Nach nur einer Stunde war die Traktandenliste kurz und schmerzlos abgehandelt. Die 46 Stimmberechtigten hatten den insgesamt fünf Anträgen der Primarschulgemeinde sowie der Politischen Gemeinde diskussionslos und ohne Gegenstimme zugestimmt. Gemeindepräsident Johann Jahn meinte am Ende fast entschuldigend: "Wir hatten heute Abend nicht so grausam spannende Themen." Um so erfreulicher sei es für ihn gewesen, dass alle so aufmerksam und konzentriert bei der Sache gewesen seien. 

Gemeinderat und Finanzvorstand Diego Bonato hatte die Aufgabe, die Jahresrechnung 2016 vorzustellen. Immerhin 900 000 Franken beträgt ihr Ertragsüberschuss, dieser ist damit 590 000 Franken besser als der veranschlagte Überschuss von 330 000 Franken, das bei einem Aufwand von 7,2 und einem Ertrag von 8,1 Millionen Franken. Vor allem die positive Entwicklung bei den Grundstücksgewinnsteuern wirken sich hier aus: 1,6 Millionen und damit 60 000 Franken mehr als veranschlagt.

Komfortables Eigenkapital

Der Aufwand der laufenden Rechnung liegt unter anderem im Bereich Gesundheit über dem Budget (71'000 Franken). Bonato meinte, es gebe zwar nicht mehr Fälle bei ambulanter und stationärer Pflege, aber eher höhere Pflegestufen. Das könne man man nicht steuern. Bei der Sozialen Wohlfahrt (47'000 Franken über Budget) würden zwei, drei Fälle mehr genügen, bei denen man wirtschaftliche Hilfe leisten muss, um über den Voranschlag zu kommen. Anders beim Verkehr, der durch die Abrechnung der Baumassnahmen in der Lielistrasse in 2017 74'000 Franken unter Budget liegt, sowie bei der Volkswirtschaft (31'000 Franken unter Budget), weil die Gemeinde mehr Ertrag von der Zürcher Kantonalbank verbuchen konnte. Zufrieden, ja stolz äusserte sich Bonato über das Aescher Eigenkapital. "10,4 Millionen Franken sind wirklich gut für unsere Gemeinde." Und auch mit dem Steuerfuss von 28 Prozent liege man richtig. 

Aesch wird in den nächsten Jahren wachsen, von 1269 Einwohner im Jahr 2016, geschätzten 1375 im Jahr 2017, bis auf geschätzte 1650 im Jahr 2020. Bonato: "Die Zahlen können wegen der diversen Bauvorhaben sehr sicher geschätzt werden." Positiver Nebeneffekt: Das Wachstum wird auch den Steuerertrag steigern - erfreuliche Aussichten für einen Finanzvorstand.

Auch die Primarschulgemeinde hatte gute Zahlen zu verkünden. Ihre Jahresrechnung schliesst mit einem Überschuss von 1,2 Millionen Franken ab, 160'000 Franken besser als budgetiert. Das bei einem Aufwand von 3,1 gegenüber einem Ertrag von 4,3 Millionen Franken.

Keine Schrägdächer

Am Ende nutzte Johann Jahn noch die Gelegenheit, die Resultate des Workshops vorzustellen, bei dem im Februar die Aescher am räumlichen Entwicklungskonzept (REK) der Gemeinde mitwirken konnten. Dieses wird festlegen, welche kommunalen Planungsaufgaben in den nächsten 20 bis 25 Jahren anstehen. Jahn skizzierte die konkreten Ziele, welche die Gemeinde anpeilen wird. 

Dabei sollen unter anderem der Gesamteindruck des historischen Ortskerns erhalten bleiben, die öV-Anbindungen (Schnellbus nach Zürich durch den Üetlibergtunnel) und die allgemeine Verkehrssicherheit verbessert, preisgünstige Wohnungen auf Gemeindegrund, Parkierungsmöglichkeiten und weitere Spiel- und Erholungsräume geschaffen werden. Es sollen ein Schrägdachgebot gelten und keine Arealüberbauungen erlaubt werden.

Als nächste Schritte will die Gemeinde das "Zielbild Aesch 2040" fertig stellen und sich danach an die Umsetzung der Handlungsfelder machen. Dazu gehört an erster Stelle die Revision der Bau- und Zonenordnung. Um 21.30 Uhr gings zum Apéro. Die angeregten Gespräche dort dauerten länger als die eigentliche Sitzung.