Seit dieser Woche wachen drei zusätzliche 200-Liter-Abfallbehälter und zwei mobile Toiletten über die Nötzliwiese. Die Stadt Dietikon hat damit auf die vor einer Woche eingereichte Petition «Saubere Nötzliwiese» reagiert. Darin hatten die Petitionäre die Infrastrukturabteilung gebeten, auf der Nötzliwiese neben dem Bahnhof Dietikon «noch in dieser Woche mindestens ein (mobiles) WC oder besser zwei, eines für Frauen und eines für Männer» sowie bewirtschaftete Behälter für Alu- und PET-Recycling aufzustellen. Auch die schwarzen Müllsäcke am Zaun sollten entfernt werden, da Ratten darin nisten könnten.

Rüsten wollten sich die Petitionäre gegen die Flut von Gummiböötlern, die im Sommer täglich zu Hunderten an der Nötzliwiese anlegen. In zehn Tagen kamen Anfang Juli rund 1000 Unterschriften zusammen. Unterschrieben hat etwa eine Anwohnerin, die sich am Freitagmorgen am Fluss sonnt: «Die Massnahmen sind sinnvoll. Regelmässig sehe ich hier überfüllte Abfalleimer und Müll im Wasser zwischen den Schwänen dümpeln.» Oder eine junge Mutter, die, wie sie sagt, jeden Tag zum Spielplatz hier kommt: «Bisher pinkelten einige Böötler ins Gebüsch, dort, wo meine Kinder Verstecken spielen.» Es freue sie, dass die mobilen Toiletten vom ersten Tag an rege genutzt werden.

«Schon vorher geplant»

Am vergangenen Montag nahm der Stadtrat von der Petition Kenntnis, am gleichen Tag standen die Abfalleimer da, am Mittwoch die Toiletten. Auch die schwarzen Säcke sind verschwunden. «Wir waren sehr erfreut, dass die Stadt unserem Anliegen so rasch nachkam», sagt Petitionär Bernhard Zöbeli, selbst Böötler und regelmässig auf der Wiese anzutreffen. Die Stadt teilt auf Anfrage Folgendes mit: «Die Toiletten konnten so kurzfristig aufgestellt werden, weil sie bereits vor der Eingabe der Petition geplant und bestellt waren.» Auch der Stadtrat erachte die Sauberkeit auf der Nötzliwiese als wichtig und imageträchtig. Derzeit wird das Gelände jeden Morgen von den städtischen Angestellten gereinigt. Seit die Wiese intensiver genutzt werde, habe man auch zusätzliche Entsorgungsbehälter eingeplant.

Wille zum Recycling ist da

«Die herkömmlichen Abfallkübel helfen zwar dem Recycling nicht, sie sind aber ein guter Ansatz», meint Zöbeli. Denn, der Wille der Leute sei da, den Müll zu trennen. Bisher sei die Kapazität der vorhandenen Mülleimer einfach begrenzt gewesen. Die neu gegründete Interessengemeinschaft IG Nötzliwiese befestigte letzte Woche zur Probe Alu- und PET-Sammelsäcke mit Gummibändern an den Eimern der Promenade. Die Mülltrennung mit den Recycling-Säcken funktionierte – allerdings nur so lange, wie diese als solche zu erkennen waren, sagt Mit-Initiant Markus Roth. Er ist überzeugt, dass die Stadtverwaltung gekennzeichnete Eimer oder Säcke fürs Alu- und PET-Recycling auf der Wiese installieren wird. Zusätzliche Massnahmen zur Abfalltrennung werden geprüft, heisst es dazu vonseiten der Stadt. Demnächst nehme der Stadtrat schriftlich zur Petition Stellung.

Der IG schweben noch eine Reihe weiterer Verbesserungen für die Nötzliwiese vor, etwa deren Planierung oder fliessendes Wasser in den Toiletten. Zunächst aber planen sie, als Dankeschön für den Stadtrat Mitte August mit einem Benefiz-Konzert auf der Wiese Geld zu sammeln. «Auch wollen wir den Dietikern zeigen, dass wir einen Beitrag leisten an die entstehenden Unkosten», so Roth. Die Bewilligung dafür reichen sie bald ein.

Drei Abfallkübel mehr flankieren die Nötzliwiese seit Montag. Was noch fehlt, ist ein Eimer fürs Alu- und PET-Recycling.

Drei Abfallkübel mehr flankieren die Nötzliwiese seit Montag. Was noch fehlt, ist ein Eimer fürs Alu- und PET-Recycling.