Seit fast vier Wochen zeigt das Thermometer auch nachts Temperaturen von über 20 Grad an. Viele Menschen bleiben deshalb abends länger draussen, suchen die Nähe zum abkühlenden Nass und grillieren um die Wette. Gerade in solchen Schönwetterperioden werden öffentliche Räume wie Waldplätze mit Feuerstellen, Wiesen an Seen und Flüssen rege genutzt. Die Folgen sind sicht- und hörbar: Wo sich Menschen draussen aufhalten, bleibt Abfall liegen und oft ist es auch lärmiger.

Zu spüren bekommen das vor allem die Werkhöfe der Gemeinden im Limmattal. André Thoma, Leiter der Abteilung Werke, Versorgung und Anlagen in Schlieren sagt: «Die Abfallmenge hat sich in den vergangenen Wochen entlang der Limmat, am Waldrand und auch am alten Reitplatz etwa verdoppelt.» Seit aber die Schulferien begonnen hätten, sei ein klarer Rückgang bemerkbar. Ähnliches ist auch in der Gemeinde Geroldswil festzustellen. Deutlich mehr Abfall gibt es am Limmatufer namentlich beim Werd und dem Mösli.

Die öffentlichen Grillstellen seien ein beliebter Verweilort beim schönem Wetter, teilt die Geroldswiler Gemeindeverwaltung mit. «Die Abfallkübel an den Feuerstellen entlang der Limmat werden nun auch am Freitag und dann wie üblich am Montag geleert, damit sie nicht überlaufen», sagt Daniela Baccaro, Kommunikationsbeauftragte der Gemeinde Oberengstringen. Leta Filli, Mediensprecherin von Entsorgung + Recycling Zürich bestätigt die höheren Abfallmengen im urbanen Raum: «Die Abfälle sind in dieser Schönwetterperiode höher als letztes Jahr. Das liegt aber eher daran, dass der Sommer letztes Jahr schlecht war. Verglichen zu ähnlichen Schönwetterperioden sind die Abfallmengen aber ungefähr gleich hoch.»

Trotzdem ist die Abfallsituation weniger drastisch, als erwartet. Laut der Gemeindeverwaltung Unterengstringen seien bislang keine gröberen Vorkommnisse bekannt. Vollere Abfallkübel und angesammelter Abfall an öffentlichen Plätzen sind zwar auch in der Gemeinde Dietikon anzutreffen, dennoch macht die gleichen Beobachtungen wie in Unterengstringen. «Störende Vorfälle gab es trotz der lang anhaltenden Schönwetterperiode soweit nicht», sagt die Gemeindeverwaltung auf Anfrage. Das Limmattal zeigt sich dem Wetter entsprechend also von seiner sauberen Seite.

Trotzdem kommt es aber auch zu «illegaler Abfallbeseitigung», wie der stellvertretende Polizeichef des Polizeiverbundes rechtes Limmattal, Urs Weiersmüller sagt. «Diese verhält sich dem Wetter entsprechend zyklisch». Als illegal gelte das nicht rechtmässige Deponieren von Abfallsäcken und Sperrgut. Beliebte Plätze für Littering seien das Limmatufer, Schulhäuser und Plätze in Waldnähe oder öffentliche Feuerstellen.

Lau und lauter?

Ähnlich wie beim Abfall verhält es sich auch mit dem Lärm. Obwohl viele Leute abends länger draussen sitzen, haben die Lärmklagen seit Sommerferienbeginn abgenommen. Da waren die Limmattaler im Frühling deutlich lauter als in den vergangenen Wochen: «In den Frühjahresmonaten mussten wir fünf Mal in Unterengstringen und drei Mal in der Fahrweid wegen Lärm intervenieren», sagt Urs Weiersmüller, stellvertretender Polizeichef des Polizeiverbundes rechtes Limmattal.

In den vergangenen Wochen mussten die Polizisten nur noch zwei Mal ausrücken. Einmal kam es in Weinigen, sowie ein Mal in Unterengstringen im Bereich des Schulhauses zu Ruhestörungen. «Ansonsten hatten wir in den letzten drei Wochen keine Lärmklagen in der ganzen Region», sagt Weiersmüller. Die Stadtpolizei Schlieren vermeldet ebenfalls keine Auffälligkeiten. Auch die Stadtpolizei Dietikon verzeichnet keine aussergewöhnlichen Vorkommnisse.

Genau so verhält es sich in der Stadt Zürich. In den letzten 20 Tagen gingen rund 300 Lärmklagen bei der Stadtpolizei ein, rund 80 sind es durchschnittlich an den Sommerwochenenden. Trotzdem sei die Zahl der Lärmklagen nicht aussergewöhnlich bei dieser Wetterlage. Im Vergleich zum Juli vergangenen Jahres sind die Lärmklagen aber deutlich höher. Die Stadtpolizei erklärt dies mit dem regnerischen und kühlen Wetter im vergangenen Sommer. Verglichen mit ähnlichen Schönwetterperioden in den vergangenen Jahren bewegen sich die Lärmklagen auf ähnlichem Niveau.