Schlieren

Ärztemangel ist in Schlieren noch kein Thema

Das Limmattal verfügt nach Einschätzung des Schlieremer Stadtrats dagegen «über eine ansehnliche Ärztedichte». (Symbolbild)

Das Limmattal verfügt nach Einschätzung des Schlieremer Stadtrats dagegen «über eine ansehnliche Ärztedichte». (Symbolbild)

Der Schlieremer Stadtrat sieht «bis heute noch keinen Anlass, sich mit dem Thema Ärztemangel näher zu befassen». Dies schreibt die Stadtregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage von FDP-Gemeinderat Andreas Geistlich.

Es sei zwar unbestritten, dass in der Schweiz ein Hausärztemangel drohe, so der Stadtrat in seiner Antwort. Doch betreffe dies gemäss Berichten verschiedener Berufsverbände «besonders Randregionen, also Berggebiete und ländliche Gegenden».

«Ansehnliche Ärztedichte»

Das Limmattal verfügt nach Einschätzung des Schlieremer Stadtrats dagegen «über eine ansehnliche Ärztedichte». Und zwar, wenn insbesondere auch «die vielen praktizierenden Spezialärzte» mit berücksichtigt würden. Ausserdem entspreche es den Tatsachen, «dass auch spezialisierte Ärzte – zum Beispiel Spezialärzte für innere Medizin – oftmals wie Allgemeinmediziner eine medizinische Grundversorgung anbieten», so der Schlieremer Stadtrat. Darüber hinaus sei vor einem Jahr das Institut für Klinische Notfallmedizin am Spital Limmattal um eine Notfallpraxis erweitert worden.

Andreas Geistlich hatte in seiner kleinen Anfrage erklärt, es brauche in Schlieren «nicht nur zusätzliche Hausärzte für die neuen Einwohner, sondern auch Ersatz für die Übernahme der bestehenden Hausarztpraxen bei Pensionierung». Laut dem FDP-Parlamentarier gibt es in Schlieren derzeit 13 Grundversorger für Erwachsene. Es könne aber davon ausgegangen werden, «dass ein grosser Teil von ihnen sich innert fünf bis zehn Jahren in den Ruhestand begeben wird».

Gleichzeitig steige die Einwohnerzahl stark an, so Geistlich – mit der Folge, dass bereits heute bestehende Arztpraxen neue Patienten, die einen Hausarzt suchen, «wegen bestehender Überlastungen» nicht mehr annähmen. Für die Attraktivität einer Wohngemeinde sei eine gute medizinische Grundversorgung aber wichtig, schreibt Geistlich weiter. Dazu gehöre auch die Möglichkeit der Wahl eines Hausarztes in unmittelbarer Wohnnähe. «Diese scheint mir für die weitere Zukunft unsicher oder gar nicht gewährleistet», so Geistlich.

Markt wirke regulierend auf Situation

Der Stadtrat vertritt in seiner Antwort die Auffassung, «dass hier der Markt (Angebot und Nachfrage) weitgehend regulierend auf die Situation einwirkt». Ausserdem gelte es grundsätzlich festzuhalten, «dass der Stadtrat rechtlich keine Handhabe hat für konkrete Massnahmen zur Verbesserung der Hausarztsituation in Schlieren».

Mit der Thematik «Ärztemangel» sei auch die Frage des Nachwuchses eng verbunden, so der Stadtrat weiter. Und hier seien in erster Linie nicht die Gemeinden, sondern der Bund und die Kantone gefordert. Für den Schlieremer Stadtrat müsste zudem «ein Umdenken bei Ärzten und Patienten» einsetzen: «Nicht alle medizinischen Leistungen, die unter den Begriff ‹Grundversorgung› fallen, müssen ‹monopolmässig› von Ärzten erbracht werden. Viele medizinische Grundleistungen könnten ebenso gut beispielsweise von Pflegefachleuten, etwa von der Spitex, professionell erbracht werden.» (wi)

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