Der 3. März dieses Jahres war für Peter Haussmann, Präsident des FC Uitikons, und seinen Verein ein trauriger Tag. Die Stimmbürger lehnten die Vorlage mit einem zweiten Fussballplatz, einem Trockenplatz, mit 744 Ja- zu 957 Nein-Stimmen ab. Das Projekt, das der Gemeinderat vorschlug, hätte 4,5 Millionen Franken gekostet. Es wäre auf dem Sportplatz Sürenloh realisiert worden, wo es lediglich einen Rasenplatz für den schnell wachsenden Verein gibt.

«Unbelastete Kräfte»

Am Freitag Abend wird Peter Haussmann seine Präsidentschaft an der Generalversammlung des FC Uitikons abgeben. Sein Nachfolger wird der bisherige Vize, Daniel Wallner. Haussmann war drei Jahre im Amt. Darauf gekommen ist er über seinen Sohn, der Fussball spielt. «Es müssen nun Kräfte ran, die unbelastet die Situation anschauen können», sagt er.

Damit spricht er nicht zuletzt das Verhältnis zum Tennisclub an, der bei der Maximalvariante zu zwei neuen Tennisplätzen gekommen wäre. Der Tennisclub lehnte das Projekt aber ab, zum Unverständnis der Fussballer und ihres Präsidenten. Haussmann ist heute noch der Ansicht, man habe eine grosse Chance verpasst, auch der Tennisclub, der die Vorlage abgelehnte, weil er eine Tennishalle wollte.

«Es wird auf längere Zeit nicht mehr möglich sein, von den Vereinen aus ein Sportprojekt zu realisieren. Zudem habe der Frühling mit seinem schlechten Wetter gezeigt, wie wichtig ein zweiter Platz, ein Trockenplatz, für den Fussballclub sein könnte.

Schade findet der Noch-Präsident auch, dass die 500 000 Franken, die von einer privaten Stiftung an den Platzbau gesprochen worden waren, nun hinfällig werden und damit für den Uitiker Sportplatzbau verloren sind.

Doch Haussmann ist nicht frustriert: «Es lohnt sich nicht, dem nachzutrauern, man muss einen Schlussstrich ziehen», sagt er. «Man muss vorwärts schauen, wie im Sport. Wenn man verloren hat, geht es trotzdem weiter.»

Neue Lösungen müssen her

Der Verein wächst, vor allem bei den Jungen, nach wie vor stetig. Das bedingt neue Kapazitäten. Man ist im Verein zumindest froh, dass man vorübergehend auf den Platz des Massnahmezentrums und auf die Allmend ausweichen durfte.

Die Fussballer haben ihre Fühler wieder in Richtung Gemeinde ausgestreckt. «Es finden Diskussionen statt, wie man die Kapazitäten erweitern kann», sagt Haussmann. Der Gemeinderat sei dabei sehr hilfsbereit und initiativ.

Nun zeichnet sich zumindest am fernen Horizont doch noch eine Lösung ab, wenn auch eine bescheidenere, als es die Vorlage im März war. «Die Gemeinde engagiert sich sehr für ein neues Projekt», weiss Haussmann. Es soll kleiner werden als der einst geplante Trockenplatz und es soll auf Rasen, nicht auf Kunstrasen gespielt werden. Die Gemeinde führe auch Gespräche mit dem Tennisclub, damit auch dessen Bedürfnisse abgeholt werden können. «Die Gemeinde ist sehr kooperationswillig», sagt Haussmann, «hoffentlich auch der Tennisclub.»

Neu als Lehrer in der Schule

Haussmann, eigentlich Jurist und Inhaber eines Kommunikationsbüros, verbringt nun die Hälfte seiner Zeit in der Schule. Er hat eine Teilzeitstelle in der Primarschule im Schulkreis Letzi in Altstetten angenommen. Er tue dies mit einer Riesenfreude, sagt er. Es verändere seinen Blickwinkel, wenn er, als Uitiker, vor einer Klasse sitze, die zu 100 Prozent einen Immigrationshintergrund besitze. «Das relativiert die Probleme hier oben in Uitikon merklich», hat er festgestellt. «Diese Stelle tut mir gut, sie beleuchtet den Alltag ganz neu. Ich schaue heute auch anders auf Uitikon.»