«Wo wohl der Koffer mit den Millionen ist?», fragt einer unter seinem Schirm hervor, als Regierungsrat Alex Hürzeler auf dem Klostergelände aus dem Auto steigt. Statt eines Koffers klemmt sich Hürzeler aber nur ein Couvert unter den Arm. «Da ist kein Bargeld drin», ruft er gegen das Regenprasseln den Gästen zu, «es zu klauen würde nichts nützen.»

Nebst den Schwestern der Benediktinerinnengemeinschaft drängen sich im Schärmen vor dem Spendenbarometer Freunde des Klosters sowie Politvertreter aus der Standortgemeinde Würenlos und der Gemeinde Unterengstringen, die die Aargauer Enklave umgibt. Die Freude über den grossen Swisslos-Fonds-Beitrag aus dem Aargau ist gross. «Wer hätte das gedacht, dass wir nach einem Jahr bereits die 6-Millionen-Grenze knacken», sagt Vreni Zehnder, Präsidentin des Vereins Pro Kloster Fahr.

Der Wink mit dem Zaunpfahl

Das Kloster Fahr sei etwas Spezielles für den Kanton Aargau, sagt Hürzeler in seiner Ansprache. Nicht nur der geografischen Situation wegen, sondern auch kulturpolitisch. «Die Klosteranlage ist derart bedeutend, dass wir uns mit einem deutlichen Beitrag an der Sanierung beteiligen.» So wolle man als Kanton Aargau ein deutliches Zeichen setzen, so Hürzeler weiter. Und mit einem Wink mit dem Zaunpfahl gen Kanton Zürich, der bisher noch keinen Beitrag gesprochen hat, meint er: «Wir hoffen, dass dies als Zeichen für weitere grosse Beiträge wahrgenommen wird und gewisse Impulse ausgelöst werden.»

Aargau legt Latte hoch

In die gleiche Kerbe schlägt auch Priorin Irene. Die grosse finanzielle Spritze aus dem Aargau sei doppelt wichtig. In erster Linie natürlich für die Sanierung; mit dem Aargauer Geld werden die technischen Installationen erneuert und vor allem die Energieeffizienz optimiert. Dies wird auch reichen, um die Fenster zu ersetzen, so Priorin Irene. Sie wendet sich lachend an Regierungsrat Hürzeler: «Wir werden also dankbar an Sie denken, wenn wir im Winter warm haben.» Zweitens, so Priorin Irene, sei sie nun gespannt auf die Reaktion des Kantons Zürich. «Der Kanton Zürich wollte abwarten, wie viel Geld der Kanton Aargau spricht.»

Mit den drei Millionen hat der Kanton Aargau die Latte hoch gelegt. «Es war von Anfang an klar, dass es ein markanter Beitrag sein soll«, sagt Regierungsrat Hürzeler dazu beim Apéro. Trotzdem sei der Festlegung der Beitragshöhe ein mehrmonatiger Prozess vorausgegangen. Auf die Höhe von drei Millionen Franken habe man sich schliesslich aufgrund von Vergleichen mit Beiträgen an andere kulturpolitisch wertvollen Anlagen geeinigt.

Priorin Irene ergänzt: «Wir sind auf die Beiträge der Kantone und Gemeinden dringend angewiesen.» Man könne nicht, wie viele Leute glauben, finanzielle Unterstützung aus dem Doppelkloster Einsiedeln erwarten. «Das Geld ist auch bei ihnen knapp und die Mitbrüder helfen uns, wo sie können.» Seit Kurzem befinde sich beispielsweise das ganze Fahrer Archiv im neuen Klosterarchiv in Einsiedeln.