Ausstellung
«Definitiv eine Reise wert»: Die dritte Kunstmeile Aesch lockte sogar Auswärtige an

In eingeschränktem Rahmen haben am Samstag 19 Künstler und Kunsthandwerkerinnen ihre Werke an verschiedenen Orten im Dorf präsentiert. Über die Durchführung des Anlasses war lange diskutiert worden.

Sven Hoti
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Insgesamt 19 Kunsthandwerkerinnen und Künstler stellten an acht verschiedenen Orten in Aesch aus ‒ unter anderem auch in einer Scheune.
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Die Ausstellung der Birmensdorferin Joséphine von Arx bestach unter anderem durch ihre selbstgemachten, metallenen Skulpturen.
Auch selbstgemalte Bilder präsentierte von Arx.
Die Fotografin Alexandra Pauli hatte schon viele bekannte Persönlichkeiten vor der Linse.
Hansjörg Lüthy brachte den Besuchern in seinem Garten die Kunst des Drechselns näher.
Im Haus von Marianne Wiederkehr durfte man sich auch selbst in der Kunst der Farbstiftmalerei üben.
Für Unterhaltung sorgte das Alphorn-Trio WiSchön.

Insgesamt 19 Kunsthandwerkerinnen und Künstler stellten an acht verschiedenen Orten in Aesch aus ‒ unter anderem auch in einer Scheune.

Henry Muchenberger

Bewegung, Austausch und Kultur: Das bietet die Kunstmeile Aesch seit ihrem Start 2015. Wie bei einem Postenlauf schlängeln sich die Besucherinnen und Besucher alle drei Jahre von Ausstellung zu Ausstellung durchs Dorf. Es ist eine Tour d'art, bei der nicht nur die Kunst, sondern auch die Menschen dahinter, die Künstler, im Fokus stehen. Am Samstag zog die Veranstaltung wieder zahlreiche Einheimische, aber auch Auswärtige an – und das trotz wolkenverhangenem Himmel.

Die ersten Kunstinteressierten versammelten sich kurz vor 10 Uhr auf dem Brunnehofplatz beim Gemeindehaus, wo die Kulturkommission einen Infostand aufgebaut hatte. Dort gab es ein Programm mit Karte und, darauf aufgezeichnet, die einzelnen Ausstellungsstätten. Insgesamt 19 Künstler aus Aesch und Umgebung präsentierten von 10 bis 16 Uhr an acht verschiedenen Orten im Dorf ihre Werke. Dabei unterschieden sich nicht nur die einzelnen Kunstobjekte, sondern auch die Orte, an denen sie ausgestellt wurden.

Ein Hauch von Hollywood in Aesch

Joséphine von Arx etwa präsentierte selbst gefertigten Schmuck, Bilder sowie Skulpturen in der Form von geschwungenen Körpern in einer der alten Scheunen. Die Birmensdorferin hatte sich die Arbeit mit den Skulpturen und das Malen über Ausbildungen und teils autodidaktisch beigebracht. Ein Bild habe sie aus Überresten von Kunstharz hergestellt. Von Arx:

«Meine Werke entstehen immer spontan.»

Alexandra Paulis Ausstellung beim Pavillon an der Rebacherstrasse erlaubte ein Eintauchen in die Welt bekannter Persönlichkeiten. Ob Brad Pitt, Sylvester Stallone, Bill Gates oder Angela Merkel: Die Fotografin hatte sie alle schon vor der Linse. Die gebürtige Berlinerin lebt seit gut vier Jahren in Aesch. Ihre Vorliebe gilt der analogen Fotografie. «Da musstest du noch fotografieren können!», sagte sie.

Andere wiederum luden die Kunstinteressierten in ihr Eigenheim. So etwa Hansjörg Lüthy, der den Besuchern im Garten seines Hauses seine Holzkunstwerke zeigte.

«Es geht mir darum, die Schönheit der Hölzer zu zeigen»,

betonte der ehemalige ETH-Förster. Auch Marianne Wiederkehr öffnete ihr Zuhause für Besucher. «Ich mache Farbstiftbilder. Das heisst, Geduld ist gefragt», sagte Wiederkehr. Im oberen Stockwerk konnten sich Interessierte gleich selbst in der Kunst der Farbstiftmalerei üben.

Kleinere Aufmachung als sonst

Die Besucher an diesem Samstag zeigten sich zufrieden mit dem, was sie sahen.

«Ich bin sehr beeindruckt von der Vielfalt der Kunstwerke»,

sagte Hans Kaufmann, der extra aus Zürich angereist war. Er könne sich gut vorstellen, wieder zu kommen, meinte Kaufmann. «Es ist definitiv eine Reise wert.»

Die Reise auf sich genommen haben auch Annemarie Zürcher aus Urdorf und Margit Schilling aus Zürich.

«Wir fanden es super, sie haben das schön gemacht»,

sagten die beiden Freundinnen im Einklang. Als positiv empfanden sie den dezentralen Aufbau der Kunstmeile und, damit verbunden, die Tatsache, dass man herumlaufen konnte.

Im Unterschied zu vorherigen Kunstmeilen kam die diesjährige etwas abgespeckter daher. Das kulinarische Angebot fehlte, auf den Postenlauf, bei dem die Teilnehmenden eine Karte mit Stickern aller Künstler ausfüllen konnten, verzichtete die Aescher Kulturkommission ebenso. Kleine Intermezzi bot das Alphorn-Trio WiSchön auf dem Brunnehofplatz sowie der Feldstrasse.

Ein Zeichen für die Bevölkerung

Die Präsidentin der Aescher Kulturkommission zeigte sich nach der ersten Halbzeit am Samstag verhalten zufrieden. «Das Wetter könnte besser sein», kommentierte Fulvia Hofmann und ergänzte: «Aber natürlich auch schlechter.» Im Vergleich zu früheren Jahren habe es etwas weniger Besucher. Das sei wohl auf die Vorsicht der Leute zurückzuführen, aber auch auf das Wetter und das fehlende kulinarische Angebot.

Den Kunstmeilen gehe jeweils eine lange Vorbereitung voraus, so Hofmann. Es sei ein aufwendiges Projekt, dass nicht kurzfristig organisiert werden könne. Über die Durchführung der diesjährigen Meile habe man lange diskutiert, so Hofmann. Letztlich sei sie froh, habe man sich dafür entschieden. Sie führte aus:

«Irgendjemand muss ja den Anfang machen. Für die Leute ist es auch ein Zeichen im Sinne von: ‹Es geht wieder los!›»