Dietikon

Abgelehnt: Stadt wird Corona-Defizite der Kitas nicht decken

Das Coronavirus hat den Kindertagesstätten zugesetzt: Viele haben in den vergangenen Monaten Defizite eingefahren.

Das Coronavirus hat den Kindertagesstätten zugesetzt: Viele haben in den vergangenen Monaten Defizite eingefahren.

Das Dietiker Parlament will Kitas nicht stärker unterstützen. Gegen eine Erhöhung der Betreuungssubventionen hat es vorerst aber nichts.

Wegen der coronabedingten Einschränkungen der vergangenen Monate haben Kindertagesstätten Verluste eingefahren. Die Stadt Dietikon soll deren Löcher stopfen, hatte AL-Gemeinderat in einem Postulat angeregt. «Es sind beträchtliche Verluste, die die Kindertagesstätten hinnehmen müssen», hielt Joss an der Parlamentssitzung am Donnerstagabend fest.

Der Stadtrat sprach sich dagegen aus, das Postulat entgegenzunehmen. Es gehe nicht um die Frage, ob Kindertagesstätten unterstützt werden, sondern in welcher Höhe, sagte Finanzvorstand Rolf Schaeren (CVP). Denn es lägen Vorschläge auf dem Tisch, gemäss denen die öffentliche Hand 80 Prozent der Kita-Verluste übernehmen werde.

«Das ist im Vergleich zu anderen Branchen ein grosser Anteil», sagte Schaeren. Eine weitere Aufstockung auf 100 Prozent sei nicht angezeigt. «Alle Corona-Unterstützungsbeiträge haben etwas gemein, es wird nicht der gesamte Verlust gedeckt.» Ein Teil des unternehmerischen Risikos verbleibe bei den Unternehmen. «Diese Antwort befriedigt mich hinten und vorne nicht», entgegnete Joss. «Es handelt sich doch nicht um eine Branche wie jede andere.» Kindertagesstätten seien keine Unternehmen, die Gewinn machen. Ihr Überleben sei wichtig. «Sie stellen auch einen Standortvorteil für Dietikon dar.»

Joss fand im Parlament aber keine Mehrheit für sein Anliegen. Mit 14 zu 19 Stimmen sprachen sich die Gemeinderäte – wie vom Stadtrat beantragt – gegen eine Überweisung des Postulates aus. Es ist damit vom Tisch.

Stadtrat nahm Postulat von Camenisch (SP) entgegen

Zu einem zweiten Betreuungspostulat wird der Stadtrat hingegen innert sechs Monaten Bericht erstatten. Er wird dabei aufzeigen, ob er die städtischen Subventionen für ausserfamiliäre Betreuungsangebote ausbauen und statt wie bis anhin Krippenplätze zu subventionieren neu Betreuungsgutscheine abgeben will.

Dies hatte Kerstin Camenisch (SP) in einem Vorstoss angeregt. Am bisherigen System kritisiert sie unter anderem, dass die Gesamtsubventionssumme plafoniert ist: Der Betrag sei gleich hoch geblieben, obwohl die Nachfrage nach Betreuungsplätzen im Zuge des Bevölkerungswachstums gestiegen sei. Indem alle Anspruchsberechtigten Gutscheine erhielten, liesse sich Rechtsgleichheit schaffen, begründete sie den vorgeschlagenen Systemwechsel. Denn heute stünden nicht allen einkommensschwachen Familien subventionierte Plätze zur Verfügung.

Der Stadtrat war bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Aus dem Parlament kam kein Antrag auf Nichtüberweisung.

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