Die Sanierung des Schulhauses Reppisch sei dringend notwendig, sagt der Präsident der Birmensdorfer Primarschulgemeinde Ernst Brand (SVP). «Eigentlich hätte man die Arbeiten schon vor 20 Jahren durchführen sollen, doch wurde dies versäumt.» Der Bau stammt aus dem Jahr 1959, fünf Jahre später wurde er erweitert.

Diesem Problem könnte bald Abhilfe geschaffen werden. Am 24. März entscheidet das Birmensdorfer Stimmvolk an der Urne über einen Neun-Millionen-Franken-Kredit für die Sanierung des Schulhauses. Nebst dem, dass die Lebensdauer der meisten Bauteile bereits überschritten sei, wachse auch der Raumbedarf der Schule, heisst es in der Informationsbroschüre zur Abstimmung.

2011 gab das Stimmvolk grünes Licht für die Projektierung der Erweiterung. Diese kostete 750 000 Franken. Dabei zeigte sich, dass das Schulhaus Reppisch nicht einfach abgerissen werden kann, da die kantonale Denkmalpflege es als Schutzobjekt einstufte. Dem Bau des 1976 verstorbenen Architekten Rudolf Küenzi komme eine überkommunale Bedeutung zu, konstatierte der Kanton.

Zwei Klassen kosten mehr

2016 folgte ein Kredit für die Projektierung der Sanierung des Reppisch-Schulhauses. Der nun dargelegte Vorschlag folgt den Richtlinien des Kantons. Geplant ist, dass der Trakt A barrierefrei wird, indem im Putzraum ein kleiner Lift eingebaut wird, der ins Untergeschoss führt. Von dort gelangt man zum neuen WC und über eine Rampe in die Lagerräume oder in den Trakt B. Dort soll auch das Lehrer-WC behindertengerecht umgebaut werden. Neben dem Einbau einer neuen Teeküche im Lehrerzimmer sollen die Werkräume im Untergeschoss durch eine Rampe für Rollstuhlfahrer zugänglich gemacht werden. Im Trakt C sollen je zwei Klassenzimmer durch eine Doppeltüre miteinander verbunden werden. Dadurch wird eine Kindergarten-Nutzung ermöglicht. Weiter wird das Fural-Blechdach und das Glas bei sämtlichen Holzfenstern ersetzt. Zudem sollen die Fassadenteile neu verputzt werden.

Nach der abgelehnten Steuererhöhung um 5 Prozent an der Budgetversammlung der politischen Gemeinde vom November und dem vom Bezirksrat abgewiesenen Budget der politischen Gemeinde sind die Finanzen ein umstrittenes Thema in Birmensdorf. Um diese ist es unter anderem aufgrund der anstehenden hohen Investitionen in die schulischen Infrastrukturen nicht sonderlich gut bestellt.

Zudem stand anlässlich der Budgetversammlung der Vorwurf an die Adresse der beiden Schulpflegen im Raum, dass eine Gesamtschau über die Planung des Schulraumes fehle. «Wir haben 2010 einen Grundlagenbericht erarbeitet. Wegen der Auseinandersetzung mit der kantonalen Denkmalpflege fielen wir ein wenig aus dem Zeitplan», sagt Brand. «Der Schulpflege ist vollkommen klar, dass man in der Gemeinde skeptisch in Bezug auf neue Ausgaben ist», sagt Brand. Er führt zudem aus, dass es der Schulpflege mit dem alten Rechnungsmodell (HRM 1) nicht erlaubt gewesen sei, Reserven zur Seite zu legen. Wohl oder übel müssten die Steuern möglicherweise erhöht werden, wenn weiterhin jährlich eine bis zwei weitere Primarschulklassen hinzukommen, so Brand. «Jährlich kosten uns diese beiden Schulklassen mehr als die Abschreibungen wegen des Schulhaus-Baus», so Brand. «Zudem betragen die Abschreibungen der vollzogenen und geplanten Investitionen weniger als zehn Prozent des Gesamtbudgets der Primarschule.»

FDP befürwortet das Projekt

Was haben Brand und seine Kolleginnen und Kollegen von der Primarschulpflege vor, wenn das Stimmvolk Nein sagt? «Rund die Hälfte des Kreditantrags sind eigentlich gebundene Kosten. Also Arbeiten, die vollzogen werden müssen. Dazu zählt etwa das Dach, das an verschiedenen Stellen undicht ist, und Feuerschutz-Auflagen, die aktuell nicht erfüllt werden», sagt Brand. Stelle man sich auf den Standpunkt, dass auch solche Ausgaben nicht getätigt werden sollen, würde man es «verlottern» lassen. «Dann müssten wir aber für viel Geld woanders ein neues Schulhaus errichten.»

Aus der Gemeinde ist bislang keine Kritik, sondern eher sehr viel Unterstützung zu vernehmen. Auf Anfrage sagt Ruben Mangold, Präsident der örtlichen FDP, dass das Projekt vertretbar sei. «Es scheint massvoll und zweckmässig.» Nebst dem, dass die Gebäude in ihrer Form erhalten würden, finde eine betriebliche, technische und energetische Aufrüstung für die Zukunft statt. «Der neue Abschreibungsmodus lässt zudem zu, dass keine zusätzlichen Kosten für den Unterhalt erwartet werden müssen.»