Nassenmatt
Aesch will über sich hinauswachsen

Bei der Vorstellung von sieben möglichen Projekten präferiert der Gemeinderat ein moderates, während die Mehrheit der Votanten für ein mutiges plädieren. Schliesslich wolle sich die Gemeinde als dynamisch präsentieren

Alex Rudolf
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Schulpflege und Gemeinderat bevorzugen eine Einfachturnhalle, einige Aescher wollen jedoch deren zwei.

Schulpflege und Gemeinderat bevorzugen eine Einfachturnhalle, einige Aescher wollen jedoch deren zwei.

Alex Rudolf

Der Andrang und das Interesse waren gross. Am Mittwochabend stellten der Gemeinderat und die Primarschulpflege die Resultate der Machbarkeitsstudie zur Erweiterung des Mehrzweckgebäudes Nassenmatt vor. Dabei sprachen sich beide Gremien für die Erstellung eines Neubaus mit Einfachturnhalle, Gemeindesaal und zwei Musikzimmern aus. Bei der anschliessenden Diskussion ernteten diejenigen Wortmeldungen Applaus, die sich für eine Doppelturnhalle starkmachten.

Gesamthaft präsentierte das mit der Planung beauftragte Büro Landis – ein Planungskredit in der Höhe von 120'000 Franken wurde im vergangenen Juni gesprochen – fünf Varianten mit zwei Untervarianten. Aufgrund von Faktoren wie Investitionskosten und Eignung für die Nutzung durch die Gemeinde beziehungsweise die Schule, eruierten die Planer drei Varianten, die sie zur Weiterbearbeitung empfahlen.

Dabei tat sich die Variante 5 hervor, bei der das bestehende Mehrzweckgebäude abgerissen und am selben Standort ein neues mit einer Einfachturnhalle erstellt wird. Enthalten wären zwei Musikzimmer für die Primarschule sowie ein Gemeindesaal, der auch als Aula genutzt würde. «Die Finanzen dürfen hierbei nicht die oberste Priorität haben», sagte Felix Stephan von der Landis AG. Mit 9,2 Millionen Franken würde dieser Bau zu Buche schlagen.

Vom Planungsteam, dem Gemeinderat und der Primarschulpflege bevorzugt - Variante 5 mit einem Ersatzbau des Mehrzweckgebäudes samt Einfachturnhalle

Vom Planungsteam, dem Gemeinderat und der Primarschulpflege bevorzugt - Variante 5 mit einem Ersatzbau des Mehrzweckgebäudes samt Einfachturnhalle

Zur Verfügung gestellt

Auch Sanierung ist eine Option

Falls die Gemeinde ihren Fokus eher auf die markante Verbesserung des Sportangebotes legen möchte, dann empfehlen die Planer eine Weiterverfolgung der Variante 3. Hierbei würde eine Doppelturnhalle auf der gegenüberliegenden Seite der Lielistrasse erstellt.

Das heutige Mehrzweckgebäude würde abgerissen und auf diesem Land ein Gebäude mit Aula und Gemeindesaal erstellt. Kostenpunkt: 13 Millionen Franken. Spielten die Finanzen eine grosse Rolle und genüge das heutige Raumprogramm, dann sei Variante 4 zu wählen, so Stephan. Hierbei würde das bestehende Mehrzweckgebäude für rund 5,5 Millionen Franken saniert.

Variante 4 kommt auch infrage

Variante 4 kommt auch infrage

Limmattaler Zeitung

Gemeindepräsident Hans Jahn (Forum Aesch) und die Präsidentin der Primarschulpflege Petra Mörgeli sprachen sich für die vom Planungsbüro empfohlene Variante 5 aus. Weil mit dieser der Raumbedarf von der Gemeinde und der Schule langfristig abgedeckt sei, während die Ausnutzung einer Doppelturnhalle nicht nachgewiesen sei, sagte Jahn.

Mörgeli verwies darauf, dass mit diesem Bau die Nutzung durch die Schule gesichert sei. Abklärungen in Bezug auf die Platzbedürfnisse der Vereine hätten jedoch nicht getroffen werden können.

In der anschliessenden Diskussion tat sich jedoch die Variante 3 mit einer Doppelturnhalle als Favorit der Anwesenden hervor. So verwies ein Votant darauf, dass in der Region verschiedene Projekte realisiert wurden, die dann nach wenigen Jahren wieder zu wenig Platz boten.

Variante 3

Variante 3

Zur Verfügung gestellt

Eine andere Anwesende rief dem Gemeinderat das Wachstum in Erinnerung, das auf die Gemeinde zukommt: «Wir wollen ein modernes, dynamisches Dorf sein. Daher fände ich es schade, wenn wir keine Doppelturnhalle bauen, die auch von Vereinen genutzt werden kann», sagte sie. Die Aufforderung eines Seniors: «Doppelturnhalle ja, weil wir den Kindern etwas bieten müssen», wurde von den rund 80 Anwesenden mit Szenenapplaus quittiert.

Urnenabstimmung 2016 möglich

Die Machbarkeitsstudie liegt noch während eines Monats öffentlich auf, bis dahin können Einwohner noch schriftliche Stellungnahmen einreichen. Danach wird eine Arbeitsgruppe das Projekt «Nassenmatt» weiterbearbeiten und frühestens der Gemeindeversammlung vom 2. Dezember dieses Jahres einen Projektierungskredit präsentieren, heisst es vonseiten des Gemeinderates. Weiter sieht die Grobterminplanung vor, dass es im kommenden Jahr zu einer Urnenabstimmung kommt. 2017/18 wäre dann der Baustart möglich.