Nun äussert sich auch Adrian Leimgrübler noch zum Rekursentscheid. Der Gesamtregierungsrat entschied letzte Woche, die fristlose Entlassung des ehemaligen Dietiker Statthalters durch die Justizdirektion zu stützen und den Rekurs Leimgrüblers dagegen abzulehnen.

Zum Inhalt des Entscheids nahmen die Justizdirektion und der Regierungsrat mit Verweis auf den Persönlichkeitsschutz jedoch nur knapp Stellung. Die Justizdirektion nahm den Entscheid «mit Zufriedenheit» zur Kenntnis und betonte, Leimgrübler habe die «besondere Vertrauens- und Verantwortungsposition», die ein Statthalter innehabe, nicht erfüllt. Der Regierungssprecher sagte, es sei «die Summe aller Vorfälle» gewesen, welche die im Dezember 2015 erfolgte fristlose Entlassung rechtfertige.

«Ungereimtheiten»


Dies sieht der ehemalige Statthalter anders, wie er nun gegenüber der Limmattaler Zeitung ausführt. Er und diverse andere Juristen seien überzeugt, dass die Justizdirektion gar nicht befugt gewesen sei, ihn zu entlassen, sagt er. Er verweist zudem auf «Ungereimtheiten» in der Begründung des Regierungsrats. So habe die externe Untersuchung, auf welche sich die Entlassung stützte, diese nicht empfohlen, sondern nur Abklärungen – die aber nicht gemacht worden seien.

Zudem hätte der Regierungsrat laut Leimgrübler den Ausgang des Strafverfahrens, welches gegen ihn läuft, abwarten müssen. Denn die externe Untersuchung habe als wichtigste Grundlage für die Entlassung den Vorwurf genannt, er habe die Arbeitszeit nicht richtig erfasst, sagt Leimgrübler. Vom Staatsanwalt werde dieser Vorwurf aber erst untersucht. «Nun ist dieser Tatbestand für eine Entlassung gemäss Regierungsrat plötzlich nicht mehr wesentlich, obwohl er in der Kündigung ausdrücklich als Entlassungsgrund angeführt wird.»

Dass der Regierungsrat festhält, es würden trotzdem noch «verschiedene, in der Gesamtsumme schwerwiegende Verfehlungen» vorliegen, sei primär auf «Behauptungen und Unterstellungen» zurückzuführen, die erfunden seien, sagt Leimgrübler. «Da ist nebulös von erheblichen Mängeln in der personellen, fachlichen und administrativen Führung die Rede.»

So werde eine Mitarbeiterin erwähnt, der er erlaubt habe, ohne Arztzeugnis während der Arbeitszeit ein für ihre Gesundheit notwendiges Training zu absolvieren. Dies sei nicht wahr, es sei ein Zeugnis vorgelegen.

Erfunden seien auch die Behauptungen, es habe keine Stellenbeschriebe, keine Arbeitszeitprotokolle der Mitarbeitenden und keine Pendenzenlisten für Fälle gegeben. «Dazu passt auch die ungeheuerliche Behauptung, ich hätte beharrlich Weisungen missachtet», so Leimgrübler.

Wahr sei hingegen, dass er Akten vernichtet habe. Doch habe es sich um keine schwerwiegenden Fälle gehandelt – solche, die bereits «zu hunderttausenden» in den Archiven lagerten. Es sei dafür «schlicht kein Platz mehr vorhanden» gewesen. Richtig sei auch, dass er keine jährlichen Mitarbeiterbeurteilungen durchgeführt habe. Doch habe er den Mitarbeitenden regelmässig Feedback gegeben.


Gegen Leimgrübler läuft nach wie vor ein Strafverfahren, dessen Ausgang offen ist. Er kandidiert bei den Wahlen vom 12. Februar wieder für seinen alten Job, jedoch ohne die Unterstützung seiner Partei, der FDP. Diese portiert mit Simon Hofmann einen jungen Juristen aus der Stadt Zürich. Zur Wahl steht mit Ramon Steffen auch ein Parteiloser.