Der Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) und die Stadtschreiberin Karin Hauser haben gestern das Regierungsprogramm für die Legislatur 2018 bis 2022 vorgestellt. Es zeigt, in welche Richtung sich die Stadt entwickeln soll. Dies anhand von 5 Themenfeldern, 20 Zielen und 64 Massnahmen.

Es gibt auch themenübergreifende Anliegen. Ein Beispiel ist der Dialog. Der Stadtrat will vermehrt die Meinung der Bevölkerung abholen, so wie mit dem kürzlich gestarteten Stadtentwicklungsdialog. «Wir wollen alle Anspruchs- und Interessengruppen in die Diskussionen einbringen», sagt Bachmann.

Damit das gut klappt, ist dem Stadtrat auch die Vernetzung verschiedener Akteure ein wichtiges Anliegen. «Die Vereine oder die Wirtschaftsverbände sollten sich untereinander vermehrt vernetzen. Man kennt sich zum Teil gar nicht mehr. Dabei wären viele Synergiepotenziale vorhanden. Wir wollen diese abholen und den regelmässigen Austausch fördern», sagt Bachmann. So überlegt sich die Stadt zum Beispiel, auch einen Forumsanlass für die lokale Wirtschaft und einen für Sportvereine zu organisieren.

Fiirabigbier mit dem Stapi?

Was die Vernetzung anbelangt, will der Stadtpräsident auch bürgernaher werden. So will er eine Art Sprechstunde einführen, wie sie etwa die Urdorfer Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner (EVP) seit Jahren durchführt. «In welcher Form wir dies umsetzen, werden wir noch anschauen. Ich kann mir auch ein regelmässiges ‹Fiirabigbier mit dem Stapi› vorstellen», sagt Bachmann.

Besonders wichtig ist dem Stadtrat die Quartierentwicklung. Mit dem Limmatfeld und dem Altberg-Quartier habe man zwei Quartiere, die sich mit ihren Quartiervereinen eine Stimme verschaffen. «Wir müssen schauen, dass die anderen Quartiere nicht vergessen gehen. Das ist uns wirklich sehr wichtig», sagt Bachmann. In verschiedenen Quartieren fehlen der Stadt Ansprechpartner, auf die sie zugehen kann. «Für eine gute Quartierentwicklung braucht es aber Ansprechpartner», sagt Bachmann. So nimmt sich der Stadtrat unter anderem vor, eine Quartierarbeit zu initiieren und so die Grundlage dafür zu schaffen, dass sich auch in den anderen Quartieren Gruppierungen mit einer Stimme bilden. «Im Moment gibt es ein Ungleichgewicht», sagt Bachmann.

Der Stadtrat schaut nicht nur nach innen, sondern auch über die Stadtgrenzen hinaus: «Wir sehen uns als Zentrum mit regionaler Ausstrahlung, etwa wegen unseres Infrastruktur- und Dienstleistungsangebots.» Erwähnt seien unter anderem das Schwimmbad, die Freizeitanlage Chrüzacher oder die Stadtbibliothek. Die Infrastruktur soll ausgebaut werden. So hat sich der Stadtrat vorgenommen, eine multifunktionale Dreifachturnhalle mit regionaler Ausrichtung zu planen.

Damit will man auch einem Wunsch, den die Vereine schon lange hegen, gerecht werden. «Wir wollen das vielfältige Vereins-, Kultur- und Sportangebot weiter fördern. Letztlich schafft das die Grundlage dafür, dass sich die Bevölkerung mit der Stadt identifiziert», sagt Bachmann.
Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen.

Auch sollen verschiedene Rechtsgrundlagen überarbeitet werden. Ein Ziel ist die Totalrevision der Gemeindeordnung. «Das wird einiges auslösen», sagt der Stadtpräsident. Denn die Gemeindeordnung soll nicht nur ans neue Gemeindegesetz angepasst werden. Auch weitere Neuerungen sind angedacht. Beispielsweise sind Änderungen der Kreditkompetenzen denkbar. Auch soll eine neue Personalstrategie verabschiedet und ein Homeoffice-Konzept erstellt werden. Die Mitarbeiterzufriedenheit war auch ein Thema im Geschäftsbericht 2017 (die Limmattaler Zeitung berichtete). «Wir müssen uns überlegen, wie wir in Zukunft ein attraktiverer Arbeitgeber werden können», sagt Bachmann.

Auch der Platzbedarf der Verwaltung ist ein Dauerbrenner. «Dieses Thema ist relativ akut», sagt Bachmann. So sind die Mitarbeiter nicht nur auf das Stadthaus und den Werkhof verteilt, sondern auch auf drei Standorte, die die Stadt dazumietet. Eine der Massnahmen, die sich der Stadtrat vornimmt, ist daher die Planung eines zweiten Stadthauses respektive eines weiteren Standorts für die Verwaltung. «Mit Blick auf das weitere Wachstum der Stadt ist es schon einigermassen dringend, dass wir die Verwaltung wieder an einem zentralen Ort unterbringen können. Ein zweites Stadthaus wäre dafür optimal», sagt Karin Hauser, die seit bald zwölf Jahren Stadtschreiberin ist. Noch ist allerdings alles offen. Die Planung soll hier Antworten liefern.

Auch soll Tempo 30 vermehrt umgesetzt werden. «Wir haben zwar schon an vielen Orten Tempo 30, müssen aber weiter vorankommen», sagt Bachmann. Zum einen weil es Teil des Gesamtverkehrskonzepts ist, zum anderen weil es ein politischer Dauerbrenner ist. Das zeigen auch verschiedene Vorstösse im Parlament. Auch Tempo 20 ist ein Thema: Die Planung von Begegnungszonen im Zentrum soll vorangetrieben werden.

Die Standortförderung soll zudem neu positioniert werden. Sie soll sich künftig nicht mehr nur um die Wirtschaft kümmern. «Wirtschaftsförderung ist nur ein Teil der Standortförderung. Auch Kultur, Sport, und Integration gehören dazu. Diese gesellschaftlichen Themen sollen von der Standortförderung vermehrt angegangen werden, auch hinsichtlich der Vernetzung. Die Standortförderung soll sich künftig zusammen mit dem Stadtplanungsamt in die Quartierentwicklung einbringen», sagt Bachmann.

Weiter will der Stadtrat ein Spielplatzkonzept erarbeiten. Auch ein Beleuchtungskonzept, ein Freiraumkonzept, ein Sport- und Sportanlagenkonzept und ein Nutzungskonzept für öffentliche Plätze sowie eine Gasstrategie sollen erstellt werden. Auch will die Stadt die Digitalisierung vorantreiben und zur Smart City werden. Der geplante neue Stadtteil im Niderfeld soll hierbei zum Vorzeigequartier werden und es soll eine Dietikon-App geben. Ebenfalls auf der Pendenzenliste der Stadt stehen die Revision des kommunalen Richtplans, die Revision der Bau- und Zonenordnung, eine Bedarfsabklärung für familienergänzende Betreuung und die weitere Stärkung der Arbeitsintegration.

De Arbeit am neuen Regierungsprogramm hatte im Sommer begonnen. Damals sass der Stadtpräsident ein erstes Mal mit den Abteilungsleitenden der Stadtverwaltung zusammen. Zudem hat der Stadtrat dieses Mal erstmals auch die Gemeinderatsfraktionen angehört. «Wir wollen eine gute Zusammenarbeit zwischen Legislative und Exekutive», sagt Bachmann.
Im Rahmen der Erarbeitung des nun verabschiedeten Regierungsprogramms begab sich der Stadtrat auch in eine eineinhalbtägige Klausur in Baden, wo es zu einem Treffen mit dem Badener Stadtrat kam. «Dieses war für beide Seiten spannend. Diesen Austausch wollen wir nun fortführen», sagt Bachmann.