Die Sporthalle Büel in Unterengstringen hat sich am Wochenende in einen nationalen Schauplatz für rund 400 Kunstturnerinnen aus der ganzen Schweiz verwandelt. Athletinnen im Alter zwischen 5 und 25 Jahren massen sich am 44. Limmatcup in den Disziplinen Sprung, Barren, Balken und Boden. Organisiert wurde der Wettkampf vom Turnverein Engstringen. Dieser freute sich über den Anlass: «Für den TV Engstringen ist der Limmatcup dank unserer Festwirtschaft und den lokalen Sponsoren eine rentable Tradition», sagte OK-Mitglied Susan Erni.

Die neunjährige Melanie Schai beim Bodenturnen

Die neunjährige Melanie Schai beim Bodenturnen

Am 44. Limmatcup zeigte auch die neun-jährige Melanie Schai ihr Können.

Zu viele Anmeldungen

Allerdings sind die Kosten für die Organisation gestiegen. Neue Richtlinien an die Infrastruktur mussten erfüllt werden: Die Geräte und Matten mussten neu nach Weltmeisterschaftsnormen zertifiziert sein. Dies bedeutete, dass die bisherige Infrastruktur nicht mehr benutzt werden konnte. Deshalb kostet die Teilnahme für die Kunstturnerinnen nun etwas mehr als noch im letzten Jahr. Trotzdem sei das Interesse gross gewesen und einige Anmeldungen für den Wettkampf hätten aus Kapazitätsgründen sogar abgelehnt werden müssen, so Erni.

Einer, der die ganze Entwicklung des Limmatcups mitverfolgt hat, ist der 69-jährige Charles Egli, Vizepräsident des Limmatcups. Gerne denkt er an die Anfänge zurück, als man noch auf der Wiese turnte und die Geräte in die Halle zügelte, wenn sich Regen anmeldete.

«Der TV Engstringen stellt schon seit 1986 keine Kunstturnerinnen mehr auf, obwohl unser Verein früher eine führende Riege im Kunstturnen war», erzählte er. «1984 schickte man noch die Engstringerin Nathalie Pedrocchi-Seiler an die Olympiade in Los Angeles.»

Doch etwas bleibe beim Limmatcup immer gleich, sagt Egli: Das erklärte Ziel sei die Nachwuchsförderung, und der Mannschaftswettkampf habe Priorität vor dem Einzelwettbewerb. Denn im Team hätten mehr Athletinnen die Chance auf eine Medaille.

Der Teamgeist ist stark

Dass der Grundgedanke des Teamgeists am Limmatcup gelebt wird, ist in der Sporthalle Büel spürbar. «Du hättest auch weniger Punkte bekommen können», tröstet die achtjährige Lou Meier vom Kutu Weiningen ihr Gspänli Melanie Schai und umarmt es. Melanie hat zwar ihre Figuren auf dem Balken elegant geturnt, aber sie hat auch zwei Elemente weggelassen. Den Wechselsprung konnte sie nicht machen und den Strecksprung hat sie vergessen.

Auch Trainerin Emmi Schmid nimmt die Leistung ihres Schützlings gelassen: «Ach Melanie, du bist einfach ein Schmetterling, schön, aber etwas zu wenig konzentriert», sagt Schmid, die selbst als Kunstturnerin an Weltmeisterschaften teilgenommen hat und nun seit 48 Jahren in Weiningen junge Kunstturnerinnen trainiert.

Melanie Schai erzielt trotzdem den 18. Rang, das zweitbeste Limmattaler Resultat in der Kategorie P1 mit 107 Turnerinnen, nach der fünftplatzierten Urdorferin Eleonora Guarino. Von insgesamt 16 Mannschaften der Kategorie P1 schafft der Kutu Weiningen den siebten Rang, Urdorf den vierten.