Aesch
Yasmin Heri will die Modernisierung der Gemeindeverwaltung mitprägen

In Aesch hat Yasmin Heri ihre erste Stelle als Gemeindeschreiberin angetreten. Dank des freundlichen und hilfsbereiten Verwaltungsteams sei sie gut gestartet, erzählt die Furttalerin mit finnischen Wurzeln.

Florian Schmitz
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Yasmin Heri vor ihrem Arbeitsort, dem Aescher Gemeindehaus.

Yasmin Heri vor ihrem Arbeitsort, dem Aescher Gemeindehaus.

Severin Bigler

Es sei eine spannende Zeit, um auf einer Gemeindeverwaltung zu arbeiten, sagt die Aescher Gemeindeschreiberin Yasmin Heri. Das ganze Umfeld sei komplexer geworden und die Anforderungen seien in vielen Bereichen gestiegen. Und nicht zuletzt stelle der stetige Ausbau von Informationsangeboten und Verwaltungsdienstleistungen im Internet viele Gemeinden vor Herausforderungen. «Ich finde es toll, diese Entwicklung nicht nur zu sehen, sondern auch mitprägen zu können», sagt Heri, die im April ihre Arbeit auf der Aescher Verwaltung aufgenommen hat.

Digitalisierungsthemen finde sie als junge Gemeindeangestellte, die mit dem Internet vertraut ist, besonders interessant, sagt die bald 30-Jährige. Anders als in der Privatwirtschaft müssten Verwaltungen die Modernisierung umsichtiger vorantreiben. Ein grosser Teil der Jüngeren und Vollzeitbeschäftigten sei zwar froh, möglichst viel von zu Hause aus digital erledigen zu können. Aber viele ältere Menschen, denen das Internet fremd ist, seien auf ein gutes analoges Angebot vor Ort angewiesen.

Die Gemeinde suchte seit Herbst 2020 Ersatz

Die neue Gemeindeschreiberin Heri folgt auf Bruno Bauder, der die Aescher Verwaltung seit vergangenem September ad interim führte. Der seit 2017 pensionierte Bauder, zuvor langjähriger Gemeindeschreiber in Uitikon, sprang für Suzana Sturzenegger ein, die nach drei Jahren wieder gekündigt hatte.

«Ich wurde in der Aescher Verwaltung sehr gut aufgenommen»,

freut sich Heri. Das freundliche und hilfsbereite Team habe ihr den Einstieg erleichtert. Dabei sei es auch von Vorteil, dass sie als Leiterin der Verwaltung und Vermittlerin zwischen ihren Mitarbeitenden und der Politik ein Dreh- und Angelpunkt in der Gemeindearbeit ist. Deshalb habe sie zu diversen Themen kompetente Ansprechpersonen um sich.

Nicht nur intern arbeite sie als Gemeindeschreiberin sehr vernetzt, sagt Heri. Auch von aussen werden viele verschiedene Ansprüche und Bedürfnisse an die Gemeinde herangetragen. Die grosse thematische Vielfalt mit unzähligen Bezugspunkten mache ihre Arbeit so spannend. Das habe sie während ihrer Ausbildung zur diplomierten Gemeindeschreiberin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) endgültig für sich festgestellt.

Ende 2020 schloss Heri ihre Ausbildung ab, im April hat sie in Aesch ihre erste Stelle als Gemeindeschreiberin angetreten. «Ich habe mich bewusst bei kleineren Gemeinden beworben», sagt die Furttalerin, die in Dällikon aufgewachsen ist und seit vielen Jahren in Zürich lebt. Aesch kannte sie zuvor noch nicht, aber ihr erster Eindruck habe sich bestätigt:

«Es ist ein schönes Dorf, wie man es sich im Bilderbuch vorstellt.»

Bereits als Lernende arbeitete Heri im Furttal auf einer Gemeindeverwaltung. Weil sie noch etwas anders ausprobieren wollte, wechselte sie für drei Jahre in die Privatwirtschaft, bevor sie eine Arbeit fand auf dem kantonalen Gemeindeamt und später bei der Jugendanwaltschaft des Kantons Zürich. Vor ihrer Anstellung in Aesch leitete sie das Bauamt in Niederweningen. «Das war eine gute Vorbereitung», sagt sie. Auch dort habe sie sehr vernetzt gearbeitet und musste mit vielen verschiedenen Ansprüchen und Interessen umgehen.

Sie ist schon einmal um die Welt gereist

In ihrer Freizeit ist Heri schon weit herumgekommen: «Ich war schon immer viel unterwegs – egal ob kürzere Wochenendtrips oder grössere Ferienreisen.» Zusammen mit einer Freundin besorgte sie sich vor Jahren ein Round-the-World-Ticket und reiste innert sechs Monaten einmal um die Welt. «Das war eine grossartige Erfahrung», sagt sie. Auch nach Helsinki zieht es sie immer wieder, um ihre Tante zu besuchen. Denn Heri hat neben Schweizer auch finnische Wurzeln. Ihre Grossmutter mütterlicherseits sei in die Schweiz ausgewandert:

«Ich gehe sehr gerne nach Helsinki und bin auch schon mehrmals durch die wunderschöne Landschaft gereist.»

Das Lernen der Sprache habe sie aber nach zwei Semestern wieder aufgegeben, weil es ihr zu kompliziert war. «Die haben nur schon 14 verschiedene Fälle», sagt sie und lacht.