Am Freitagvormittag hat der Kanton Zürich seine Abstimmungsbroschüre zum Abstimmungssonntag vom 23. September veröffentlicht. Darin geht es auch um die zweite Abstimmung über die Limmattalbahn. Fast auf den Tag genau heute vor einem Jahr hatten die Limmattalbahn-Gegner 7783 Unterschriften gegen den Bau der zweiten Bahn-Etappe eingereicht. Diese erstreckt sich von Schlieren bis zum Bahnhof Killwangen-Spreitenbach.

Wir fahren die Strecke der Limmattalbahn ab

Wir fahren die Strecke der Limmattalbahn ab

Ein Beitrag der az Limmattaler Zeitung

In der Abstimmungsinformation sprechen sich der Zürcher Kantonsrat, der Zürcher Regierungsrat, die Behörden der Limmattaler Standortgemeinden sowie die Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL) gegen die Volksinitiative und damit für die Limmattalbahn aus. Dieser hatte das Volk des Kantons Zürich am 22. November 2015 zugestimmt. Der Regierungsrat weist in seinem Text darauf hin, dass es sich bei der Limmattalbahn um ein Generationenprojekt handle, das die Lebens- und Umweltqualität im Limmattal verbessere, da es die Region vom stark wachsenden Verkehr entlaste. Dies sei für den ganzen Kanton Zürich und seine Bevölkerung von Nutzen und von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung. Zudem sei das Projekt nun an einzelnen Stellen verbessert worden. Ein Ja zur Initiative und damit ein Nein zur zweiten Limmattalbahn-Etappe hätte erhebliche Kosten zur Folge und würde den Kanton als verlässlichen Planungspartner infrage stellen, schreibt der Regierungsrat weiter.

Was die Limmattalbahn-Gegner sagen

Auch das Initiativkomitee unter der Leitung des Dietikers Bernhard Schmidt kommt in der Abstimmungsbroschüre zu Wort. Es fordert dazu auf, dem Limmattal keine Limmattalbahn aufzuzwingen und weist darauf hin, dass der Bezirk Dietikon und insbesondere die Standortgemeinden die Limmattalbahn abgelehnt hatten. Einzig aus Uitikon, Birmensdorf und Aesch hatte es 2015 ein Ja gegeben.

Es gehe nun bei der zweiten Abstimmung um das Selbstbestimmungsrecht der Limmattaler Bevölkerung, schreibt das Initiativkomitee weiter. Zudem verweist es auf die Kosten und befürchtet eine massive Verschlechterung der Lebensqualität, sollte die Bahn bis Killwangen-Spreitenbach gebaut werden.

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Vom Kanton wird hingegen geltend gemacht, dass sich alle Konzepte für eine nachhaltige Raum- und Siedlungsentwicklung der Limmattaler Standortgemeinden auf das Projekt Limmattalbahn abstützen. All diese Konzepte würden hinfällig werden, wenn die Limmattalbahn nicht gebaut wird, heisst es in der kantonalen Abstimmungsbroschüre weiter. Insbesondere ist auch von den ergänzenden Massnahmen am Strassennetz die Rede. Mit diesen und mit der Limmattalbahn könne das Limmattal langfristig seine Vorzüge als qualitativ hochstehender Wohn-, Lebens- und Wirtschaftsraum behalten, was der Bevölkerung im Limmattal, im Kanton Zürich und im Aargau zugutekomme.

Infogram: So stimmte das Limmattal 2015 ab.

Infrogram: So stimmte das Limmattal 2015 ab.

Es prallen somit im Abstimmungskampf zwei Lager aufeinander, die sich beide für die Lebensqualität im Limmattal einsetzen wollen. Wer von beiden Recht hat, entscheidet das Volk.
Die weiteren in der Abstimmungsbroschüre enthaltenen Abstimmungsthemen sind die Volksinitiative für ein Film- und Medienförderungsgesetz sowie die Volksinitiative, die sich für Wildhüter statt Jäger ausspricht.