Limmattal
80 Schadensmeldungen sind bei Hagelversicherung eingegangen

Nach den Unwettern der letzten Wochen zieht die Versicherung «Schweizer Hagel» eine erste Bilanz. Der Gesamtschaden, der durch Hagel an den landwirtschaftlichen Kulturen entstanden ist, lässt sich jedoch erst nach der Ernte definitiv beziffern.

Sophie Rüesch
Merken
Drucken
Teilen
Rebbaukommissär Andreas Wirth (2.v.l.) begutachtet die Schäden an Hans-Heinrich Haugs (r.) Reben.

Rebbaukommissär Andreas Wirth (2.v.l.) begutachtet die Schäden an Hans-Heinrich Haugs (r.) Reben.

Jürg Krebs

Die Unwetter von Anfang Juli haben der Landwirtschaft im Limmattal schwer zugesetzt. Der starke Hagelschlag in der Nacht vom 12. auf den 13. Juli hat besonders den Weininger Rebbau betroffen. Die Winzer gehen von einem Totalausfall der diesjährigen Ernte aus (az Limmattaler Zeitung berichtete).

Ein kleiner Lichtblick für die Weinbauern ist die Versicherung «Schweizer Hagel», die auf durch Unwetter verursachte landwirtschaftliche Schäden spezialisiert ist. Die Hagelversicherung zieht nun eine erste Bilanz: Nach den Hagelzügen anfangs Juli seien alleine im Limmattal rund 80 Schadensmeldungen eingegangen, sagt Patricia Anghern von «Schweizer Hagel».

Schweizer Hagel

Die 1880 in Schlieren gegründete Versicherung nennt sich selbst eine «Selbsthilfeorganisation der Landwirtschaft» und beruht auf genossenschaftlichen Prinzipien. Versichert werden Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen, die durch Naturphänomene wie Hagel, Sturm, Überschwemmung oder Erdbeben verursacht werden. (rue)

Am meisten betroffen seien dabei die Gemeinden Weiningen, Dietikon, Bergdietikon und Spreitenbach. Die am stärksten in Mitleidenschaft gezogenen Kulturen seien Ackerkulturen, Wein, Obst und Gärtnereien. Die Kosten, die der Versicherung dadurch schweizweit anfallen, werden im Moment auf ungefähr 15 Millionen Franken geschätzt, schreibt die «Schweizer Hagel» in einer Mitteilung.

Für definitive Aussagen zu früh

Für die Ermittlung der genauen Schadenssumme ist es jedoch noch zu früh. Schäden an erntereifen Kulturen können zwar bereits definitiv ermittelt werden. Die Schadensbeurteilung ist jedoch abhängig von der Weiterentwicklung der noch nicht erntereifen Kulturen. Faktoren wie Witterung und Pflege der beeinträchtigten Pflanzen können weiteren Einfluss auf den endgültigen Schaden nehmen. So können beim Weinbau definitive Aussagen erst nach der Erntezeit zwischen Spätsommer und Spätherbst gemacht werden. Ausgezahlt werden die Bauern im Oktober nach Abschluss der Ermittlungen.

Für die Hagelversicherung sind die diesjährigen Unwetter jedoch nichts Aussergewöhnliches. Nach dem erfolgreichen Vorjahr zeichne sich zwar eine Zunahme von versicherten Schäden ab, schreibt die «Schweizer Hagel». 2010 seien aber ausserordentlich wenig Schadensmeldungen eingegangen, was mit einer Prämienrückvergütung an die Versicherten gewürdigt wurde.

Dazu sei die endgültige Bilanz für dieses Jahr nicht nur abhängig von der Entwicklung des beschädigten Guts, sondern auch «vom weiteren Verlauf der Hagel- und Unwettersaison», so die Hagelversicherung. Die Hagelzüge im Juli seien für die betroffenen Regionen zwar aussergewöhnlich, gesamtschweizerisch gesehen würden sie jedoch nicht aus dem Rahmen fallen.