Vier Mal jährlich rücken die Angestellten des Schlieremer Werkhofs aus, um Altmetall einzusammeln. An vorgegebenen Daten wird dieses von Privathaushalten auf den Trottoirs deponiert. Damit soll bald Schluss sein, wie der Stadtrat jüngst mitteilte. In der revidierten Abfallverordnung, die voraussichtlich per Anfang 2019 in Kraft tritt, sollen diese Touren gestrichen werden, da Private den Ertrag strittig machen.

«Die Stadt sammelt jährlich 80 Tonnen Altmetall», schreibt der Stadtrat in seinem Beschluss. Doch gebe die Bevölkerung rund 68 Tonnen bei der Hauptsammelstelle beim Werkhof an der Bernstrasse ab. Die restlichen rund 15 Prozent Altmetall werden vier Mal jährlich, jeweils an einem Mittwoch, eingesammelt. «Dies haben auch Alteisenhändler aus der Umgebung bemerkt und fahren vor der eigentlichen Sammlung durch die Stadt, um qualitativ hochstehendes Altmetall zu suchen und mitzunehmen.» Das Abfuhrwesen müsse in der Folge am Abholtag mit einem Fahrer und mindestens drei Ladern den Rest noch einsammeln, was mit einem umgebauten Lastwagen geschehe.

Kehrichtwagen nicht geeignet

«Dieser umgebaute Lastwagen wurde von der Polizei mehrmals beanstandet und darf so nicht mehr eingesetzt werden», schreibt der Stadtrat weiter. Um ihn jedoch für die Abholung von Altmetallen tauglich zu machen, müsste die Stadt kostspielige Schlosserarbeiten durchführen lassen. Der Kehrichtwagen der Stadt entspreche zwar den Verkehrsgesetzen, sei für die Altmetallsammlung jedoch nicht geeignet, da das Material der Innenwand des Aufbaus beschädigt würde und dadurch erhebliche Mehrkosten entstünden. «Deshalb soll die künftige Altmetallsammlung nur noch im Bringsystem an der Hauptsammelstelle angeboten werden», schreibt der Schlieremer Stadtrat weiter. Versuchsweise öffnete die Stadt ihre Hauptsammelstelle seit diesem Jahr jeden Samstag zwischen 10 und 12 Uhr. Dies habe sich bewährt und solle nun definitiv eingeführt werden.

«Hat ein Kunde auf Stadtgebiet kein Fahrzeug und findet aus seinem Umfeld niemanden für den Transport des Altmetalls, bietet das Abfuhrwesen Kleinmengenabholungen von Wertstoffen für einen Unkostenbeitrag von 30 Franken an», so der Stadtrat. Dabei handelt es sich jedoch nicht um den einzigen Punkt, in welchem die aktuell gültige Abfallverordnung aus dem Jahr 2016 überholt ist. So wurde auch der Begriff «Siedlungsabfälle» neu definiert. Dabei handelt es sich um die Definition von Abfällen aus Privathaushalten und kleineren Betrieben, für deren Entsorgung die Gemeinde verantwortlich ist. Neu müssen Betriebe, die bezüglich Inhalt und Menge vergleichbare Abfälle wie Privathaushalte haben, aber über mehr als 250-Vollzeit-Angestellte verfügen, selber für die Entsorgung ihres Abfalls aufkommen.

Vereinbarungen mit Unternehmen

Diese Neuerung könne neben zusätzlichem Mehrverkehr auf Stadtgebiet auch zu jährlichen Mindereinnahmen von rund 170 000 Franken führen, wie der Stadtrat schreibt. «Die Abteilung Werke, Versorgung und Anlagen wird mittels Dienstleistungsangeboten Gegenmassnahmen ergreifen.»

Auch sind in der neuen Verordnung Spezialfälle vorgesehen. «Die Stadt erhält die Möglichkeit, mit Unternehmen, die grosse Abfallmengen produzieren, Vereinbarungen zur Abfallvermeidung oder Abfallbehandlung abzuschliessen», schreibt die Exekutive. Weiter könne die Stadt bei der Nutzung des öffentlichen Grunds Beschränkungen und weitere Massnahmen zur Abfallbewirtschaftung anordnen. «Einkaufsläden oder Betriebe der Unterwegsverpflegung können verpflichtet werden, Sammelbehältnisse für Kehricht zur Verfügung zu stellen und liegen gelassenen Unrat einzusammeln», so der Stadtrat.