Limmattalbahn
670 Millionen für das Projekt der Limmattalbahn

Das Vorprojekt wurde im Dezember 2011 abgeschlossen. Die Limmattalbahn plant 670 Millionen Franken in neue Infrastrukturen zu investieren. Bei der «Bunkerkreuzung» in Dietikon soll dereinst ein 50 Meter langer Strassentunnel entstehen.

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Die geplante Route der Limmattalbahn führe zu nahe an der Liegenschaft «Bären» vorbei, finden die Dietiker Katholiken.

Die geplante Route der Limmattalbahn führe zu nahe an der Liegenschaft «Bären» vorbei, finden die Dietiker Katholiken.

ZVG/ Visualisierung

Das Projekt Limmattalbahn hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Ende Dezember 2011 schloss die Limmattalbahn AG das Vorprojekt ab. Dies schreibt sie in einer Mitteilung. Das Vorprojekt enthält wesentliche Ergebnisse zur Linienführung und den Haltestellen sowie eine aktualisierte Aufwandschätzung.

Gemäss dieser Schätzung betragen die Infrastrukturkosten für die Limmattalbahn rund 670 Millionen Franken. Zudem teilt die Limmattalbahn AG mit, dass sie im kommenden Monat die Infrastrukturkonzession beim Bund beantragen wird.

Termingerechter Abschluss

Die Limmattalbahn AG schloss das Vorprojekt gemäss eigenen Angaben termingerecht und unter den genehmigten rund 9Millionen Franken ab. Das Vorprojekt definiert unter anderem die konkrete Linienführung, die Haltestellenlagen, die Führung aller Verkehrsmittel sowie die Gestaltung des Stadtraums.

Die Linienführung von Altstetten nach Killwangen-Spreitenbach des Vorprojekts entspricht mit zwei Ausnahmen – Dietiker Stadtzentrum und Anbindung des Spitals Limmattal – den Richtplaneinträgen aus den Jahren 2006/2007. Auf über 90Prozent der Strecke fährt die Bahn losgelöst vom Strassenverkehr auf eigenem Trassee. Das ermöglicht eine hohe Fahrplanstabilität. Entlang des Trassees werden Bäume gepflanzt, sodass eine attraktive Zentrumsachse entsteht.

Ein 50 Meter langer Strassentunnel

In der Planung sind auch der motorisierte Individualverkehr sowie der Velo- und Fussverkehr berücksichtigt. Berechnungen und Verkehrssimulationen zeigen, dass der Strassenverkehr mit wenigen Anpassungen auch mit dem Betrieb der Limmattalbahn flüssig abgewickelt werden kann. Die wichtigsten Massnahmen sind die Unterführung zum Bahnhof Killwangen, der Doppelspurausbau der Bremgarten-Dietikon-Bahn in Dietikon sowie neu ein Strassentunnel bei der «Bunkerkreuzung» in Dietikon.

Ausstellung in Schlieren

Von Januar bis Mai 2012 findet im Stadthaus Schlieren eine Ausstellung zur Limmattalbahn statt. Dies teil die Stadt Schlieren mit. Das Grossprojekt wird mit einem Informationsstand im 1. Untergeschoss des Stadthauses präsent. Der Informationsstand zeit die wichtigsten Merkmale pro Gemeinde und die Chancen der Limmattalbahn fü die gesamte Region auf. Plakate, Pläne und ein Film erklären die wichtigsten Eckwerte des Projekts. (az)

Dieser Tunnel, mit dem die Überlandstrasse unter dem ebenerdigen Bahntrassee hindurchgeführt wird, muss laut Julie Stucki, Leiterin Kommunikation bei der Limmattalbahn AG, gebaut werden, um die Leistungsfähigkeit des Knotenpunkts im Dietiker Westen zu erhalten. Der Tunnel ohne Rampen dürfte rund 50Meter lang werden, die Kosten dafür werden mit 10 bis 15 Millionen Franken veranschlagt.

Die Gesamtkosten für die Infrastruktur der Limmattalbahn betragen rund 670Millionen Franken – mit einer Abweichung von plus/minus 20Prozent. Darin sind nicht nur Strassenanpassungen und Velo- und Fussgängerverbindungen, sondern auch Platzgestaltungen sowie Werkleitungsverlegungen enthalten.

Der Aufwand liegt im bisher geschätzten Rahmen und ist mit den Kosten ähnlicher Schienenprojekte vergleichbar, wie die Limmattalbahn AG festhält. Gemäss Streckenlänge übernimmt der Kanton Zürich rund drei Viertel und der Kanton Aargau einen Viertel der Investitionskosten. Zudem wird eine Bundesbeteiligung im Rahmen des Agglomerationsprogramms angestrebt.

Infoveranstaltung am 25. Januar

Die Limmattalbahn AG reicht im Februar auf Basis des Vorprojekts das Infrastrukturkonzessionsgesuch beim Bundesamt für Verkehr ein. Ab 1.März startet sie mit dem Bau- und Auflageprojekt. Während dieser Phase werden die Ergebnisse aus dem Vorprojekt detailliert ausgearbeitet.

Derzeit können sich die betroffenen Kantone, Gemeinden und weitere Interessensgruppen zum Vorprojekt äussern. Am 25. Januar um 19.30 Uhr veranstaltet die Limmattalbahn AG einen Informationsanlass im Stadthaus Dietikon, an dem sich die Bevölkerung zu den Ergebnissen des Vorprojekts äussern kann. (mke)