Auf seiner Baustelle auf dem Kronenareal musste aufgrund der tiefen Temperaturen die Betonier-Etappe verschoben werden.

Beton bleibt flüssig

Wie Josef Wiederkehr von der Josef Wiederkehr Bauunternehmung erläutert, wird der Beton bei Temperaturen ab minus 5 Grad nicht mehr richtig hart. «Der chemische Prozess, der den Beton erhärten lässt, setzt ab einer gewissen Kälte nicht mehr ein. Nimmt man die Schalung nach gegebener Zeit ab, ist er immer noch flüssig.» Damit keine Qualitätseinbussen an der Bausubstanz entstehen, würde das Vorgehen mit dem verantwortlichen Ingenieur besprochen, der die Auswirkungen der Kälte auf den Beton beurteile, so Wiederkehr, der auch im Limmattal baut. Auch Maurerarbeiten können bei solch eisigen Temperaturen nicht mehr ausgeführt werden, fährt er fort: «Pflaster und Mörtel halten da nicht mehr.»

Karl Traub, Präsident der Baugenossenschaft Alterszentrum am Bach in Birmensdorf, hat es besser getroffen. «Die Aussenarbeiten am Alterszentrum sind so weit abgeschlossen. Da die Heizung bereits teilweise in Betrieb ist, können nun Installationsarbeiten ungehindert weiter ausgeführt werden», informiert er über die laufenden Bauarbeiten, welche bis anhin durch die eisigen Temperaturen nicht verzögert worden seien.

Umdisponieren ist gefragt

Brunner wie auch Wiederkehr trifft die Kältewelle jedoch nicht unvorbereitet. «Wenn gewisse Arbeiten wie das Betonieren warten müssen, zieht man eben andere vor», so der Bauherr vom Kronenareal. «Hat man eine Winterbaustelle, dann sind Kälteperioden eingeplant und allfällige Umstellungen werden bereits im Vorfeld besprochen», erklärt er. Auch Wiederkehr befasst sich bereits im Vorfeld des jeweils anstehenden Winters mit Ausweichmöglichkeiten für Arbeiten auf der Baustelle. «Man kann so planen, dass alternativ immer Arbeiten im Inneren ausgeführt werden können, wenn aufgrund tiefer Temperaturen die Aussenarbeiten unterbrochen werden müssen. Das kann vor allem im Januar oder Februar der Fall sein.» Auch personell könne man sich den Wetterbedingungen anpassen. Über die variablen benötigten Kapazitäten werde im Unternehmen mit den Mitarbeitern gesprochen, damit diese nicht unnötig zur Arbeit kämen, so Wiederkehr.

Warme Baracken und Kafi

«Natürlich muss man bei kalten Temperaturen auch an das Personal denken», findet Brunner. «Wir haben deshalb gut geheizte Baracken und ein Kafi und Znüni darf auch nicht fehlen», so der Bauherr. Es sei wie bei Hitze im Sommer: «Da geht es jeweils etwas ruhiger zu und her auf dem Bau. Im Winter muss man halt mehr seckle», scherzt er. Würden die Temperaturen jedoch bis auf minus 20 Grad fallen, müsste man bei ihm selbstverständlich nicht mehr arbeiten, versichert er aber.