Unter einem Traktor lag angefahren eine Puppe. Rauch stieg aus dem Heuwagen. Ein Kind im ersten Stock des Schweinestalls rief um Hilfe. Vier Rinder und zwei Schweine warteten auf die Rettung. Rund 60 Feuerwehrmänner und -frauen der Feuerwehren Unterengstringen, Oberengstringen und Weiningen übten den Ernstfall beim Kloster Fahr. Unter der Einsatzleitung des Unterengstringer Feuerwehroffiziers Michael Egli legten sie am Mittwochabend rasch und gut organisiert Schläuche fürs Wasser aus. Die Klosterübung wurde von Übungsleiter Marcel Holenstein konzipiert. Der Einsatzleiter und die Teams kannten die Situation vor dem Einsatz nicht.

Tiere gewöhnen sich an andere

Auch die Rettung von Tieren müsse geübt werden, sagte der Oberengstringer Feuerwehrkommandant Olivier Béguin, der für die Zuschauer die Situation erklärte. «Die Tiere sind sich an den Bauern gewöhnt und Feuerwehrleute haben sonst kaum mit Tieren zu tun. Eine solche Übung hilft den Tieren, sich an andere zu gewöhnen», sagte Béguin. Die 10-jährige Xenia Amman aus Unterengstringen wollte wissen, wie sich die Tiere tatsächlich verhalten, wenn es richtig brenne. Ein Besucher erzählte ihr, als Feuerwehrmann habe er es mal erlebt, dass die Schweine zurück ins Feuer gegangen seien, warum wisse er auch nicht.

Feuerwehrübung Kloster Fahr

Feuerwehrübung Kloster Fahr

60 Feuerwehrmänner und -frauen der Feuerwehren Unterengstringen, Oberengstringen und Weiningen standen bei der Übung im Kloster Fahr im Einsatz.

Bei der Klosterübung war Bauer Remo Gambirasio vom Klosterhof involviert. Nun konnte er zusammen mit den Feuerwehrleuten die Rinder und Schweine in Sicherheit bringen. Die angefahrene Person und die vier Eingeschlossenen im ersten Stock des Schweinestalls konnten zuvor speditiv gerettet werden. Zwar ist das Kloster Fahr eine Aargauer Enklave, aber aus praktisch-geografischen Gründen ist die Feuerwehr Unterengstringen um dessen Sicherheit besorgt, sagte der Kommandant der Unterengstringer Feuerwehr, Daniel Schwab.

Das letzte Mal brannte 1989 ein ganzer Stall ab, doch die heiligen Gemäuer blieben unversehrt. «Das Kloster Fahr ist von nationalem Interesse, deshalb waren neben Unterengstringen auch die Feuerwehren Oberengstringen, Weiningen und Dietikon sowie Schutz und Rettung Zürich im Einsatz», so Schwab.

Priorin Irene Gassmann lobte: «Es ist schön, dass es auch Feuerwehrfrauen gibt. Die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Feuerwehren wurde wieder einmal sichtbar. Ich danke herzlich für euren Einsatz.» Auch der neue Unterengstringer Wehrvorstand, Urs Muntwyler, der erst vor zehn Tagen das Amt von seinem Vorgänger Rolf Stucki übernahm, bedankte sich. Stucki habe eine gute und junge Feuerwehr hinterlassen, weil man aktiv Mitglieder rekrutiert habe, so Muntwyler.

«Eine optimale Zusammenarbeit»

Der neue Unterengstringer Hochbauvorstand Yiea Wey Te sagte: «Die Feuerwehren sind ein Musterbeispiel dafür, dass das Milizsystem hochprofessionell funktionieren kann.» Ähnlich sah es der neue Unterengstringer Gemeindepräsident Simon Wirth: «Die Übung zeigte die optimale Zusammenarbeit der verschiedenen Feuerwehren. Auch wenn es nach der Übung ein gesellschaftlicher Anlass wird, ist man zuvor hoch professionell. Ich bin beeindruckt.»
Nach der Klosterübung offerierte das Kloster einen Apéro und die Feuerwehrleute dinierten gemeinsam im Klosterrestaurant.