Birmensdorf
99 Limmattaler Soldaten feiern ihre Entlassung

In der Kaserne Reppischtal endet für 99 Soldaten aus dem Bezirk Dietikon ihre Militärlaufbahn.

Christian Tschümperlin
Merken
Drucken
Teilen
Julian Knopf aus Birmensdorf gab seine Waffe ab.
5 Bilder
In Reih und Glied: Urs Küng, Fachoffizier, schritt die Formation ab. Sie setzte sich aus 270 Männern und zwei Frauen zusammen.
Premiere: Die Bankers Big Band spielte zum ersten Mal bei der Entlassungsinspektion.
Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) hielt eine Dankesrede.
Entlassung von 99 Limmattaler Soldaten

Julian Knopf aus Birmensdorf gab seine Waffe ab.

Christian Tschümperlin

Ein letztes Mal standen sie stramm. 270 Männer sowie 2 Frauen aus den Bezirken Dietikon und Horgen haben am Dienstag ihren Militärdienst erfüllt. Marschbefehl, Schützengraben, Parcours, lange Fussmärsche und kalte Nächte im Schlafsack – all das gehört für sie der Vergangenheit an. Die Stimmung in der Kaserne Reppischtal in Birmensdorf war dementsprechend aufgeräumt. Die meisten Soldaten zeigten sich stolz und erleichtert.

Der Tag startete im Zeughaus mit einem Postenlauf, bei dem sich die Soldaten, Gefreiten und Unteroffiziere ihres Materials entledigten. «Schutzmaske, Helm und Tarnanzug müssen zurückgegeben werden. Sie kommen ins Logistikzentrum in Hinwil und werden bei gutem Zustand wiederverwertet», sagt der Medienverantwortlicher Peter Hotz. Kampfstiefel und Schlafsack würden die meisten mit nach Hause nehmen. Die könne man gut fürs Wandern gebrauchen, erklärte manch ein Soldat. Und die Waffe? Letztes Jahr ging sie in acht Prozent der Fälle in Privatgebrauch über. Voraussetzung ist unter anderem ein Waffenschein. Sie wird aber vor der Abgabe umgebaut, damit nur noch Einzelfeuer möglich ist, wie Hotz sagt.

So haben die Soldaten das Militär erlebt:

Michael Enz, 20, Schlieren «Ich kam als Deutschschweizer ins Welschland. Mit Händen und Füssen konnten wir uns aber immer verständigen.»
6 Bilder
Patrick Grünig, 30, Dietikon «Die Militärzeit war schön. Ich bin viel herumgekommen, habe viel gesehen und spannende Sachen erlebt.»
Nabil El Nadeim, 30, Dietikon «Das Schöne im Militär ist die Kameradschaft. Und ich als Panzerfahrer habe es auch genossen, geile ‹Chläpf› fahren zu können.»
Robin Rüegger, 30, Dietikon «Der Wandel der Armee hat mir gut gefallen. Es passiert etwas, das spürt man in den Wiederholungskursen.»
Lukas Grauwiler, 30, Oberengstringen «Der Zusammenhalt war immer gut. Es war lustig, aber natürlich auch hart. Aber wir haben uns durchgebissen.»
Roman Zürcher, 33, Uitikon «Ich habe das Militär gemacht, weil es dazu gehört. Es ist halt meine Pflicht. Ich habe es aber mit Leib und Seele gemacht.»

Michael Enz, 20, Schlieren «Ich kam als Deutschschweizer ins Welschland. Mit Händen und Füssen konnten wir uns aber immer verständigen.»

Christian Tschümperlin

Dem Anlass wohnte viel Prominenz aus Politik, Verwaltung und Armee bei. Die Dankesrede hielt Regierungsrat Ernst Stocker (SVP). Wie es sich für einen guten Redner gehört, stieg er mit einem Witz in seine Laudatio ein. «Wir feiern heute eine Entlassung. Sonst feiert man Entlassungen ja nicht», sagte Stocker. Applaus erntete er für seine Feststellung, dass sich die Armee kontinuierlich weiterentwickle. So gebe es beim Apéro seit ein paar Jahren Bier und die Musik komme heute zum ersten Mal von einer Big Band. Gemeint war die Bankers Big Band, die ihre Wurzeln in der Credit Suisse hat, und die unter anderem den Schweizer Fahnenmarsch zum Besten gab.