Limmattal

Acapulco Stage Divers entdecken ihre Wurzeln neu

Vor 17 Jahren gegründet: Die Limmattaler Band Acapulco Stage Divers besteht aus Ken Ebizuka (Gitarre), Thomas Hoffmann (Gesang und Gitarre), Stefano Pedrazzi (Gitarre), Oliver Müller (Bass) und Mario Kummer (Schlagzeug, v.l.n.r.). zvg

Vor 17 Jahren gegründet: Die Limmattaler Band Acapulco Stage Divers besteht aus Ken Ebizuka (Gitarre), Thomas Hoffmann (Gesang und Gitarre), Stefano Pedrazzi (Gitarre), Oliver Müller (Bass) und Mario Kummer (Schlagzeug, v.l.n.r.). zvg

Die Acapulco Stage Divers bringen ein neues Album heraus – und fühlen sich noch immer wie bei ihrer Gründung vor 17 Jahren.

Ganz von der Bildfläche verschwunden waren sie nie. Einzelne Mitglieder arbeiteten an Solowerken. Und auch als Band traf man sie auf den Bühnen in und um Zürich immer wieder an. Auf ein neues Album der Acapulco Stage Divers musste man dennoch lange warten. Genau genommen fünf Jahre. Nun ist die fünfköpfige Limmattaler Band zurück. Diesen Freitag feiert sie im Bogen F in Zürich die Taufe ihres neuen Werks «23/10/00».

Das Album erscheint damit fast genau 17 Jahre nach der Gründung der Band, die am 23. Oktober 2000 erfolgte. Als Rückblick auf die Bandgeschichte wollen die Musiker die Platte jedoch nicht verstehen. Denn ans Aufhören verschwenden sie keine Gedanken. «Obwohl wir fünf Jahre lang kein Album mehr aufgenommen haben, war es nie Thema, die Band aufzulösen», sagt Sänger und Gitarrist Thomas Hoffmann.

Die lange Pause zwischen den Alben habe verschiedene Gründe. «Zwischen 2010 und 2013 waren wir für unsere Verhältnisse viel unterwegs. Wir alle arbeiten zu 100 Prozent und leben nicht von der Musik», so Hoffmann. Zudem wolle man keine Kompromisse eingehen. «Überall muss man Eingeständnisse machen, in der Musik wollen wir das nicht», sagt der Sänger.

Keine Nostalgie

Entstanden ist so ein gegenüber den letzten Veröffentlichungen roheres Album. Dies, weil die Band bewusst nur auf jene Instrumente zurückgriff, die sie bereits bei ihrer Gründung verwendete. Auch textlich spielen Erinnerungen eine wichtige Rolle. Die Melancholie, die bereits frühere Werke auszeichnete, bleibt auch auf dem neuen Album nicht auf der Strecke. Eine nostalgische Reise zurück ist «23/10/00» dennoch nicht geworden. Vielmehr trägt der mitunter nachdenkliche Gesang seinen Teil zu einem runden, frischen und unverkennbaren Acapulco-Stage-Divers-Album bei. Das liegt auch an der Entstehungsgeschichte des Albums. Denn die Band ist auch neue Wege gegangen. Zu ersten Mal produzierte sie ein Album nicht selber, sondern holte sich professionelle Unterstützung in einem Studio. Eine besondere Erfahrung, wie Gitarrist Stefano Pedrazzi sagt: «Es fühlt sich an, wie wenn man ein Fünf-Sterne-Hotel besucht. Das Equipment ist hervorragend und alles wird für dich gemacht.» Die Aufnahmen selber seien unaufgeregt über die Bühne gegangen. «Das lange Zusammensein hat seine Vorteile. Wir wissen, was wir voneinander erwarten können», so Pedrazzi.

Am schönsten ist es auf der Bühne

17 Jahre gemeinsam in einer Band zu spielen, schweisst schliesslich zusammen. «Wir gegen die Welt, dieses Gefühl muss da sein. In all den Jahren ist es noch nicht verloren gegangen», sagt Hoffmann. Das spüre man etwa dann, wenn man zusammen im Bandbus an ein Konzert reise, so Pedrazzi. «Das sind schöne Erfahrungen», ergänzt er. Das Grösste ist es für die fünf Musiker aber immer noch, gemeinsam auf der Bühne zu stehen. «Wegen der Live-Auftritte macht man Musik», sagt Gitarrist Ken Ebizuka.

Nicht nur deswegen freut sich die Band auf die Plattentaufe. Mit Oliver Welter wird am Freitag ein besonderer Gast im Bogen F erwartet. Der Sänger der österreichischen Band Naked Lunch hat in seiner Karriere schon einiges erlebt. Gegründet zu den Zeiten, als Grunge das nächste grosse Ding war, gilt die Truppe heute als Wegbereiter für Formationen wie Wanda, die unlängst die Charts aufmischten.

Soweit sind die Acapulco Stage Divers noch nicht. Doch träumen darf man. Auch wenn es sich im Fall von Thomas Hoffmann nicht um die Charts dreht. «Ich würde gerne einmal den Prix Walo gewinnen. Und Monika Kälin müsste ihn uns überreichen.»

Die Plattentaufe findet am Freitag ab 21 Uhr im Bogen F in Zürich statt.

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