Sie wurden im Rahmen einer repräsentativen Umfrage ermittelt, welche die Limmattalbahn AG letzten Herbst beim Schweizer Marktforschungsinstitut Isopublic in Auftrag gegeben hat. Gestern wurde sie präsentiert. So befürworten 61 Prozent der Bevölkerung der sechs Standortgemeinden Zürich, Schlieren, Urdorf, Dietikon, Spreitenbach und Killwangen das Projekt. Lediglich 6 Prozent würden dieses ablehnen, wie es in einer Medienmitteilung heisst. 33 Prozent seien noch unentschlossen.

Projekt kommt im Kanton gut an

Gemäss Mitteilung wurden je 1000 Personen in den Kantonen Zürich und Aargau befragt. Neben der Frage zur Befürwortung beziehungsweise zur Ablehnung des Projektes wurde auch der Kenntnisstand über die Limmattalbahn erhoben. Die Initianten sind zufrieden mit dem Ergebnis. «Positiv sind auch die hohen Bekanntheitswerte des Projekts: 78 Prozent der Limmattaler kennen die Limmattalbahn», heisst es.

Weitet man den Blick von den betroffenen Gemeinden auf die beiden Kantone aus, ergeben sich tiefere Zahlen. «Der Meinungsbildungsprozess in der Bevölkerung der Kantone Aargau und Zürich ist weniger weit fortgeschritten als in den betroffenen Gemeinden», schreiben die Initianten. Dementsprechend sei der Anteil der Unentschlossenen noch relativ hoch. Doch auch in den beiden Kantonen falle das Verhältnis zwischen positiven und negativen Stimmen klar aus. Im Kanton Zürich seien 53 Prozent für und 7 Prozent gegen, im Kanton Aargau 49 Prozent für und 4 Prozent gegen das Projekt.

Wenig überrascht von den Zahlen zeigt sich Otto Müller. Der Dietiker Stadtpräsident und Präsident der Zürcher Planungsgruppe Limmattal ist Verwaltungsratsmitglied der Limmattalbahn AG und hat solche Werte erwartet. «Die Zahlen bestätigen, dass das Projekt als Ganzes im Bezirk gut aufgenommen wird», sagt er. Das Ziel der Limmattalbahn, das steigende Verkehrsaufkommen auf den öffentlichen Verkehr umzulagern und gleichzeitig die Stadtzentren zu entlasten, finde grosse Akzeptanz. Zwar gebe es bezüglich der Linienführung in Schlieren und Dietikon noch Differenzen und Optimierungspotenzial. «Deswegen ist aber nicht das Gesamtprojekt infrage gestellt, wie die Umfragewerte bestätigen», so Müller.

«Ist nicht repräsentativ»

Irritiert über die Umfrage zeigt sich hingegen Thomas Grädel, Präsident des Vereins «Limmattalbahn - so nicht!». «Mich überrascht diese Umfrage. Wir haben die Initianten mehrmals gebeten, eine Konsultativabstimmung zur Limmattalbahn durchzuführen», sagt er. Seit letztem August habe man diesbezüglich nichts mehr gehört. Nun erscheine plötzlich eine Umfrage. Er will aber nicht aufhören, für eine Untertunnelung des Schlieremer Spitalquartiers zu kämpfen: «Eine Umfrage, die kantonsweit gerade einmal 1000 Personen umfasst, ist für mich nicht repräsentativ.»