Oberengstringen
Akrobaten auf fliegenden Trottinetts

Der Elternverein Oberengstringen schenkt der Gemeinde ihre Skate-Anlage. Diese bedankt sich beim Elternverein mit einem kleinen Fest.

Franziska Schädel
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Der 15-jährige Tobias Fischer ist mit seinem Backflip der Scooter-Champion des Abends. Franziska Schädel

Der 15-jährige Tobias Fischer ist mit seinem Backflip der Scooter-Champion des Abends. Franziska Schädel

Limmattaler Zeitung

«Er hats gemacht! Er hats gemacht!» Die Fans von Tobias Fischer warten nur darauf, bis er wieder seinen Backflip vorführt, bis er kopfüber und tollkühn mit seinem kleinen Trottinett durch die Luft wirbelt.

Der 15-Jährige ist der anerkannte Scooter-Champion des Abends. Er träumt davon, in Australien an einem Contest mitzumachen. Bis dahin übt er fast jedes Wochenende, denn er weiss: Um gut zu werden, braucht es viel Training. «Er hats im Blut!», konstatiert sein Freund Jens Abplanalp neidlos. Aber das genüge nicht, meint er: «Es braucht auch Mut und Kraft.» Auch Jens übt den «Tailwhip», den «Oneeighty», den «Threesixty». Am Freitagabend präsentierten die Jugendlichen stolz ihr Können auf der Skate-Anlage Brunewiis in Oberengstringen.

Vor über 10 Jahren hatte der Elternverein Oberengstringen die Skate-Anlage realisiert und übergab sie nun der Gemeinde. Diese bedankte sich für das Geschenk mit einem kleinen Fest. Skater sieht man allerdings keine. Das sei hier ein wenig passé, meint Lukas Vogt, Jugendarbeiter in Oberengstringen. Die Anlage werde heute vor allem von Trottinett- und BMX-Fahrern genutzt. Eine gute Freizeitbeschäftigung, findet er: «Es ist Bewegung, es ist Sport, es ist Teamgeist.»

Das war auch die Motivation des Elternvereins Oberengstringen, als er vor über 10 Jahren das Anliegen von Jugendlichen aufnahm. Mit Sponsorengeldern wurde die Anlage gebaut und 2001 eingeweiht. «Die Jugendlichen fanden damals bei der Gemeinde kein Musikgehör, da sprangen wir in die Bresche», erinnert sich Barbara Lanz vom Elternverein. Nicht alle Kinder seien gerne in einem Verein, aber auch sie sollen einen Treffpunkt und die Möglichkeit für eine sinnvolle Beschäftigung haben. Die Anlage, erzählt Lanz, habe sich bewährt, sie sei zu einem gut besuchten Treffpunkt für die Jugendlichen geworden.

Gemeinderat René Beck freut sich über das Geschenk des Elternvereins und erinnert sich mit Wehmut an seine eigene Jugendzeit: «Ich habe mich hier im Brunewiis auch schon mit meinem Schulschatz und mit meinen Kollegen getroffen.» Er ist allerdings froh, dass es damals nur eine Hochsprungmatte und noch keine Skate-Anlage gab, er wäre sonst wohl permanent beim Arzt gewesen, meint er schmunzelnd.

Beck ist überzeugt, dass das Engagement des Elternvereins zur Attraktivität der Gemeinde beigetragen hat, und bedankt sich auch bei den toleranten Nachbarn. Wenn man lese, wie der Bau einer Skate-Anlage in anderen Gemeinden noch immer auf Widerstand stosse, dann sei das nicht selbstverständlich.

Inzwischen üben die Buben weiter und lassen sich bewundern. Und die Mädchen? Auch Egem gefällt der Backflip am besten. Selber möchte sie das aber nicht versuchen. Trotzdem ist sie überzeugt: «Mädchen können das auch. Alles, was Buben können, können wir Mädchen auch!», sagt die Schülerin selbstbewusst.