«Ich bin sehr zufrieden», sagte Katrin Furrer-Schlatter, die Interimspräsidentin des Quartiervereins, gestern auf Anfrage. Das Resultat zeige, dass die Bevölkerung im Weininger Dorf jene im Quartier Fahrweid nicht ganz vergessen habe.

Mit 52,27 Prozent der Stimmen lehnte das Stimmvolk den Antrag des Gemeinderates ab. Dieser wollte künftig in eigener Kompetenz darüber beschliessen, zu welchen Zwecken die Räume des gemeindeeigenen Quartierzentrums genutzt werden sollen. Eine Idee hatte er bereits. So sollten die Tagungsräume im Obergeschoss des Gebäudes für den Betrieb eines Kindergartens genutzt werden, weil es auf das Schuljahr 2015/2016 einen dritten Kindergarten braucht.

«Müssen andere Lösung suchen»

Weil ein Erweiterungsbau des Kindergartens gemäss einer Projektstudie rund 1,8 Millionen Franken kosten und der Weg bis zur Bewilligung lange dauern würde, wollte der Gemeinderat vorerst die Räume im Quartierzentrum nutzen.

Gleichzeitig war aus Sicht der Exekutive die Situation im Restaurant unbefriedigend. Sie ist der Meinung, dass sich die Rentabilität der Liegenschaft mit einem reinen Gastronomiebetrieb nicht mehr erreichen lasse. Deshalb hatte sie letzten Frühling den Ausbildungsbetrieb «Hotel & Gastro Formation» als Teilmieterin der Gastronomieräume per Oktober 2013 akquiriert.

Wegen des Kindergartens hätten nun aber die Schulungsräume der «Hotel & Gastro Formation» in die Lounge im Erdgeschoss dislozieren müssen. Für ein Restaurant wäre kein Platz mehr gewesen.

Diese Pläne sind mit dem gestrigen Votum nun vom Tisch. Noch an der Gemeindeversammlung vom 5. Dezember wurden sie gutgeheissen. Allerdings verlangte dort mehr als ein Drittel der anwesenden Stimmberechtigten eine nachträgliche Urnenabstimmung.

Gemeindepräsident Hanspeter Haug wollte trotz des Entscheides nicht von einer Enttäuschung sprechen. «Die Stimmbürger haben entschieden, dass sie unsere Pläne nicht wollen», sagte er auf Anfrage. Ziel des Gemeinderates sei es gewesen, für den Kindergarten eine Übergangslösung zu schaffen, damit in Ruhe ein dauerhafter Vorschlag hätte geplant werden können. «Nun müssen wir nach einer anderen Lösung suchen. Allerdings drängt die Zeit, weil der Bedarf nach einem zusätzlichen Kindergarten ausgewiesen ist», so Haug.