Dietikon

Absperrgitter führen die Besucher: Das war der erste Frischmarkt seit Corona

Gemüse, Flatterband und Desinfektionsmittelspender: Beim ersten Dietiker Frischmarkt seit dem Notstand steht die Sicherheit im Fokus.

«Alle haben grosse Freude: die Kundinnen und Kunden, die Marktfahrer und die Stadt», sagt Kurt Bräm. Der Dietiker Landwirt ist verantwortlich für die Kommunikation und Koordination zwischen den Marktfahrern und der Stadt. Gestern stand er seit langem mal wieder auf dem Kirchplatz im Einsatz. Erstmals seit dem Lockdown konnte der Frischmarkt in Dietikon wieder durchgeführt werden. Die Stimmung sei beim Aufbau am Morgen sehr gut gewesen, sagt Bräm. Alle Marktfahrer hätten sich gefreut, wieder zu kommen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Marktverkauf für viele ein wichtiges finanzielles Standbein sei.

Auch der leichte Nieselregen und die tiefe Temperatur können der guten Stimmung keinen Abbruch tun. Vier Stände bieten vor Ort ihre Ware feil. Dazwischen sorgen Absperrgitter und Flatterband dafür, dass die Besucher in klaren Bahnen über den Kirchplatz geleitet werden. Markierungen am Boden verschaffen die nötige Orientierung. Alle Wege verlaufen nur in eine Richtung und jeder Stand hat einen eigenen Eingang und einen separaten Ausgang. An vielen Ecken stehen Spender mit Desinfektionsmittel und mehrere Plakate klären die Kunden über die Verhaltensregeln auf.

Viel positives Feedback von Kundinnen und Kunden

Vor wenigen Monaten hätte dieser Anblick viele wohl stark irritiert. Aber gestern läuft auf dem Kirchplatz alles ruhig und besonnen ab. Die meisten halten sich gut an die Weisungen auf den Plakaten. «Die Leute haben sich langsam an die ganzen Sicherheitsmassnahmen gewöhnt, die sie schon aus den Läden kennen», sagt Gemüseproduzent Samuel Nötzli. Er habe viele positive Rückmeldungen von erfreuten Kunden erhalten. «Und für uns ist es schön, wieder auf den Markt zu kommen und die Menschen mit guten Lebensmitteln zu versorgen», sagt er. Mittwochs sei es in Dietikon üblicherweise etwas ruhiger, deshalb sei er vom Kundenaufkommen eher positiv überrascht.

Während sich beim Gemüsestand immer wieder kleine Schlangen bildeten, ist der Verkauf bei der Oberstadt-­Bäckerei etwas schleppend angelaufen. Wegen der schlechten Witterung habe er weniger Kunden erwartet, deshalb sei er zufrieden, sagt Verkaufsleiter Amadeo Drigatti. «Wir wollen zeigen, dass alles wieder schrittweise normaler wird. Und wir haben es vermisst, uns auf dem Markt zu präsentieren.»

Er freue sich auch darüber, wieder Begegnungen mit Kunden zu pflegen, sagt Samuel Nötzli. Das Zwischenmenschliche werde auf dem Markt gross geschrieben. Das sieht auch Rosmarie Frehsner so, die den ersten Markt mit ihrem Mann Karl besuchte. Die langjährige Dietiker Gemeinderätin und Kantonsrätin wohnt seit über 50 Jahren mit dem legendären Skitrainer im Dietiker Zentrum. «Auf dem Markt trifft man viele Leute, die man lange nicht mehr gesehen hat, und kann sich wieder austauschen», sagt sie. Es freue sie, dass Sämi Nötzli gleich wieder dabei sei. Die Familie Nötzli habe den Dietiker Frischmarkt seit Jahrzehnten immer mit in Bewegung gehalten. Karl Frehsner stört sich nicht daran, dass nur wenige Anbieter vor Ort sind: «Die wichtigsten sind da. Ein guter Beck und Käse – mehr brauchts doch gar nicht.»

«Die Zusammenarbeit hat super geklappt und der erste Markt ist gut über die Bühne gegangen», sagt der Dietiker Standortförderer Adrian Ebenberger. Trotz guter Vorbereitung hätte am Morgen beim Aufstellplan für die Stände ein wenig improvisiert werden müssen. «Am Samstag rechnen wir mit sieben bis acht Ständen. Dann rückt alles näher zusammen und wir müssen noch besser koordinieren», sagt er. Weil der Start so gelungen sei, sieht er dem optimistisch entgegen. Jetzt gehe es vor allem um die Feinabstimmung.

Der Markt belebe wieder regelmässig den Kirchplatz und sei wichtig für die Identifikation mit dem Stadtzentrum, sagt Ebenberger. Deshalb lege die Stadt grossen Wert auf sein erfolgreiches Weiterbestehen. Die Stadt habe bei der Vorbereitung viel Unterstützung geboten, lobt Kurt Bräm. Auch deshalb habe die Organisation trotz langer Pause so gut geklappt. «Es ist ganz wichtig, dass wir den Markt wieder durchführen können. Bei uns im Hofladen haben immer wieder Kunden erzählt, wie stark sie ihn vermissen.»

Auch in Urdorf geht das Markttreiben wieder los: Am Donnerstag, 14. Mai, findet von 8 bis 11 UHr erstmals in diesem Jahr der Muulaffemärt statt.

Am Donnerstag, 14. Mai, wird auch der Urdorfer Muulaffemärt auf dem Muulaffeplatz in die Marktsaison 2020 startet. Und zwar um 8 Uhr.

Auch der Muulaffemärt ist wieder da

Am Donnerstag, 14. Mai, wird auch der Urdorfer Muulaffemärt auf dem Muulaffeplatz in die Marktsaison 2020 startet. Und zwar um 8 Uhr. 

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