und Wanderwegs platziert worden wären, hätte dies die Ruhe der Tiere gestört. Dies habe die Absprache mit dem Jagdaufseher ergeben. Für eine überarbeitete Lösung und eine allenfalls spätere Realisierung habe die Gemeinde jedoch ein offenes Ohr.

Der Plan B sieht vor, dass morgen Samstag in Weiningen und am Sonntag in Geroldswil eine Art Nachhaltigkeitsparcours erstellt wird. «Statt die Anwohner der Gemeinden in den Wald zu locken, bringen wir diesen in die Dorfzentren. An verschiedenen Stationen sollen die Kinder spielerisch lernen, wie man nachhaltig lebt», sagt Beutler. An einem Posten würden sie lernen, wie man richtig rezykliert, an einem anderen, wie man Tierspuren liest: Zudem gibt es einen Barfussweg. Die Liste von Posten wird im Verlauf des heutigen Tages aber noch erweitert, da die rund 50 teilnehmenden Kinder selber Ideen einbringen können, wie sie welche Themen behandeln möchten.

Urdorf rennt für Kinder im Spital

Auch in Urdorf wird eine 72-Stunden-Aktion durchgeführt. Gestern informierte Thomas Luginbühl, Jugendarbeiter der reformierten Kirche Urdorf, über das gemeinsame Projekt mit dem Cevi Urdorf. Die rund 15 teilnehmenden Jugendlichen werden für Sonntagmorgen einen Spendenlauf organisieren. «Es geht darum, in möglichst kurzer Zeit viele Sponsoren und Läufer zu mobilisieren», sagt er. Die Ziele steckt sich das Organisationskomitee hoch. «Wir möchten mehr als 5184 (72 mal 72) Franken einnehmen, die der Stiftung Theodora zugutekommen sollen», sagt er. Die Stiftung Theodora setzt sich dafür ein, das Leid von Kindern in Spitälern durch Lachen und Spass zu lindern. Start des Spendenlaufs ist um 11.00 Uhr.

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