Urdorf
«Abzockerheim»: Jetzt befasst sich der Kantonsrat mit den Taxen

Die bereits 100-jährige Luise K. sorgte Anfangs 2018 für Wirbel: Der «Tages-Anzeiger» berichtete im März erstmals über die tapfere Frau, welche sich mit dem Altersheim anlegte, das laut Regierungsrat mehr Geld von ihr verlangte als nötig. Nun ziehen der zwei Kantonsräte die Geschichte weiter und haben eine entsprechende Anfrage gestellt.

Merken
Drucken
Teilen
Der Fall ist noch nicht ausgestanden: Nun nehmen sich zwei Politiker dem Fall an.

Der Fall ist noch nicht ausgestanden: Nun nehmen sich zwei Politiker dem Fall an.

Roger Frei, Zürich

Die Geschichte hatte für Wirbel gesorgt: Eine Seniorin wehrte sich gegen Preiserhöhungen im Urdorfer Altersheim Weihermatt – und erhielt Recht. Der Zürcher Regierungsrat antwortete der Betagten auf die eingereichte Aufsichtsbeschwerde, nachdem diese fünf Jahre lang gekämpft hatte, just einen Tag vor deren 100. Geburtstag (die Limmattaler Zeitung berichtete). Aufgrund von falschen Verbuchungen und wegen Querfinanzierungen hatte die Gemeinde Urdorf die Kosten für die Pensionäre rechtswidrig erhöht. Nun reichte der Schlieremer Kantonsrat Pierre Dalcher (SVP) zusammen mit seinem Volketswiler Parteikollegen Benjamin Fischer eine Anfrage betreffend dem Thema «Abzockerei der Senioren in zürcherischen Altersheimen» ein. Bereits im vergangenen April habe man in den Zeitungen lesen können, dass nach Ansicht des Preisüberwachers Stefan Meierhans klare Indizien vorlägen, dass in grösserem Stil in der ganzen Schweiz ungedeckte Pflegekosten auf die Heimbewohner überwälzt würden, schreibt Dalcher. In diesem Zusammenhang wolle er wissen, ob diese Erkenntnis beim Regierungsrat weiter Abklärungen im Kanton Zürich auslöse und was das Vorgehen wäre, würden sich weitere solche Vorgehen herausstellen. Zudem will er wissen, ob der Regierungsrat es für notwendig hält, gesetzliche Anpassungen vorzunehmen. (AZ)