Aesch
Über 95 Prozent der Aescherinnen und Aescher sprechen sich für die neuen Gemeindeordnungen aus

Die totalrevidierten Gemeindeordnungen der politischen Gemeinde und die Primarschule Aesch erhielten an der Urne viel Zustimmung. Gemeindepräsident Johann Jahn (Forum Aesch) ist überzeugt, dass dies mit der intensiven Vorberatung an der Gemeindeversammlung zusammenhängt.

Florian Schmitz
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Künftig darf der Gemeinderat mehr Geld in Eigenregie ausgeben.

Künftig darf der Gemeinderat mehr Geld in Eigenregie ausgeben.

Severin Bigler

Die Annahme ist alles andere als überraschend, aber die Deutlichkeit spricht Bände: 95,4 Prozent der Stimmberechtigten sagten Ja zur totalrevidierten Gemeindeordnung der politischen Gemeinde. 534 Aescherinnen und Aescher sprachen sich für die erneuerte Gemeindeordnung aus, nur 26 stimmten dagegen. Die Stimmbeteiligung lag bei 55,6 Prozent.

Natürlich sei die äusserst hohe Zustimmung eine schöne Bestätigung, sagt Gemeindepräsident Johann Jahn (Forum Aesch) am Sonntag auf Anfrage. Aber sie sei nicht ganz überraschend zu Stande gekommen. Denn im Juni sorgte die Gemeindeordnung an der vorberatenden Gemeindeversammlung für viel Diskussionsstoff und diverse Änderungsanträge, von denen einige durchkamen. Am Ende der Versammlung empfahlen die 45 anwesenden Aescherinnen und Aescher allesamt die Annahme der totalrevidierten Gemeindeordnung. «Für den Gemeinderat und die Bevölkerung waren die Diskussionen im Juni entscheidend», sagt Jahn. Wenn ein Thema so detailliert behandelt werde, seien die Menschen mit dem Resultat automatisch zufriedener.

Gemeinderat künftig für Einbürgerungen zuständig

Die neue Aescher Gemeindeordnung, die voraussichtlich zum Jahreswechsel rechtskräftig wird, basiert grösstenteils auf der kantonalen Mustervorlage. Mit der Überarbeitung soll die Gemeindeordnung schlanker und die Effizienz von Behörden und Verwaltung grösser werden. Die Totalrevision war aufgrund des 2018 in Kraft getretenen Gemeindegesetzes notwendig. Bis Anfang 2022 müssen alle Zürcher Gemeinden ihre Ordnungen erneuern.

Künftig wird der Gemeinderat über Einbürgerungen entscheiden statt wie bisher die Gemeindeversammlung. Gleiches gilt für die Wahl der Wahlbüromitglieder. Zudem werden die Ausgabenkompetenzen des Gemeinderats und der Gemeindeversammlung in verschiedenen Bereichen erhöht.

So darf der Gemeinderat künftig in Eigenregie bis zu 100'000 Franken für einmalige Ausgaben und zweckgebundene Zusatzkredite ausgeben statt wie bisher 60'000 Franken. Bei nicht budgetierten, einmaligen Ausgaben steigt der Betrag von 60'000 auf 200'000 Franken. Die Gemeindeversammlung darf künftig über Ausgaben von bis zu 1,5 Millionen Franken befinden statt wie bisher bis zu einer Million Franken. Bei Ausgaben von über 1,5 Millionen Franken wird eine Urnenabstimmung notwendig.

Die neue Gemeindeordnung erleichtere gewisse Aufgaben im Gemeinderat, sagt Jahn, der nach 12 Jahren als Gemeindepräsident 2022 nicht mehr zur Wahl antreten wird. Seine wichtigste Abstimmung stehe aber noch bevor. Ende November befinden die Stimmberechtigten über das 19 Millionen Franken schwere Generationenprojekt Nassenmatt, das die Gemeinde auf Jahrzehnte prägen wird. Bis 2024 sollen am westlichen Dorfrand ein neues Mehrzweckgebäude mit Gemeindesaal, Hort- und Musikräumen, eine Doppelturnhalle, ein neuer Sportplatz, ein neuer Schulplatz sowie ein neuer Dorfplatz entstehen.

Leicht tiefere Teilnahme bei Primarschulabstimmung

Die Totalrevision der Primarschulgemeinde Aesch wurde mit 518 Ja-Stimmen gegenüber 26 Nein-Stimmen ebenfalls äusserst deutlich angenommen. Der Ja-Anteil von 95,2 liegt nur 0,2 Prozentpunkte unter der Zustimmung für die totalrevidierte Ordnung der politischen Gemeinde. Die Stimmbeteiligung war hier mit 54,3 Prozent etwas tiefer.

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