Aesch
Gemeinde rechnet mit 18,8 Millionen Franken für Doppelturnhalle und Mehrzweckgebäude

In einem Jahr sollen die Bauarbeiten für das Generationenprojekt starten. Es wird die Gemeinde auf Jahrzehnte prägen wird – auch finanziell, wie Finanzvorstand Diego Bonato an der Gemeindeversammlung erklärte.

Florian Schmitz
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Zwischen dem neuen Mehrzweckgebäude (links) und der Doppelturnhalle entsteht ein neuer Platz, der als Treffpunkt dienen soll.

Zwischen dem neuen Mehrzweckgebäude (links) und der Doppelturnhalle entsteht ein neuer Platz, der als Treffpunkt dienen soll.

Visualisierung: zvg

Im Frühling 2024 soll das Generationenprojekt Nassenmatt abgeschlossen werden, informierte Gemeindepräsident Johann Jahn (Forum) an der Gemeindeversammlung am Mittwochabend. Bis dann entstehen am westlichen Dorfrand ein neues Mehrzweckgebäude mit Gemeindesaal, Hort- und Musikräume, eine Doppelturnhalle, ein neuer Schulplatz sowie ein neuer Dorfplatz. Das Projekt sei eine wichtige, langfristige Reaktion auf die steigenden Einwohnerzahlen, sagte Jahn.

Die Gemeinde rechnet nach Abschluss des Vorprojekts mit Kosten von 18,8 Millionen Franken – inklusive der laufenden Projektierungskosten von 1,3 Millionen. Dass der Betrag gegenüber der früheren Kostenschätzung um 1,5 Millionen Franken gestiegen ist, habe verschiedene Gründe, wie Jahn ausführte.

Neu sind im erwarteten Betrag eine allgemeine Reserve von 600'000 Franken sowie 250'000 Franken für mögliche Altlasten- und Baugrundrisiken enthalten. Auch die anspruchsvollen Anforderungen bei den Vorgaben für Energie, Brandschutz, Hochwasser und Behindertengleichstellung hätten die Kosten erhöht. Jahn:

«Ich habe erwartet, dass wir das anders hinbekommen.»

Aber Spielraum für weitere Kosteneinsparungen sehe er kaum. Beim Bearbeiten des Vorprojekts sei bereits eine umfassende Optimierungsrunde mit vielen Sparvorschlägen durchgeführt worden. Zudem erwartet die Gemeinde Unterstützungsbeiträge von rund 800'000 Franken bis zu einer Million Franken aus dem kantonalen Sportfonds.

Dachfläche soll für Solarstromproduktion vermietet werden

Im Rahmen des Vorprojekts seien einige wichtige Entscheide getroffen worden, so Jahn. Der neue Saal wird ausgerichtet auf 350 Plätze mit Konzertbestuhlung und 250 Plätze mit Bankettbestuhlung. Beim Heizen wird auf die bestehende Holzschnitzelheizung im Werkgebäude gesetzt, die allerdings altersbedingt im Rahmen eines separaten Projekts erneuert werden muss. Zudem wolle die Gemeinde möglichst viel Dachfläche für die Produktion von Solarstrom vermieten, sagte Jahn.

Obwohl das Grossprojekt gemeinsam von der politischen Gemeinde und der Primarschule geplant wird, sollen die Investitionen von der Gemeinde getragen werden. Bei der Vorstellung der Rechnung stellte Finanzvorstand Diego Bonato (SVP) in Aussicht, dass die Gemeinde ab 2024 während 18 Jahren rund 500'000 Franken jährlich abschreiben wird, um die hohen Kosten zu stemmen. Deshalb sei die diesjährige Aufstockung der finanzpolitischen Reserve um 2,4 Millionen Franken dank der überraschend hohen Grundstückgewinnsteuern besonders wertvoll.

Urnenabstimmung im November, Baustart im Juni 2022

Ende März konnte die Stufe Vorprojekt abgeschlossen werden, führte Jahn aus. Bis im Juli soll das Bauprojekt mit genauerer Kostenschätzung stehen, damit die Stimmberechtigten am 28. November an der Urne darüber befinden können. Stimmen sie zu, werden die Bauarbeiten voraussichtlich Anfang Juni 2022 in Angriff genommen. Das bestehende Mehrzweckgebäude könne während der Bauphase mit geringen Einschränkungen weiter genutzt werden.

Zeitlich ist die Planung abgestimmt auf die anstehende Aufstockung des Schulhauses Nassenmatt 2, die bis Frühjahr 2022 abgeschlossen werden soll und den derzeitigen Schulpavillon auf der Wiese obsolet machen wird. Über dieses Projekt informierte Schulliegenschaftenvorstand Thomas Gut an der Primarschulgemeindeversammlung. Eine Woche vor den Sommerferien werde der Bauplatz eingerichtet, damit die Arbeiten zum Ferienstart gleich voll starten können.