Die Abstimmungsunterlagen sind schon in den Briefkästen und der Countdown läuft. Noch 22 Tage dauert es, bis das Volk von Dietikon, Schlieren, Urdorf und von den fünf Gemeinden rechts der Limmat am 10. Juni darüber abstimmt, ob die interkommunale Anstalt Limeco das Coop-Areal in der Dietiker Silbern kaufen darf. Auf dem Areal kann die Limeco eine neue, grössere Kehrichtverwertungsanlage (KVA) bauen. Die heutige muss in den 2030er-Jahren ersetzt werden. Schon länger ist das Coop-Areal im kantonalen Richtplan als geplanter KVA-Standort mit einer Kapazität zur Verwertung von 160 000 Tonnen Kehricht pro Jahr eingetragen.

Der Landkauf kostet brutto 90 Millionen Franken. Allerdings wird Coop das Areal für mindestens sechs und maximal zwölf Jahre zurückmieten, sodass der Netto-Kaufpreis mindestens 40 und maximal 65 Millionen Franken betragen wird. Finanziert wird das nicht mit Steuergeldern, sondern mit Fremdkapital, das die Limeco aufnehmen wird. Im Preis sind auch die Gebäude auf dem 43 612 Quadratmeter grossen Coop-Areal enthalten, sprich: das Verteilzentrum.

Auf Generationen hin das Problem lösen

Am Infoabend im Dietiker Gemeinderatssaal am Donnerstag hatten sich die Limeco-Verantwortlichen auch kritische Fragen zum Kaufpreis anzuhören. Zu diesen erklärten sie unter anderem, dass man nicht einfach den Bruttokaufpreis durch die Quadratmeterzahl dividieren dürfe, eben weil auch die Immobilie im Preis enthalten ist. Zieht man diese ab, ergebe sich ein Preis von rund 1200 Franken pro Quadratmeter, erklärte der Limeco-Geschäftsführer Patrik Feusi den rund 40 Anwesenden.

Weiter betonte er, das Grundstück löse die Probleme langfristig und auf Generationen hin. «Es geht um ein Areal, das man heute so praktisch gar nicht mehr kaufen kann. Am Ende des Tages ist es ein akzeptabler Preis», sagte Feusi weiter.

«Die Luft wird viel sauberer»

Die Finanzen waren am Donnerstag aber nicht das einzige Thema. Auch die erneuerbare Energie, die die KVA liefert – sprich: der Strom und die Regiowärme –, die vermehrt genutzt wird. «Mit der Regiowärme kann man Heizungen ersetzen, die heute durch Heizöl betrieben werden. Das heisst in der Konsequenz, dass die Luft viel sauberer wird, weil durch die Heizung mit Regiowärme nicht Abgase entstehen wie beim Heizöl. Das ist ein grosser Vorteil dieses Projekts», sagte der Limeco-Verwaltungsratspräsident und Schlieremer Werkvorstand Stefano Kunz (CVP).

Zur Erinnerung: Aus dem KVA-Kamin kommt Dampf heraus. Auch Lucas Neff (Grüne), am 4. März in den Dietiker Stadtrat gewählt , meldete sich als Bürger zu Wort und hielt fest, dass der Landkauf enorm wichtig sei. «Es ist für uns in Dietikon vermutlich die wichtigste Abstimmung für die nächsten 50 Jahre. Es ist extrem wichtig, dass wir Ja sagen», sagte er. Einzig über die Grösse der neuen KVA müsse man noch diskutieren, doch könne man dies nur, wenn man das Land auf sicher habe.

Auch eine Dietikerin, die ihr bisher mit Öl beheiztes Haus an das Regiowärmenetz anschloss, ergriff das Wort: «Wir verursachen jetzt sechs Tonnen weniger Feinstaub», erklärte sie.