Ein Rückblick auf abwechslungsreiche, aber selten erfolgreiche Jahre des HC Dietikon-Urdorf.

März 1993: Nach Monaten der Spekulationen sagen am 23. März die Mitglieder des HC Urdorf/Stapo und jene des HC Dietikon an getrennt durchgeführten ausserordentlichen GV Ja zu einer Fusion. Tags darauf folgt die Gründungsversammlung.Im katholischen Kirchgemeindezentrum Dietikon sind 100 Mitglieder Zeugen der Geburtsstunde des HC Dietikon-Urdorf. Nicht alle jubeln. Hans Lanz, Präsident von HC Urdorf/Stapo, sagt auf die Frage, ob er Präsident des neuen Vereins werden will: «Ich dränge mich nicht auf.»

Mai 1993: Urdorf/Stapo beschliesst die letzte Meisterschaft seiner Geschichte als Zweitletzter der Auf-/Abstiegsrunde NLA/NLB, der HC Dietikon steigt nach 27 Spielen und ebenso vielen Niederlagen aus der zweithöchsten Spielklasse ab. Am Tag danach beginnt die Zukunft. Mit einem Sponsorenlauf holen die Mitglieder 15 000 Franken in die Kasse des neuen Vereins.

Saison 1993/94: Mit Trainer Thomas Zeise und viel Zuversicht steigt der HC Dietikon-Urdorf (unter Präsident Hans Lanz) in seine erste Saison in der Nationalliga B. Star des Teams ist der koreanische Profi Jae-Hwan Kim. Man will erneut an die Türe zur Nationalliga A klopfen. Doch Rang 4 in der Auf-/Abstiegsrunde reicht nicht. Der Traum von der höchsten Liga bleibt unerfüllt. Trotz Aufstockung der NLA auf 12 Teams.

1994/95: Mit vier neuen Akteuren, die alle schon mal in der NLA gespielt haben (Dragan Nevic, Gabi Bise, Thomas Stutz und Martin Mächler) soll Trainer Zeise aufsteigen. Doch erneut klappts nicht. Nur Rang 7 in der 8er-Auf-/Abstiegsrunde NLA/NLB ist für die Mannschaft viel zu wenig. Konsequenz: Zeise ist nicht länger Trainer.

1996/97: Ein früherer Olympiasieger solls diesmal richten. Branko Strbac, der 1984 mit Jugoslawien in Los Angeles Gold gewann, löst Gisler als Trainer ab und verspricht: «Die Aufstiegsrunde schaffen wir problemlos.» Doch schliesslich steigen die Limmattaler mit ihrer Startruppe beinahe in die 1. Liga ab. Nach zwei Remis in den Entscheidungsspielen gegen Erstligist Pratteln reichts nur dank mehr Auswärtstoren zum Ligaerhalt. Auch finanziell läufts gar nicht rund: Es sollen Verbindlichkeiten in der Höhe von 100 000 Franken offen sein.

1999/00: Mit Rückkehrer Thomas Zeise auf der Trainerbank hält der Realismus im HCDU Einzug: «Die Aufstiegsrunde kann für uns kein Ziel sein.» Grund: Die Leistungsträger Oeygarden, Häusler, Caviezel, Henschen und Stauber gingen, eigene Junioren wie Ammann und Zatti kamen. Finanziell gibts für die Akteure kaum mehr etwas zu holen. Erneut reichts nur zu Rang 4 in der Abstiegsrunde. Während der Weihnachtstage schmeisst Zeise frustriert hin, auch deshalb, weil er auf Geld wartet. Peach Rusert übernimmt als Spielertrainer.

2000/01: Rusert bleibt und hat eine schwierige Aufgabe vor sich. Leistungsträger Ammann geht nach Endingen, aus dem Nachwuchs rücken Dogru und Filippi nach. Die NLA ist schon lange kein Thema mehr. Der Ligaerhalt gelingt erst über einen Umweg. Allerdings: In den Entscheidungsspielen gegen Erstligist STV Baden lassen die Limmattaler nichts anbrennen und gewinnen zweimal sicher.

2003/04: Erstmals weist der Verein – seit 2001 unter der Leitung von Mario Tonini – ein positives finanzielles Ergebnis aus. Sportlich reichts mit dem illustren Trainertrio Peach und Olaf Rusert sowie Stefan für Rang 5 in der NLB-Abstiegsrunde.

2004/05: Aufgrund seiner einmal mehr verjüngten Mannschaft gilt der HCDU als einer der Anwärter auf den Fall in die 1. Liga. Und tatsächlich: Der erstmalige Abstieg wird unter dem Trainer-Triumphirat Tatsache. In den Barragespielen sind die Kadetten Espoirs (mit SHL-Profi Gabor Vass und Goran Perkovac) die bessere Mannschaft.

2006/07: Zwei Jahre im Unterhaus sind genug. Mit Trainer Robin Gerber gelingt die Rückkehr in die Nationalliga B. Martin Romer übernimmt als Präsident.

2008/09: U21-Nationalspieler Jonas Affentranger wird zum «Limmattaler Sportstar 2008» gewählt. Seine Freude ist getrübt, als er im Rahmen der Partie gegen Steffisburg den Preis entgegennimmt: Der HCDU hat wegen des Resultats einer anderen Partie keine Chance mehr auf den Klassenverbleib und steigt wieder in die 1. Liga ab.

2011/12: Nach nur drei Pflichtspielen tritt Stefan Konkol als Trainer zurück, weil er die Leistungsbereitschaft im Team vermisst. Im November übernimmt mit Claude Bruggmann der grosse Star des Vereins als Spielertrainer die Mannschaft, die sich im 1.-Liga-Mittelfeld klassiert. Martin Romer tritt an der GV ohne Nachfolger als Präsident zurück.

2012/13: Mit dem nominell stärksten Kader seit Jahren rutscht der HCDU in die Abstiegsrunde. Der Klassenverbleib ist eine Mischung aus Glück (eine Mannschaft weniger als vorgesehen steigt ab) und Können (die Leistungsträger finden gerade noch zu ihrer Stärke). Jungvater Bruggmann hat seinen Abgang zum Saisonende frühzeitig bekannt gegeben.

2013/14: Nach einer schwachen zweiten Saisonhälfte gelingt dem HCDU auch in der Abstiegsrunde kein Exploit. Trainer Karsten Hackel wirft nach dem 19:28 in Wetzikon im dritten Spiel das Handtuch. Der Abstieg in die 2. Liga steht praktisch fest. Eine Runde später ist er – trotz des ersten Sieges – auch rechnerisch fix. Damit wird die Region erstmals seit 1977 (Aufstieg des HC Dietikon in die 1. Liga) nicht in einer überregionalen Liga vertreten sein.