Urdorf
600000 Franken Mehrkosten wegen «Lapsus»

Die bauliche Aufwertung der Schulgebäude in Urdorf kommt teurer als angenommen. Für die 600000 Franken Budgetüberschreitung ist ein «Lapsus» der Schulpflege mitverantwortlich.

Alex Rudolf
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Bauteuerung vergessen, Kredit überschritten: Der "Schulraum 2010" kommt 600´000 Franken teurer als veranschlagt.

Bauteuerung vergessen, Kredit überschritten: Der "Schulraum 2010" kommt 600´000 Franken teurer als veranschlagt.

Flavio Fuoli

Heute in einer Woche wird die Gemeindeversammlung über die Bauabrechnung des Projektes «Schulraum 2010» befinden. Dieses beinhaltet strukturelle Anpassung und Modernisierung der Urdorfer Schulhäuser. Ein Schönheitsfehler ist jedoch, dass die Bauabrechnung knapp 600 000 Franken höher abschliesst, als dies vorhergesehen war. René Eberle, Liegenschaftsvorstand der Schule Urdorf, verweist – nebst anderen Gründen – auf einen «marginalen Lapsus» des Gremiums im Rahmen der Urnenabstimmung über den Kredit im Jahr 2005.

Damals nahm das Stimmvolk einen Rahmenkredit in der Höhe von 9 Millionen Franken an. Dieser Betrag basierte auf Konzeptstudien und sollte dafür verwendet werden, Gruppenräume und einen Neubau am Schulhaus Feld 1 zu realisieren. Dass sich dieses Budget als zu optimistisch entpuppte, zeigte sich der Stimmbevölkerung spätestens an einer Schulgemeindeversammlung im Jahr 2010. Damals wurden ein Zusatzkredit in der Höhe von knapp 1,3 Millionen Franken sowie zusätzliche 600 000 Franken für den Einbau eines Mittagstischs gesprochen.

Zusammen mit den gebundenen Ausgaben von 1,7 Millionen Franken ergibt dies eine Gesamtsumme von gut 12,5 Millionen Franken. Mit 13,1 Millionen schliesst die Abrechnung nun mit einer Kreditüberschreitung von 600 000 Franken. Eberle sieht einen der Hauptgründe für diese Überschreitung in einem Lapsus der Schulpflege. Diese unterstellte den 9-Millionen-Kredit aus dem Jahr 2005 nicht der Bauteuerung, obwohl dies bei solchen Vorlagen Usus sei, so Eberle. «Bei einer Teuerung von gut 8 Prozent zwischen den Jahren 2005 und 2010 wäre dies wohl ins Gewicht gefallen», sagt er weiter.

Gruppenräume nun grösser

Für den teureren Ausgang der baulichen Anpassungen in den Schulhäusern Bahnhofstrasse, Embri, Feld 1, Feld 2, Weihermatt sowie in den Kindergärten Schulstrasse und Neumatt gibt es laut Eberle noch weitere Gründe. Einerseits habe sich die Gesetzgebung für die Behindertenerschliessung der Schulgebäude verschärft. Andererseits seien die kantonalen Richtlinien für die Grösse von Gruppenräumen präziser geworden. «Nachdem uns klar wurde, dass unser Projekt die vom Kanton vorgeschriebene Grösse der Gruppenräume nicht erfüllt, mussten wir das Projekt Weihermatt überarbeiten», so Eberle.

Für die Bauabrechnung sei diese Kostenüberschreitung nicht von grosser Bedeutung, da man sich bei der Kreditsprechung eine Genauigkeit von plus minus 5 Prozent vorgenommen habe. «Mit 4.89 Prozent Budgetüberschreitung liegen wir noch in diesem Rahmen», so Eberle. Zudem dürften die Mehrkosten noch schmelzen: Nimmt die Schulgemeindeversammlung die Bauabrechnung an, so wird das kantonale Hochbauamt einen Staatsbeitrag in der Höhe von gut 300 000 Franken leisten. Ohne den Segen der Schulgemeindeversammlung fliesst jedoch kein Geld vom Kanton. Die Rechnungsprüfungskommission empfiehlt die Absegnung der Bauabrechnung.