Unterengstringen
A-cappella-Quartett «zazarap»: Amüsement mit stilvollen Klängen

Süffisante Unterhaltung zwischen Theater und akustischer Verwöhnung bot das A-cappella-Quartett «zapzarap» in Unterengstringen. Die von der Kulturellen Kommission organisierte Soiree überraschte mit einem facettenreichen Abend.

Christoph Merki
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Das A-cappella-Quartett «zapzarap» bietet feinfühligen Witz.
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Gauklertruppe «zapzarap» in Unterengstringen

Das A-cappella-Quartett «zapzarap» bietet feinfühligen Witz.

Christoph Merki

Nebst hervorragend interpretierten Liedern kam auch der Witz nicht zu kurz. Das Quartett, eingeladen von der Kulturellen Kommission Unterengstringen, jonglierte in seinem Programm «Räuber» gekonnt mit stilvollem Amüsement. Facettenreicher kann ein solcher Abend kaum verlaufen.

Die gut zweistündige Geschichte rund um die verliebte Carmen, die quirlige Postangestellte Kati, den insolventen Schönheitschirurgen Johann und den chaotischen Stromer und Kiffer Ernesto war wie aus dem Leben gegriffen. Als Wohngemeinschaft zusammengesetzt, lokalisiert in einer Hütte im Wald, haftete der Geschichte doch auch etwas Abenteuerliches und vielleicht auch Gesellschaftsfremdes an.

Weg vom Mainstream hatten die Charaktere jedoch auch mit aktuellen Problemen zu kämpfen. Dabei spielte die habgierige Ex-Frau des Schönheitschirurgen ebenso eine Rolle, wie Carmens Kater Carlos, für welchen sie auch schon 29 000 Franken pro Monat für die Betreuung bekommt.

Nebst ausgeprägter Mimik , welche den Schalk immer ein wenig durchblicken liess, waren es vor allem die Lieder, welche bei den rund 80 Gästen gut ankamen. Auch vom Text her immer passend zur jeweiligen Situation, kürten das Repertoire auch einige Evergreens aus früheren Zeiten.

Egal, ob mit «Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann» aus dem Jahr 1965 von Trude Herr, oder «Ganz in Weiss» von Roy Black, bis hin zum Gölä-Hit «I hät no viel blöder ta», das Ensemble liess das Publikum in ihre eigene Welt und Sehnsüchte eintauchen. «Ich glaube, dass man mit Singen viel mehr Emotionen wecken kann als nur mit Theater», erklärte Jan Hubacher alias Johann der Schönheitschirurg.

Sie alle vier , Silvana Peterelli, Marion Mühlebach, Giuseppe Spina und Hubacher selbst sind ausgebildete Pantomimen, die Musik aber hauche den Figuren noch eine Spur mehr Lebensgeist ein, dabei sind sie sich sicher. Das Konzept dahinter verzichte darum auch auf Schenkelklopfer und lege mehr Gewicht auf feinfühligen Witz: «Trotz Humor erzählen wir Geschichten, wie sie auch im wirklichen Leben passieren», erklärte Hubacher weiter. Mit ihrem Abschlusslied «Making your Mind up» würden sie am kommenden Eurovision Song Contest (ESC) teilnehmen, erklärte die lebensfrohe Truppe augenzwinkernd. Ein nicht ernst gemeinter Plan, wobei im Jahre 1981 die britische Gruppe Bucks Fizz mit genau diesem Lied den ESC gewann.

«Ich beschäftige mich mit Gesang und weiss, was es heisst, eine solche Produktion auf die Beine zu stellen», meinte Zuschauer Eduard Sidler wenig später und lobte, «es sei einfach eine fantastische Darbietung.» Auch Arthur Wagner fand nur begeisterte Worte: «Ohne instrumentale Begleitung so zu singen, hat mich positiv überrascht.»

Während insgesamt sieben Jahren hat Karin Engeli als Mitglied der Kulturellen Kommission Unterengstringen mitgeholfen, solche Anlässe zu organisieren. Mit diesem Konzert ist Schluss. «Leider konnte ich sie nicht überreden, noch weiterzumachen», meinte Gemeindepräsident Peter Trombik. Mit einem Blumenstrauss und dem Applaus des Publikums wurde der scheidenden kulturbegeisterten Organisatorin ihre Arbeit verdankt. Wer den stilvollen Unterhaltungsabend verpasst haben sollte, wird am 14. November in Schlieren nochmals Gelegenheit haben, die Erlebnisse der «Räuberbande» zu geniessen.